Reine Wasserspalterei

9. Januar 2013

 

Nur drei Firmen weltweit stellen Diamantelektroden her


 

Grüner Export. Im steirischen Green Tech Valley rund im weiten Umfeld von Graz tummeln sich 200 Firmen. Sie bestechen durch hohe Quoten für Export und Forschung. Eines davon ist die kleine Hightech-Schmiede pro aqua.


FAST EINZIGARTIG.
Durch dasTelefon ist das breite Grinsen auf Wolfgang Stabers Gesicht deutlich vernehmbar. „Ja, wir sind ein begehrter Übernahmekandidat. Aber derzeit ist das kein Thema.“ Staber ist Geschäftsführer und einer der führendenKöpfe von pro aqua, einem kleinen Unternehmen für Wasserbehandlung im steirischen Niklasdorf. Herz des Unternehmenserfolgs ist die Diamantelektrode, ein kleines selbst entwickeltesHightech- Teil. Weltweit stellen gerade einmal drei Firmen dieses Produkt her, sagt Staber. Die Diamantelektrode wird in Elektrolysezellen eingebaut.Damit wird Wasser in seine Bestandteile gespalten. Das Wasser wird sauber und desinfiziert. Ganz ohneChemie lassen sich so etwa Schwimmbäder reinigen. Ergänzt umweitereKomponenten lassen sich Apparatoberflächen in der Lebensmittelindustrie säubern.


Export.
Die Exportquote von pro aqua beträgt hundert Prozent. „Es hat sich einfach so entwickelt, dass wir keine Kunden inÖsterreich haben“, sagt Staber. Die Hauptmärkte sind dieUSA, die Schweiz und ein bisschen Deutschland. In die USA liefert pro aqua sein Produkt seit 2010 an den weltgrößten Whirlpoolproduzenten. Dieser konnte dank der Innovation aus der Steiermark die Härten abfedern, die sich in den USA durch die Immobilienkrise für die Branche ergeben haben.Marktbewerber seien in der Krise weggefallen, erklärt Staber, der Markt kleiner geworden, der Whirlpoolproduzent punkte durch bessere und neue Technologie.

Ein Umstand, der übrigens auch für Europa gelte. Durch die Krise habe sich die hohe Zahl an Whirlpoolproduzenten ziemlich reduziert.

Quote.

Seit 2002 gibt es pro  aqua. In den ersten acht Jahren habe die Firma vor allem Technologie entwickelt, sagt Staber. Seither sei pro aqua mit mehreren Produkten in der Kleinserie. Acht Mitarbeiter erwirtschaften derzeit einen Umsatz von 1,5 bis 1,7 Millionen Euro. Andererseits spielt Forschung und Entwicklung weiterhin eine große Rolle. 30 bis 40 Prozent des Umsatzes würden reinvestiert. „Wir vergeben Forschungsaufträge an Universitäten, alles im angewandten Bereich“, beschreibt Staber.DieUniversitätLeoben, dieTechnischeUniWien oder Dresden sowie die ETHin Zürich – der bisher größte Forschungsauftrag habe 200.000 Euro betragen, sagt Staber.


Ob ermit demStandort Steiermark zufrieden ist?Wieder das Lachen. „Ja, das ist historisch bedingt“, sagt er. Schließlich sei er hier geboren und aufgewachsen. Ideal sei aber auch die Nähe zu den Forschungsstätten.


CHRONIK

Was das Silicon Valley für Kalifornien ist, soll das Green Tech Valley imUmweltbereich für die Steiermark werden. Im Umkreis von bis zu einer Stunde rund umGraz befinden sich derzeit 200 Unternehmen aus diesemBereich. 16.000 Beschäftigte erwirtschafteten 2011 einen Umsatz von 3,2 Milliarden €. Das sei eine Verdopplung in nur fünf Jahren, so das Büro des steirischen Clusters für Umwelttechnik. Die Exportquote beträgt 90 Prozent.

Wirtschaftsblatt, 28.6.2012

 

Weitere News zu diesem Thema

Weihnachtsgeschenke mit Sonnenkraft

Sie suchen ein Geschenk für Ihre wichtigsten Mitarbeiter und Kunden das nicht gleich in der Ecke landet, sondern mit Ihrem Logo jeden Tag verwendet wird? Die SUNNYBAG GmbH bietet individuelle Co-Brandings mit Firmenlogo an, perfekt für Give Aways bzw. Weihnachtspräsente. mehr →


don’t waste//invest

Abfall ist ein wertvoller Stoff; um ihn zu verwalten und zu verarbeiten, sind Know-how und Technologie erforderlich. Wie können Abfallfraktionen unternehmerisch werden? Intelligente Lösungen dafür und mehr finden Sie hier. mehr →


Nachlese: Green Tech Summit 2020

Am 16. September fand der Green Tech Summit 2020 in den Wiener Börsesälen statt, wo sich rund 50 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer von Umwelt-Leitunternehmen mit Bundesministerin Gewessler trafen, um konkrete Anregungen für künftige Schritte zu geben. Wir haben für Sie die fachlichen Diskussion dokumentiert und zusammengefasst. mehr →