ZERsiedelt-Forschungsergebnisse: Graue Energie im Wohnbau immer relevanter

6. Juni 2011

 

 

Forschungsprojekt ZERsiedelt
Akaryon koordiniert das durch den Klima- und Energiefonds unter Neue Energien 2020 geförderte Forschungsprojekt ZERsiedelt, in dessen Rahmen bis dato wenig beleuchtete energie- und kostenrelevante Aspekte im Kontext Zersiedelung erforscht werden.
Das Projekt steht kurz vor dem Abschluss und fokussiert nun auf Dissemination – ein paar der wichtigsten Ergebnisse hier kurz zusammengefasst:

Graue Energie ist eine immer relevanter werdende Größe im Wohnbau
Graue Energie ist – bezogen auf Wohnbau – jene Energie, welche in Errichtung und Instandhaltung von Bauten und zugehöriger Infrastruktur wie Straßen, Leitungen etc. gesteckt werden muss. Verglichen wurde die Graue Energie mit der Energie für Heizen, Warmwasser und Haustechnik über die gesamte Gebäude-Betriebsphase von etwa 100 Jahren.
Es zeigte sich, dass der Anteil der Grauen Energie seit 1970 laufend zunimmt. Aktuell entfällt bei Mehrfamilienhäusern etwa 25% des Gesamtenergieaufwands auf die Graue Energie, bei Einfamilienhäusern sind es sogar etwa 35% – verglichen wurden dabei jeweils bezogen auf 100 m2 Bruttogeschoßfläche.
Eine Tatsache, die eindeutig dafür spricht, dass die Graue Energie in bau- und raumplanerische Entscheidungen mehr Berücksichtigung finden sollte.
Individuelle Analysen dieser Daten sind über den Grauen-Energie-Rechner Wohnbau möglich!

Bedeutung der Grauen Energie im Kontext sämtlicher Energieaufwände in Österreich
Hochgerechnet auf Gesamt-Österreich ergeben sich für das Jahr 2010 nahezu 12.000 GWh Primärenergieaufwand für die Errichtung neuer Wohnbauten und zugehöriger Infrastruktur, was in etwa dem jährlichen Energieverbrauch des Burgenlands entspricht. Kumuliert über den Betrachtungszeitraum von 1970 bis 2010 wurden  440 TWh in die Errichtung von Wohngebäuden inklusive siedlungszugehöriger Infrastruktur gesteckt. Das ist mehr als der gesamte Energieverbrauch Österreichs in einem Jahr.

Weitere Forschungsergebnisse: Peak Oil und zu erwartende Energiekosten, umweltkontraproduktive Maßnahmen als Treiber der Zersiedelung
Da besonders viel graue Energie in – für Österreich besonders relevant – zersiedelte Strukturen fließt, wurden im Projekt auch die Treiber der Zersiedelung nachfrage- und angebotsseitig untersucht. Analysiert wurden insbesondere sogenannte „umweltkontraproduktive Maßnahmen“ (Definition der OECD: „Environmentally Counterproductive Support Measures“), welche das Angebot (also die Wohnmöglichkeiten) beeinflussen und neben ihrem eigentlichen Zweck auch umweltschädliche Auswirkungen nach sich ziehen, indem sie Zersiedelung weiter fördern. Und gerade in zersiedelten Gebieten werden sich in bestimmten Haushaltskonstellationen im Zuge von Peak Oil steigende Energiekosten besonders drastisch auswirken …

Politikempfehlungen weiterlesen …
Abgleitet von all diesen Forschungsergebnissen, stellte das Projektteam – PartnerInnen waren die ÖGUT, das Zivilingenieurunternehmen FCP, das Ökologie-Institut und das Institut für Hochbau und Bauphysik der TU Graz – Politikempfehlungen zusammen. Nachzulesen unter www.zersiedelt.at.

Links:
www.zersiedelt.at
http://www.zersiedelt.at/graue-energie-rechner-wohnbau/
www.akaryon.com

Quelle: akaryon Niederl & Bußwald OG / 02.06.2011

akaryon-graue-energie-rechner-wohnbau-201106

 

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