Reaktorphysik in Graz, Industrialisierung in Eindhoven

Die Emerald Horizon AG gab den Baubeginn des SMRX als Megawatt-Power-Loop im niederländischen Eindhoven gemeinsam mit der VDL Groep bekannt
(v.l.n.r.) Ing. Norbert Hofer, MBA (Emerald Horizon), Hans Priem (VDL), CEO Florian Wagner (Emerald Horizon), Markjan Vermeer (VDL), MMag. Philipp Pölzl (Emerald Horizon), DI Dr. Mario J. Müller (Emerald Horizon) © Fuchs
(v.l.n.r.) Ing. Norbert Hofer, MBA (Emerald Horizon), Hans Priem (VDL), CEO Florian Wagner (Emerald Horizon), Markjan Vermeer (VDL), MMag. Philipp Pölzl (Emerald Horizon), DI Dr. Mario J. Müller (Emerald Horizon) © Fuchs

Florian Wagner, CEO und Gründer der Emerald Horizon AG, und Markjan Vermeer, Managing Director von VDL ETG Technology & Development, unterzeichneten am 8. September das gemeinsame Ergebnisprotokoll zur operativen Umsetzung des Vertrags. 

Für Wagner markiert dieser Schritt die entscheidende Phase zwischen Labor und Fertigung: „Heute beginnen wir, die Lücke zwischen wissenschaftlichem Konzept und industrieller Fertigung zu schließen. Mit VDL haben wir einen Partner an unserer Seite, der eigene Ressourcen einbringt und das unternehmerische Risiko teilt. Wir bauen keine Fabrik von Grund auf neu – wir nutzen bestehende Hochpräzisionsanlagen. Das spart Zeit sowie Kapital und bringt uns schneller an den Markt.“

Warum der Loop das Herzstück des SMRX ist

Vier Hardware-Revisionen des Loops wurden bereits im LaboraTHorium in Graz getestet. Mario J. Müller, Vice President R&D bei der Emerald Horizon AG, erläutert: „Der Loop wird bei jenen Temperaturen betrieben, die auch während des aktiven Reaktorbetriebs herrschen. Die eingesetzten Materialien, die Pumpen, die Dichtungen, die Messtechnik – all das muss im Dauerbetrieb erprobt werden.“ Die Einsatzzeit unter Last ist dabei der entscheidende Faktor. „Wir müssen wissen, wie sich Werkstoffe, Strömung und Wärmeübertragung über Jahrzehnte verhalten, und dafür benötigen wir belastbare Daten aus dem kontinuierlichen Hochtemperatur-Betrieb“, so Müller. Thorium benötigt keine Anreicherung, im Betrieb entstehen praktisch keine Transurane und die verbleibenden Spaltprodukte klingen innerhalb von Jahrzehnten ab.

Arbeitsteilung: Reaktorphysik in Graz, Industrialisierung in Eindhoven

VDL überführt die Ergebnisse aus Graz für jede Komponente in ein industriell fertigbares Design. „Unsere Kooperation mit Emerald Horizon wird von dem gemeinsamen Ziel angetrieben, die Industrialisierung und Markteinführung der SMRX-Technologie zu beschleunigen. Gemeinsam mit unseren Forschungs-, Finanz- und kommerziellen Partnernetzwerken errichten wir das globale Ökosystem, das notwendig ist, um diese Nukleartechnologie schneller zur Marktreife zu führen“, erklärt Hans Priem, Vice President Business Development bei VDL ETG.

„Unser Fokus liegt darauf, komplexe Technologie in ein präzises, reproduzierbares und industriell tragfähiges System zu überführen und gleichzeitig kritische Herausforderungen wie Korrosionskontrolle, Materialauswahl und Hochtemperatur-Prozesse zu lösen“, betont Markjan Vermeer, Managing Director of VDL ETG T&D.

Graz bleibt das weltweite Forschungs- und Entwicklungszentrum von Emerald Horizon und behält die Systemführerschaft. VDL agiert als industrieller Tier-1-Partner für Co-Development, Co-Engineering sowie die Serienvorbereitung, bringt eigene Ressourcen ein und teilt das unternehmerische Risiko.

Roadmap zur Serienproduktion

Das Hybridspeichersystem DUALstorePLUS von Emerald Horizon kann bereits bestellt werden. Die Batteriemodule des E-store sind kommerziell verfügbar; die Auslieferung der Hochtemperatur -Speichereinheit CALstore ist ab 2028 geplant. Für den SMRX ist der voll integrierte Prototyp für 2029 vorgesehen, gefolgt vom Start der industriellen Serienproduktion ab 2031. Diese Zeithorizonte stellen Zielwerte auf Basis der aktuellen Projektplanung dar.

Österreich: Speicher ja, Reaktor international

Emerald Horizon respektiert das österreichische Atomsperrgesetz von 1978 in vollem Umfang. In Österreich wird ausschließlich das nicht-nukleare Speichersystem DUALstorePLUS vertrieben. Bau und Betrieb des SMRX erfolgen international. Die Arbeiten im LaboraTHorium in Graz bewegen sich im Rahmen der bestehenden behördlichen Genehmigungen; in Graz findet kein Reaktorbetrieb statt.

Wagner ordnete den Standort in einen europäischen Kontext ein: „Die Systemführerschaft und unsere Spitzenforschung bleiben fest in Graz verankert. Drei der vier österreichischen Mitglieder der EU SMR Alliance kommen aus der Steiermark. Das ist ein deutliches Signal für die europäische Technologiesouveränität.“

[Quelle: PA Emerald Horizon, 08.09.2026]

 

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Veronika Pranger
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