Symposium – Redesign the Future

10.05.2021

„Redesign the future“ – so lautet der Titel des Online-Symposiums im Designmonat Graz, das von der FH JOANNEUM und der Creative Industries Styria in Zusammenarbeit mit dem Green Tech Cluster veranstaltet wird. In drei Panels präsentieren internationale Speaker Lösungen und Best-Practice-Beispiele für das Großprojekt der Zukunft – nämlich die Rettung derselben. Design wird dabei eine entscheidende Rolle übernehmen.

Eigentlich war die Zukunft schon geplant. Man kannte die Probleme und auch die Lösungen. Umsetzen war angesagt. Und dann kam alles anders, und zwar ganz schnell. „Morgen ist das Heute schon wieder von gestern“, sagt man dann gerne. Also zurück an den Start. Es geht heute mehr denn je darum, die Zukunft neu zu denken und neu zu gestalten. Das ist auch das große Thema des Online-Symposiums, das sich der Zukunft auf unterschiedliche Art und Weise nähert. Dafür wird es auch einen philosophischen und spirituellen Unterbau brauchen, wie Stuart Walker in seinem aktuellen Buch „Design and Spirituality“ beschreibt. Er wird das Symposium mit einer Keynote eröffnen. Danach folgen 3 Panels, die sich folgender Themen annehmen: die Zukunft der Designausbildung, das komplexe Themenfeld Klima im urbanen Raum sowie Design, das den Menschen noch stärker ins Zentrum rückt.

Tag 1 – Montag, 10. Mai 2021

Keynote: Stuart Walker

Professor Stuart Walker hat den Lehrstuhl für Design für Nachhaltigkeit an der Lancaster University in Großbritannien inne, wo er das ImaginationLancaster Design Research Lab mitbegründet hat. Seine Forschung untersucht ökologische, soziale und spirituelle Aspekte der Nachhaltigkeit. www.stuartwalker.org.uk

Abstract
Titel: Design after a pandemic

Das Ausmaß der Auswirkungen von COVID-19 bedeutet, dass der Handlungsbedarf auf globaler Ebene einzigartige Möglichkeiten dafür bietet, Gesellschaften neu zu definieren, wobei der Schwerpunkt auf Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit liegen sollte, um eine positivere und hoffnungsvollere Zukunft für alle zu gewährleisten. Dabei müssen wir jedoch darauf achten, den Weg zur Genesung nicht einfach mit derselben Sprachregelung und demselben Denken zu gestalten, die uns in unsere gegenwärtige prekäre Lage gebracht hat. Ein entscheidender Aspekt besteht darin, unser fortschrittsorientiertes Denken abzulegen, das so lange so viel Schaden angerichtet hat. In diesem Vortrag wird untersucht, wie Design zu dieser Genesung beitragen kann. Dabei ist es essenziell, solche Formen des Designs abzulehnen, die Innovationen um ihrer selbst willen und endlos oberflächlich Neues hervorbringen. Stattdessen erfordert es neue Formen kontextuellen Designs, dessen Ergebnisse nicht nur umweltbewusst, sondern auch Manifestationen ethischen Verhaltens und bedeutende Beiträge zur menschlichen Kultur sind.

Panel 1: THE FUTURE OF DESIGN EDUCATION
hosted by FH JOANNEUM, Karl Stocker
Moderation: Karl Stocker

Design hat die Entwicklung der Menschheit von Anfang an begleitet und war speziell in den letzten 150 Jahren aktiv an der Entwicklung moderner Industriegesellschaften beteiligt. Daraus entsteht für die Zukunft eine hohe gesellschaftliche Verantwortung, was sich auch in den Curricula der Universitäten und Fachhochschulen widerspiegelt. „Design wird in den Designausbildungen weltweit als Verbesserung des Status quo und als Innovation beschrieben“, so Karl Stocker, Kurator des Symposiums und Leiter des Instituts Design und Kommunikation an der FH JOANNEUM. Das widerspricht der landläufigen Auffassung, dass Design allein auf ästhetische Formgebung abziele. Es geht vielmehr um eine ganzheitliche Perspektive, die auch ethische und moralische Aspekte berücksichtigt. Eine moderne Designausbildung ist somit auch eine Investition in die Gestaltung der Zukunft. Dazu referieren Kerstin Scheuch von der CENTRO-Universität in Mexiko City, Lorenzo Imbesi von der Sapienza University Rome und Luisa Bocchietto von der Citta del Arte in Biella.

Tag 2 – Dienstag, 11. Mai 2021

Panel 2: URBAN CHANGING CLIMATE
hosted by Green Tech Cluster
Moderation: Bernhard Puttinger

Das zweite Panel stellt das Thema Klima ins Zentrum, mit einem Fokus auf die besonderen Herausforderungen im urbanen Raum. Heute arbeiten bereits 80 Prozent der weltweiten Bevölkerung in Städten und großen Agglomerationen, vor allem in Asien und Lateinamerika. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Städte, denen der Klimakollaps droht, wenn nicht wirkungsvoll gegengesteuert wird. Dafür braucht es Ideen, politischen und städtebaulichen Willen und auch eine geeignete Infrastruktur, die es etwa ermöglicht, Energie auf lokaler Ebene zu produzieren, zu speichern und zu verbrauchen. Und: „Es braucht gut durchdachte Lösungen, damit Menschen die Klimawende aktiv und bilanziell wirkungsvoll vorantreiben“, so Bernhard Puttinger, Geschäftsführer des Green Tech Clusters, der Kooperationspartner des Symposiums ist. Die zentrale Frage dabei ist: Wie kann Technologie Hand in Hand mit den Menschen gehen? Antworten darauf liefern Karlheinz Boiger vom Breathe Earth Collective (siehe dazu auch Seite 14 in diesem Magazin) und die Architektin und Stadtplanerin Aglaée Degros von der Technischen Universität Graz.

Panel 3: Designing for People
hosted by FH JOANNEUM
Moderation: Sigrid Bürstmayr

Bei allen unterschiedlichen Aufgaben von Design bleibt eines immer gleich: Design ist für den Menschen gemacht, und der Mensch steht folglich auch immer im Zentrum von Design. Dass dabei nicht alles überall gleich geeignet und sinnvoll ist, zeigt das dritte Panel des Symposiums. „Design ist immer auch abhängig vom kulturellen, geografischen und sozio-ökonomischen Background, in dem es entsteht“, meint Sigrid Bürstmayr, Designerin und Lehrende am Institut Design und Kommunikation der FH JOANNEUM. Dementsprechend heterogen sind auch die Speaker des Panels. Mariana González de la Rosa von der Universidad Puebla in Mexiko spricht darüber, wie soziale und solidarische Ökonomien im Designbereich vorangetrieben werden können, gerade auch vor dem Hintergrund teils schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse. Weitere Beiträge kommen von Angus Campbell von der Elam School of Fine Arts at the University of Auckland/Neuseeland sowie vom Designer und Designvermittler Emanuel Barbosa von der Designhochschule ESAD in Porto.

Weitere Informationen zum Symposium, der Link zum Livestream und das detaillierte Programm finden Sie online unter www.designmonat.at/event/redesign-the-future/

Kontakt

CREATIVE INDUSTRIES STYRIA GmbH
CIS
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