Rohstoffschätze in alten Mülldeponien

30. Oktober 2012

 

Jahrzehntelang wurde Müll in Deponien vergraben, jetzt will man in der Steiermark in einem Pilotprojekt die Rohstoffe aus diesen Abfällen verwerten. „Es geht um rund 32 Milliarden Kilogramm Müll, der auf alten Deponien ruht“, sagte der steirische Umweltlandesrat Johann Seitinger (ÖVP) am Montag. Dieser Müll sei eine große Ressource, moderne Technologien würden eine Nutzung der […]


 

Jahrzehntelang wurde Müll in Deponien vergraben, jetzt will man in der Steiermark in einem Pilotprojekt die Rohstoffe aus diesen Abfällen verwerten. „Es geht um rund 32 Milliarden Kilogramm Müll, der auf alten Deponien ruht“, sagte der steirische Umweltlandesrat Johann Seitinger (ÖVP) am Montag. Dieser Müll sei eine große Ressource, moderne Technologien würden eine Nutzung der deponierten Stoffe ermöglichen. Das Projekt heißt „Landfill Mining“ und wird in Kooperation mit der Montanuniversität Leoben, der TU Graz und dem Umweltcluster Eco World Styria umgesetzt.

Die Nutzung von Altdeponien als Rohstofflager ist international noch Neuland. In Anlehnung an eine ähnliches Forschugnsprojekt in Nordrhein-Westfalen wollen die Steirer in den kommenden Jahren einen Rückbau der Deponien betreiben. In der Grünen Mark gibt es 147 Deponien, 81 davon sind auch heute noch in Betrieb. Zudem existieren 384 registrierte Ablagerungen. Bei mehr als 40 Deponien wäre ein Rückbau technisch wie wirtschaftlich sinnvoll. „Das ist ein gewaltiges Potenial, allein wenn man an die Metallmengen denkt“, betont Roland Pomberger von der Montan-Uni Leoben. Bis zu vier Prozent des in der Vergangenheit deponierten Mülls dürften Altmetalle sein. Auch Energieträger wie Kunststoffe, Verbundstoffe, Holz und Gummi will man aus den Müllbergen gewinnen. In einer Zeit der Rohstoffknappheit gelte, sagt Pomberger, eine Deponie nicht mehr als Problem, sondern als wichitge Lagerstätte. „Landfill Mining“ verfüge aber auch noch über andere Vorteile: „Durch den Rückbau reduziert sich das Sickerwasser und die Gase: Die Deponien werden sicherer“. Zudem erspare man sich auch die sonst üblichen hohen Nachsorgekosten für die Mülldeponien.

Der steirische Nachhaltigkeitskoordinator Wilhelm Himmel schätzt die Kosten für das Heben der Rohstoffschätze auf 15 bis 20 Euro pro Kubikmeter Müll. Die Experten beraten noch, mit welchen Technologien dabei vorgegangen werden soll. Durch das Projekt „Landfill Mining“ wird an den bestehenden Standorten Platz für neuen Müll geschaffen. Das vorhandene Deponievolumen in der Steiermark reicht nur für elf Jahre.

Quelle: Salzburger Nachrichten, 30.10.2012

 

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