Steirer werfen Blick in die technologische Zukunft

Autonome Taxis, Paket-Drohnen und tanzende Roboter: Eine 60-köpfige Wirtschaftsdelegation aus der Steiermark bekommt in Shanghai aktuell die technische Zukunft präsentiert.
In China sind die steirischen Technologien sowie auch die Green Transformation Cards besonders gefragt. Am Bild: Bernhard Puttinger, Geschäftsführer Green Tech Valley (4.v.li.) und Karl Putz von Sowatec (3.v.li.) (c) Green Tech Valley
In China sind die steirischen Technologien sowie auch die Green Transformation Cards besonders gefragt. Am Bild: Bernhard Puttinger, Geschäftsführer Green Tech Valley (4.v.li.) und Karl Putz von Sowatec (3.v.li.) (c) Green Tech Valley
„Wenn in Europa Autos so geladen würden wie bei uns in China, dann würden in Städten wie Rom in der Nacht die Lichter ausgehen. Und da ich in Italien geboren bin, kann ich das auch guten Gewissens sagen.“ – Diese Aussage der jungen Dame, die die steirische Delegation durch die ultramodernen Räumlichkeiten des Nio-House im Herzen Shanghais führt, steht stellvertretend für das Selbstvertrauen der Supermacht China. Man zeigt, was man hat und was man kann.

So wollen natürlich auch die Gäste aus Österreich tief beeindruckt nach Hause geschickt werden. Die Automarke Nio hat im letzten Jahr den Sprung nach Europa gewagt. Und das voller Selbstvertrauen, anders als die chinesische Konkurrenz will man nämlich nicht preislich überzeugen, sondern im Premium-Segment fischen: „Wir sehen uns in einem Feld mit Audi, BMW oder Mercedes.“ Über 3000 Ladestationen hat Nio mittlerweile in China – binnen drei Minuten wird dort die Batterie gewechselt, voll automatisch versteht sich. Anschließend wird sie gewartet und aufgeladen, kommt so wieder ins System.

Hier geht alles – und das vor allem schnell

Rund 15 Millionen User sind im Nio-Netzwerk registriert, sorgen für sieben Millionen Postings täglich. Nio ist mehr als ein Auto, in China echter Lifestyle. Bei all den beeindruckenden Zahlen aber auch Realität: Seit der Gründung im Jahr 2014 konnte erst im letzten Quartal 2025 das erste Mal ein positives Ergebnis erzielt werden. Doch davon lässt man sich im Reich der Mitte nicht bremsen. In China geht alles, und das vor allem schnell. In den 1990er-Jahren ist in Finanzdistrikt Pudong das erste Hochhaus gebaut worden, mittlerweile schlägt hier das pulsierende Herz Shanghais, braucht sich die Skyline vor keiner Stadt der Welt zu verstecken.

Anderes Beispiel: Die Magnetschwebebahn Transrapid verbindet die City mit dem Flughafen – mit 300 km/h braucht man für die rund 30 Kilometer gerade zehn Minuten. Oder: Aktuell entstehen in unmittelbarer Umgebung der Metropole 20 neue Technologieparks mit je 2000 Mitarbeitern. „Noch braucht man dafür viel Fantasie, aber sie wollen im November eröffnen“, lächelte Bernhard Puttinger, Geschäftsführer des steirischen Green Tech Clusters nach dem Lokalaugenschein.

[Autor: Markus Stoimaier, Red. Artikel (gekürzt), erschienen in Kronen Zeitung am 19.04.2026: https://www.krone.at/4111674]

 

Steiermark stärkt Präsenz in China

Wo entstehen die Märkte von morgen? Für viele Branchen lautet eine Antwort nach wie vor: China. Genau deshalb ist aktuell eine steirische Delegation mit Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Forschung vor Ort, um Kontakte zu vertiefen, Chancen auszuloten und steirische Unternehmen strategisch zu positionieren.

Unter der Leitung von Landeshauptmann Mario Kunasek und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom wird die Reise von ICS-Geschäftsführer Karl Hartleb gemeinsam mit führenden Vertreter:innen des Wirtschaftsstandorts – darunter Landesrat Willibald Ehrenhöfer, WKO Steiermark Vizepräsident Herbert Ritter, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Christoph Robinson , Geschäftsführer:innen steirischer Unternehmen sowie Wirtschaftsdelegierten der AußenwirtschaftsCenter, begleitet. Das ICS verantwortete dabei die Konzeption und Koordination des Wirtschaftsprogramms mit Besuchen bei führenden chinesischen Unternehmen, Vernetzungsterminen und wirtschaftsrelevanten Austauschformaten. Im Mittelpunkt der Reise stehen konkrete Chancen für Export, Kooperation und den gezielten Ausbau von Marktpotenzialen.

Warum China weiter relevant bleibt

China zählt zu den wichtigsten Handelspartnern der Steiermark. Für viele internationale Unternehmen ist Präsenz vor Ort längst Voraussetzung, um global wettbewerbsfähig zu bleiben. Besondere Relevanz für den Wirtschaftsstandort Steiermark hat der Automotive Sektor, der in dieser Delegationsreise nicht zu kurz kommt und durch Kurt Bachmaier der Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG prominent vertreten ist.

Neben dem Bereich der Mobilität sind die Bereiche Automatisierung, Umwelttechnik, Elektronik und Gesundheitswirtschaft von großer Bedeutung.

Dass steirische Unternehmen hier erfolgreich bestehen, zeigen zahlreiche Beispiele. Auch Unternehmen wie AT&S, AVL, ANDRITZ AG, Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG, Anton Paar und zahlreiche weitere steirische Betriebe sind seit Jahren erfolgreich in China tätig. Besonders in den Bereichen Automotive, Green Tech, Elektronik, Industrie und Medizintechnik bestehen attraktive Chancen für weiteres Wachstum.

Gerade für exportorientierte Betriebe bietet China weiterhin enormes Potenzial: große Nachfrage, hohe Investitionsbereitschaft und Offenheit für Technologie.

Neben Betriebsbesuchen bei der führenden E-Commerce-Plattform „Meituan“, KI- und Robotikunternehmen „AgiBot“, führende Mobilitätsunternehmen (z.B. Xpeng, Comac, GAC Group, Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG, …) sowie einem intensiven Austausch mit Universitäten standen auch hochrangige Gespräche mit regionalen Entscheidungsträger:innen auf dem Programm. Die Reise wird in den kommenden Tagen mit weiteren Terminen und Unternehmensbesuchen fortgesetzt.

[Quelle: ICS, 22.04.2026, https://www.ic-steiermark.at/steiermark-staerkt-praesenz-in-china]

Weitere Berichte zur steirischen China-Delegation:

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Veronika Pranger
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