Steiermark übernimmt führende Rolle bei Landfill Mining

3. April 2013

 

 

Altdeponien einer neuen Nutzung als Rohstofflager zuzuführen ist ein international hoch aktuelles Thema. Ausgehend von einer Initiative des Landes Steiermark (Abteilung A 14 Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit) wurde „Eco World Styria“ beauftragt, ein Pilotprojekt zu konzipieren.

Die Montanuniversität Leoben setzt dank Forschungsgeldern des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) aus dem Förderprogramm BRIDGE der Forschungsförderungsgesellschaft FFG dieses Pilotprojekt in den kommenden drei Jahren um.

„Landfill Mining Styria“ heißt das Projekt und soll grundlegende Erkenntnisse für das „Mining“ – den Abbau – von Deponien in ganz Österreich liefern, um darauf aufbauend weiterführende Forschungsarbeiten für zukünftige Deponierückbaukonzepte und -projekte, Aufbereitungs- und Sortiertechnologien sowie Verfahren für die Sekundärrohstoffindustrie zu starten.

Lagerstätten mit Zukunftsnutzen

Aufgrund ihrer geologischen, abfall- und umweltwirtschaftlichen Gegebenheiten bietet die Steiermark ein ideales Terrain für die Umsetzung des Projektes Landfill Mining. „Vor allem in älteren Deponien finden sich auch Wertstoffe, die in Zeiten des stetig wachsenden Ressourcenbedarfs wieder einer Nutzung zugeführt werden sollten. Somit sind Deponien auch als mögliche Rohstofflager für die Wirtschaft von großem Interesse“, betont Johann Seitinger, Landesrat für Land- und Forstwirtschaft der Steiermärkischen Landesregierung.

Die wissenschaftliche Begleitung wird von der Montanuniversität Leoben (Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft) in Kooperation mit der TU Graz übernommen. „Wir von der Montanuniversität wollen die Deponie nicht als Problem, sondern als eine vom Menschen geschaffene Lagerstätte betrachten, die für die Zukunft nutzbar gemacht werden soll“, so Univ.-Prof. DI Dr. Roland Pomberger. Darüber hinaus befinden sich in der Steiermark, dem Green Tech Valley, innovative Technologie-unternehmen der Branche, die eine Umsetzung tatkräftig unterstützen, Expertise und Know-how liefern.

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette beteiligen sich Technologieunternehmen und Deponiebetreiber aus der Steiermark und aus Niederösterreich an diesem richtungs-weisenden Projekt: Die Planungsbüros IUT und TB Hammer, die Anlagenbauer AE&E, Binder + Co, BT Wolfgang Binder, Komptech, Kuttin und M-U-T, die Entsorger Saubermacher und NUA, die Deponiebetreiber AWV Liezen, Frohnleiten, Markt Hartmannsdorf und der Mürzverband sowie weitere Unternehmen der Branche wie Sensorspezialist EVK, Zementhersteller Lafarge und das Umweltlabor UTC.

Während der dreijährigen Projektlaufzeit sollen Fragestellungen in Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Landfill Minings, den Wertstoffgehalt der Deponie, als auch gesetzliche Rahmenbedingungen beantwortet werden. Neben der Entwicklung theoretischer Modelle werden In-Situ-Versuchsreihen bei ausgewählten Deponien durchgeführt. Die Erfahrungen münden schließlich in die Ausarbeitung zukunftsfähiger, normativer Rückbaustrategien und Standards sowie in Ansätze zur Qualitätssicherung der gewonnen Wert- und Energiestoffe.

 

 

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