Steirische Firmen setzen auf Messe Hannover auf Nischentechnologien

6. Mai 2013

 

 

Hannover/Graz (APA) – Steirische Technologieunternehmen wollen auf der Hannover Messe – der weltgrößten Industrie-Leistungsschau – mit ausgefallenen Nischenprodukten punkten, speziell im Bereich Industrial Green Tec. Der international agierende Motorenhersteller AVL List präsentiert u.a. eine mit Diesel betriebene kleine Brennstoffzelle, die aufgrund ihrer Geräuschlosigkeit ideal für den Einsatz z.B. auf Yachten wäre.

Wirtschaftslandesrat Christain Buchmann (V), der mit einer Delegation des Umwelttechnologieclusters Eco World Styria die Messe besuchte, sprach davon, dass die Steiermark bei ihrer Wirtschaftsstrategie mit Fokus auf Umwelttechnologie und erneuerbaren Energien auf das richtige Pferd gesetzt habe.

AVL List fokussiert wieder verstärkt auf die Brennstoffzellen-Technologie, da sich laut dem Bereichsmanager Jürgen Rechberger herausgestellt habe, dass in den nächsten 30 Jahren im E-Mobility-Bereich es wohl keine Batterien geben werde, mit denen man im günstigsten Fall weiter als 500 Kilometer fahren könne. 2002 sei man in die Brennstoffzellen-Technologie eingestiegen, bis 2010 habe man Grundlagenforschung betrieben. Die auf der Messe präsentierte, tragbare SOFC kann im zivilen, militärischen und maritimen Bereich eingesetzt werden. Betrieben wird sie mit konventionellem Diesel, sie ist so gut wie geräuschfrei und hat keine Emissionen.

Beim Messe-Schwerpunkt Integrated Industry geht es um die zunehmende Verknüpfung von Werkzeug und Maschine durch intelligente Techniken („Industrie 4.0“). Ein Beispiel sind etwa Werksteile, die ihre Stanzmaschinen wissen lassen, wie sie sie zu bearbeiten haben. Aber auch lernende Maschinen gehören dazu, die sich selber mithilfe von Daten optimieren oder drohenden Verschleiß oder schlechte Verarbeitung rechtzeitig erkennen. In diese Kerbe schlägt beispielsweise ein Produkt von Alicona in Grambach bei Graz, die hochauflösende optische 3D-Messtechnik anbietet, im Bereich bis zu zehn Nanometer. Damit können zum Beispiel Rundummessungen von Präzisionswerkzeugen noch während der Herstellung vorgenommen werden. Aber auch forensische Institute setzen die Messtechnik zur Auswertung von Beweisen bei kriminellen Taten ein, so z. B. jenes von Den Haag.

Im Bereich Integrated Industry ist auch die Automation X mit rund 70 Mitarbeitern aus Grambach bei Graz tätig: Angeboten wird ein spezielles Programm, das Energieverluste in den Abläufen erkennt und Steuerung bzw. Verbrauch optimieren kann. Speziell interessant ist dies für Betriebe mit einem Verbrauch von zehn GW aufwärts. Das Produkt kann bei schlüsselfertigen Anlagen integriert werden, ist aber vor allem zur Nachrüstung von Betrieben gedacht. Nach Angaben von Automation X kann Energie im Ausmaß bis zu zweistelligen Prozentzahlen eingespart werden. Die Firma Q-Punkt begleitet mit ihren Programm u.a. die Entwicklungsprozesse von Firmen, wobei u.a. mit dem gezielten Platzieren von Wärmeschutzteilen höherer Verschleißschutz erreicht wird. Ein anderes Produktfeld ist mit dem Red Heat geöffnet, eine spezielle Oberflächenbeschichtung, die z. B. das Vereisen von Propellern von Windkraftanlagen und somit den gefürchteten „Eiswurf“ verhindert.

Der steirische Wirtschaftslandesrat Buchmann erklärte, die Messeteilnahme sei eine wichtiger Beitrag, um steirische Innovation international sichtbar zu machen und Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. „In den Nischen können sich die steirischen Unternehmen als ´hidden champ´ platzieren, das bringt Wirtschaftskraft ins Land“.

Die Hannover Messe ist die stärkste Leistungsschau der internationalen Industrie, an dem Branchentreffen vom 8. bis zum 12. April beteiligen sich 6.504 Aussteller aus 62 Ländern. Erstmals liegt der Anteil ausländischer Aussteller über 50 Prozent, nämlich bei 52, so Vorstandsmitglied Andreas Gruchow. Unter ihnen stellt China das größte Firmen-Kontingent (734), gefolgt von Italien (518), der Türkei (228) und dem heurigen „Partnerland“ Russland (176). Schwerpunkt der elf internationalen Leitthemen auf mehr als 236.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche ist die zunehmend vernetzte Industrie (Integrated Industry).

APA Jounal Energie, 10.4.2013

 

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