Welche architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten sich aus der Nutzung von Schlamm und Schilf ergeben, untersuchen derzeit Studierende der TU Graz in Kooperation mit Land und Forschung Burgenland. Mit einem 3D-Drucker haben sie die Sedimente aus dem See zu verschiedenen Baumaterialien verarbeitet. Wie daraus ein Rastplatz, eine Vogelbeobachtungshütte oder ein Pavillon werden könnte, zeigen sie ab sofort mit der Installation „Schilfraum“ beim Freilichtmuseum Wander Bertoni in Winden (Bezirk Neusiedl am See).
CO2-neutrales Musterhaus geplant
Das Forschungsprojekt habe sich aus der Frage ergeben, wie Schlamm und Schilf nachhaltig genutzt werden können, nachdem sie von der Seemanagement GmbH aus dem Neusiedler See geholt wurden, erläuterte Zloklikovits. Im vergangenen Jahr waren es immerhin 60.000 Kubikmeter Schlamm und 10.000 Kubikmeter Altschilf, für die eine Verwendung gesucht wurde.
Beides soll auch bei einem weiteren, für 2027 geplanten Projekt der Forschung Burgenland zum Einsatz kommen. Diese will nämlich ein kleines Musterhaus aus regionalen Materialien errichten, das langfristig mehr CO2 speichert, als beim Bau freigesetzt wird.
Landesrätin Daniela Winkler (SPÖ) betonte […] , dass die Nutzung von Schilf und Schlamm als Baustoff für die Region zahlreiche neue Möglichkeiten und Perspektiven bringe. Auch wirtschaftlich werde es einen Mehrwert haben, meinte sie.
[Quelle: APA/Science/Tech am 09.10.2026]
Bauen mit Sedimenten des Neusiedler Sees – „Schilfraum“ in Winden am See als Vorzeigeprojekt
[…] Wenn man über Forschung und Innovation spricht, denken viele zunächst an Labore, Hightech und neue Technologien. „Für uns bei Forschung Burgenland beginnt Innovation aber oft mit einer einfachen Frage: Welche Ressourcen haben wir direkt vor unserer Haustür, und wie können wir sie besser nutzen? Genau diese Frage stand am Anfang dieses Projekts“, berichtete Martin Zloklikovits (Geschäftsführer Forschung Burgenland).
Aus dieser Überlegung entstand gemeinsam mit dem Seemanagement Burgenland und der TU Graz und der Ceramico Burgenland eine Forschungskooperation. Untersucht wurde, wie sich Sedimente als Ausgangsmaterial für neue Baustoffe nutzen lassen: „Besonders spannend ist dabei der Einsatz moderner Fertigungstechnologien wie des 3D-Drucks, der regionale Rohstoffe mit innovativer Materialforschung verbindet. Was mich besonders freut, ist, wie sich aus dieser ursprünglichen Forschungsfrage etwas Größeres entwickelt hat“, hob der Forschung Burgenland-Geschäftsführer hervor. […]
[Quelle: Forschung Burgenland / News, 12.10.2026, Artikel gekürzt.]