Pionierarbeit: Grazer forschen an Ammoniak Antrieb 

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Das LEC forscht an einer nachhaltigen Alternative für den Antrieb von Großmotoren und hat am Campus der TU Graz eine Forschungsanlage für Ammoniak als Treibstoff in Betrieb genommen. Dieser soll, dank Strom aus Solar- und Windenergie, CO2-neutral hergestellt werden und könnte die Schifffahrt revolutionieren. Weltweit könnten fünf Prozent an CO2 eingespart werden.

Volle Kraft voraus: Klimaneutrale Schiffe erobern die Weltmeere

In 30 Jahren könnte laut Experten jedes 4. Schiff mit Ammoniak laufen. Das Gas gilt als klimafreundliche Alternative zu Öl, wenn es durch Elektrolyse mittels Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Nur dann besteht es aus grünem Wasserstoff und Stickstoff, den man zusätzlich aus der Luft ziehen kann und enthält keinen Kohlenstoff. Bei der Verbrennung wird also kein schädliches CO2 freigesetzt. Zudem ist Ammoniak als Treibstoff bei geringerem Druck und damit leichter zu lagern als reiner Wasserstoff. Um wirklich alle Verbrennungsrückstände zu vermeiden, klappt es jedoch nur mit einer Brennstoffzelle. Hier wird Ammoniak nicht verbrannt, sondern vollständig in Wasserstoff und Stickstoff zurückverwandelt. Aus dem Wasserstoff erzeugt dann eine Brennstoffzelle elektrischen Strom.

Bis zu fünf Prozent weniger CO2 weltweit dank Ammoniak Tank

Die Forschungsanlage, die im Wesentlichen aus Speicher und Lagerung von Ammoniak besteht, wurde gemeinsam mit dem Industriepartner Linde Gas errichtet und könnte zu einer erheblichen Reduktion von CO2 beitragen. Große Schiffsmotoren könnten umgerüstet, deren Lebensdauer um 20 bis 30 Jahre verlängert werden. Bis zu fünf Prozent des weltweiten CO2- Ausstoßes könnten vermieden werden. Die am Campus aufgebaute Ammoniak-Infrastruktur sei europaweit einzigartig und zähle zu den weltweit ersten.

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Nina Simon
LEC Graz