Wertvolle Deponien: Steiermark übernimmt führende Rolle bei Landfill Mining

10. Januar 2013

 

 

Altdeponien einer neuen Nutzung als Rohstofflager zuzuführen ist ein international hoch aktuelles Thema. Ausgehend von einer Initiative des Landes Steiermark (Abteilung A 14 Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit) wurde ECO WORLD STYRIA beauftragt, ein Pilotprojekt zu konzipieren. Die Montanuniversität Leoben setzt dank Forschungsgeldern des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) aus dem Förderprogramm BRIDGE der Forschungsförderungs-Gesellschaft FFG dieses Pilotprojekt in den kommenden 3 Jahren um.

Das Projekt „Landfill Mining Styria“ soll grundlegende Erkenntnisse für das „Mining“ – den Abbau – von Deponien in ganz Österreich liefern, um darauf aufbauend weiterführende Forschungsarbeiten für zukünftige Deponierückbaukonzepte und -projekte, Aufbereitungs- und Sortiertechnologien sowie Verfahren für die Sekundärrohstoffindustrie zu starten.

Aufgrund ihrer geologischen, abfall- und umweltwirtschaftlichen Gegebenheiten bietet die Steiermark ein ideales Terrain für die Umsetzung des Projektes Landfill Mining. „Vor allem in älteren Deponien finden sich auch Wertstoffe, die in Zeiten des stetig wachsenden Ressourcenbedarfs wieder einer Nutzung zugeführt werden sollten. Somit sind Deponien auch als mögliche Rohstofflager für die Wirtschaft von großem Interesse“, betont der steirische Nachhaltigkeits-Landesrat Johann Seitinger.

Die wissenschaftliche Begleitung wird von der Montanuniversität Leoben (Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft) in Kooperation mit der TU Graz übernommen.

„Wir von der Montanuniversität wollen die Deponie nicht als Problem, sondern als eine vom Menschen geschaffene Lagerstätte betrachten, die für die Zukunft nutzbar gemacht werden soll,“ so Univ.-Prof. DI Dr. Roland Pomberger dazu. Darüber hinaus befinden sich hier in der Steiermark, dem Green Tech Valley, innovative Technologieunternehmen der Branche, die eine Umsetzung tatkräftig unterstützen, Expertise und Know-How liefern.

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette beteiligen sich Technologie-Unternehmen und Deponiebetreiber aus der Steiermark und aus Niederösterreich an diesem richtungsweisenden Projekt: „Die Planungsbüros IUT und TB Hammer, die Anlagenbauer ANDRITZ Energy & Environment, Binder + Co, BT-Wolfgang Binder, Komptech, Kuttin und M-U-T, die Entsorger Saubermacher und NUA, die Deponiebetreiber AWV Liezen, Frohnleiten, Markt Hartmannsdorf und der Mürzverband sowie weitere Unternehmen der Branche wie Sensorspezialist EVK, Zementhersteller Lafarge und das Umweltlabor UTC.

Während der dreijährigen Projektlaufzeit sollen Fragestellungen in Hinblick auf die technologische Umsetzung, die Wirtschaftlichkeit des Landfill Minings, den Wertstoffgehalt der Deponie, als auch gesetzliche Rahmenbedingungen beantwortet werden. Neben der Entwicklung theoretischer Modelle werden In-Situ-Versuchsreihen bei ausgewählten Deponien durchgeführt. Die gewonnenen Erfahrungen münden schließlich in die Ausarbeitung zukunftsfähiger, normativer Rückbaustrategien und Standards sowie in Ansätze zur Qualitätssicherung der gewonnen Wert- und Energiestoffe.

Rückfragehinweis: DI Sabine Seiler ECO WORLD STYRIA, +43 316 40 77 44-18, seiler@eco.at

 

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