HyCentA baut Flüssigwasserstoff-Forschung aus

Hochspezialisierte Forschungs- und Testinfrastruktur in Oberösterreich soll Flüssigwasserstoff-Technologien für Industrie beschleunigen.
Das Liquid Hydrogen Lab wurde von der HyCentA-Geschäftsführung gemeinsam mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik und Forschungsförderung am künftigen Standort in Enns präsentiert. Copyright: Land OÖ, Max Mayrhofer
Das Liquid Hydrogen Lab wurde von der HyCentA-Geschäftsführung gemeinsam mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik und Forschungsförderung am künftigen Standort in Enns präsentiert. Copyright: Land OÖ, Max Mayrhofer

Das Hydrogen Research Center Austria – kurz HyCentA – erweitert seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Flüssigwasserstoff. Mit dem Liquid Hydrogen Lab (LHL) entsteht am neuen Standort in Enns eine hochspezialisierte Forschungs- und Testinfrastruktur für Flüssigwasserstoff und kryogene Technologien. Baubescheid und Betriebsanlagengenehmigung liegen vor. Das Projekt befindet sich in der Umsetzungsphase. Die Inbetriebnahme des LHL ist bereits für das erste Quartal 2027 geplant.

 

Mit einem Investitionsvolumen von rund 6,6 Millionen Euro erweitert das LHL die bestehenden Forschungsaktivitäten von HyCentA in Graz um umfassende Möglichkeiten zur Entwicklung, Prüfung und Validierung von Flüssigwasserstoff-Technologien. Die Errichtung des LHL wurde durch eine F&E-Infrastrukturförderung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) im Rahmen des FFG-Programms „Energieforschung 2024 FTIFokusinitiativen“ ermöglicht. Von der neuen Forschungs- und Testinfrastruktur sollen insbesondere Anwendungen in Industrie, Luft- und Raumfahrt, Straßen- und Schienenverkehr sowie in der Schifffahrt profitieren.

Top-3-Forschungsplayer in Europa

Das Vorhaben wurde von der HyCentA-Geschäftsführung gemeinsam mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik und Forschungsförderung am künftigen Standort in Enns präsentiert. TU Graz-Rektor Horst Bischof betonte bei der Begrüßung: „Gemeinsam mit dem HyCentA hat die TU Graz ihre Wasserstoffinitiativen im Research Center „Green Hydrogen and Fuel Technologies“ gebündelt. Mit mehr als 300 Forschenden ist sie damit ein Top-3-Forschungsplayer in Europa. Mit dem Liquid Hydrogen Lab schaffen wir eine Forschungsinfrastruktur für Technologien, die bei der Transformation von Industrie und Mobilität eine wichtige Rolle spielen. Entscheidend ist, Forschungserkenntnisse gemeinsam mit der Industrie möglichst rasch in konkrete Anwendungen zu überführen. Genau dafür steht die TU Graz gemeinsam mit HyCentA seit mehr als 20 Jahren.“ 

„Dieser Anlass steht nicht nur für den Ausbau einer Forschungsinfrastruktur, sondern auch für eine erfolgreiche Zusammenarbeit über Bundesländergrenzen hinweg. Mit der TU Graz verbindet die UAR seit vielen Jahren eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Ansiedlung von HyCentA am Standort Enns ist die konsequente Fortsetzung einer erfolgreichen Partnerschaft über das UAR Innovation Network“, sagt UAR-Geschäftsführer Wilfried Enzenhofer. Mit dem neuen Standort wird HyCentA noch stärker in das UAR Innovation Network eingebunden. Für Oberösterreich markiert das Liquid Hydrogen Lab einen weiteren wichtigen Meilenstein beim Ausbau seiner Wasserstoffkompetenzen. Das Liquid Hydrogen Lab ist ein zentraler Baustein bei der Umsetzung der Wasserstoff-Offensive OÖ 2030 und stärkt den Forschungs- und Innovationsstandort Oberösterreich in einem der wichtigsten Zukunftsfelder der industriellen Transformation.

HI2 Valley

Beitrag zum europäischen Wasserstoff-Leuchtturmprojekt HI2 Valley HyCentA zählt zu den zentralen Akteuren der österreichischen und europäischen Wasserstoffforschung. Als Kernpartner der österreichischen Wasserstoffinitiative WIVA P&G, Partner im europäischen Leuchtturmprojekt HI2 Valley (Hydrogen Industrial Inland Valley) sowie Mitglied des Forschungsnetzwerks Hydrogen Europe Research ist das Zentrum eng in nationale und internationale Innovationsnetzwerke eingebunden. Der neue Standort in Oberösterreich stärkt die Forschungsachse im Rahmen von HI2 Valley, das Kärnten, die Steiermark und Oberösterreich zu einem gemeinsamen Wasserstoffraum verbindet. 44 österreichische und internationale Unternehmen und Institutionen arbeiten im HI2 Valley entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette zusammen. „Mit HI2 Valley gestalten wir gemeinsam mit unseren Partnerregionen die europäische Wasserstoffzukunft aktiv mit. Der neue HyCentA-Standort stärkt diese überregionale Innovationsachse und festigt Oberösterreichs Rolle als führenden Forschungs- und Wirtschaftsstandort für Wasserstofftechnologien in Europa“, erklärt Landesrat Markus Achleitner.

 

[Quelle: OTS, PA Land Oberösterreich, 04.09.2026]

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Veronika Pranger
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