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Solarthermische Großanlage für Friesach

11. Februar 2021

 

Das Fernwärmenetz der KELAG Energie & Wärme GmbH liefert in Friesach jährlich rund 15 Millionen Kilowattstunden Wärme. Ab Sommer 2021 werden 15% davon aus der neuen solarthermischen Großanlage von „Unser Kraftwerk“ stammen – dies entspricht dem Jahresbedarf von rund 500 Wohnungen. Die Anlage mit 436 Sonnenkollektoren und insgesamt 5.750 Quadratmetern Fläche wird die größte ihrer Art sein, die in Österreich bisher in einem Stück konzipiert worden ist. Die Sonnenkollektoren dafür produziert und liefert die Firma GREENoneTEC aus St. Veit an der Glan.


 

In Friesach betreibt die KELAG Energie & Wärme GmbH ein Biomasseheizwerk und liefert über ihr mehr als 10 km langes Fernwärmenetz rund 15 Millionen Kilowattstunden Wärme an ihre Kunden.

 

„Unser Kraftwerk“ errichtet große Solarthermieanlage und Pufferspeicher

Auf einem Areal südlich von Friesach errichtet „Unser Kraftwerk“ eine solarthermische Großanlage. Diese wird 436 Sonnenkollektoren und insgesamt 5.750 Quadratmetern Fläche wird die größte ihrer Art sein, die in Österreich bisher in einem Stück konzipiert worden ist. Die Anlage wird über eine 1,1 km lange Wärmeleitung mit dem 1.000 Kubikmeter großen Pufferspeicher verbunden werden, der beim bestehenden Biomasseheizwerk der KELAG Energie & Wärme GmbH situiert ist.

„Die Sonnenkollektoren haben eine maximale Leistung von 4 MW, sie werden Wasser auf bis zu 90 Grad Celsius erwärmen und in den Pufferspeicher leiten“, erläutert Gerhard Rabensteiner, Geschäftsführer von „Unser Kraftwerk“. „Die Solarthermie wird vor allem den Warmwasserbedarf der Kunden im Sommer decken, in der Übergangszeit aber auch zur Heizung beitragen.“ Die Kollektoren werden in den Boden gerammt, beim Bau wird kein Beton verwendet, sie können auch einfach wieder demontiert werden. Doch das ist derzeit kein Ziel, im Gegenteil. „Unser Kraftwerk“ und die KELAG Energie & Wärme GmbH haben einen Wärmeliefervertrag mit einer Laufzeit von 25 Jahren unterzeichnet.

 

Meilenstein für den Klimaschutz

Ab Sommer 2021 werden etwa 2,5 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr in Friesach aus Solarthermie kommen. „Das entspricht 15 % des Jahresbedarfes unserer Kunden beziehungsweise dem Jahresbedarf von rund 500 Wohnungen — das ist ein mutiger Schritt für den Klimaschutz in Kärnten“, betont Adolf Melcher, Geschäftsführer der KELAG Energie & Wärme GmbH. „Ein Solarthermieprojekt für die Fernwärme ist in dieser Größenordnung für Österreich neu, auch in anderen Bundesländern gibt es keine vergleichbaren Anlagen in dieser Dimension. Es müssen mehreren Voraussetzungen erfüllt sein, damit Solarthermie im großen Stil in ein Fernwärmesystem integriert werden kann“, erläutert Melcher. „Im Fernwärmesystem muss es auch im Sommer einen größeren Wärmebedarf der Kunden geben, in Friesach ist das der Fall. Zusätzlich sind geeignete Flächen für die Sonnenkollektoren in der Nähe des Fernwärmenetzes und einen großen Pufferspeicher notwendig, um auch einige Tage ohne Sonnenschein zu überbrücken. Unser Partner „Unser Kraftwerk“ erfüllt diese Voraussetzungen, sodass wir uns freuen, bereits im kommenden Sommer den kleineren Biomassekessel in unserem Heizwerk nur noch sporadisch betreiben zu müssen. In der Übergangszeit und im Winter können wir mit der Nutzung des großen Wärmespeichers den Einsatz der beiden Biomassekessel optimieren, das ist ein weiterer Vorteil.“

 

Kärntner Sonnenkollektoren für Vorzeigeprojekt in Friesach

Die Sonnenkollektoren für die größte Solarthermieanlage Österreichs produziert und liefert die Firma GREENoneTEC aus St. Veit an der Glan, Weltmarktführer in der Produktion von thermischen Sonnenkollektoren. Für Geschäftsführer Robert Kanduth ist diese Anlage ein Vorzeigeprojekt. „Diese Anlage ist mit ihrer Konzeption die größte in Österreich. Nun müssen wir mit Interessierten nicht mehr nach Dänemark reisen, um ihnen zu zeigen, wie Solarthermie im großen Stil funktioniert.“ Kanduth freut sich, dass drei heimische Firmen dieses Projekt umsetzen, sein eigenes Unternehmen, „Unser Kraftwerk“ und die KELAG Energie & Wärme GmbH. „Solarthermie ist die günstigste erneuerbare Energie“, betont Kanduth. „80 % der Wertschöpfung dieser Investition bleiben in Kärnten, ich hoffe, dass noch weitere Biomasseheizwerke mit Fernwärmesystemen in Österreich mit Solarthermie kombiniert werden.“

 

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