Österreich hat Kohleausstieg vollzogen

6. Mai 2020

 

Österreich ist als eines der ersten Länder der EU aus der Stromproduktion mittels Kohle ausgestiegen. Das letzte verbliebene Kraftwerk schloss im April 2020. Auf dem Areal errichtet Österreichs größter Stromversorger VERBUND, auch mit Unterstützung des Green Tech Clusters, ein Innovationszentrum für erneuerbare Energien. EU-weit ist der CO2-Ausstoß der Stromproduktion im vergangenen Jahr um 120 Millionen Tonnen CO2 (12 %) gesunken – so stark wie noch nie seit 1990.


 

Österreichs letztes Kohlekraftwerk hat den Betrieb eingestellt 

EU-weit ist der CO2-Ausstoß der Stromproduktion im vergangenen Jahr um 120 Millionen Tonnen CO2 (12 %) gesunken – so stark wie noch nie seit 1990. Insbesondere der gestiegene CO2-Preis macht Stromgewinnung aus Kohle weniger rentabel, dies spiegelt sich in einem Rückgang um 150 Terawattstunden (24 %) wider.

„Die Schließung des letzten Kohlekraftwerks ist ein historischer Schritt: Österreich steigt damit endgültig aus der Verstromung von Kohle aus und macht einen weiteren Schritt zum Ausstieg aus fossilen Energien. Bis zum Jahr 2030 werden wir Österreich zu 100 Prozent auf Ökostrom umstellen. Das Energiesystem wird sauber, leistbar und vor allem sicher umgebaut. Das bringt uns auch wirtschaftliche Unabhängigkeit: Wir geben derzeit zehn Milliarden Euro für Importe von Kohle, Öl und Gas aus. Ich freue mich, dass VERBUND mit dem Ausstieg aus Kohle vorzeigt, was wir erreichen können, wenn wir gemeinsam eine saubere Zukunft gestalten“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

„Mit diesem Tag erreichen wir einen großen Meilenstein: Österreich rückt ein Stück weiter in Richtung Klimaneutralität. Die Wirtschaft zeigt sich damit erneut als starker Partner im Kampf gegen den Klimawandel. Denn wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt, die wir nur dann erreichen können, wenn alle an einem Strang ziehen. Österreich zeigt mit der Schließung des letzten Kohlekraftwerks den Weg in eine nachhaltige Zukunft und wird zum Vorbild für andere in Europa. Der Umbau des Standortes zu einem Innovationsgelände ist ein gutes Beispiel, wie der Weg aus der fossilen Energiewelt hin zu einer innovativen und erneuerbaren Zukunft passieren kann“, so Staatssekretär im Umweltministerium Magnus Brunner.

„Die Kohleverstromung in Österreich ist Geschichte. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien und VERBUND wird auch in den kommenden Jahren einen bedeutenden Beitrag zum 100-Prozent-Ökostrom-Ziel leisten“, so VERBUND CEO Wolfgang Anzengruber. Das letzte Kohlekraftwerk produzierte 34 Jahre lang Strom und Wärme für die steirische Landeshauptstadt Graz und kann künftig bei Bedarf kurzzeitig mit dem Brennstoff Erdgas für die überregionale Stromnetzstützung eingesetzt werden „Am Weg von Old zu New Economy bleibt Mellach ein wichtiger Standort für uns, der ideale Voraussetzungen zur Entwicklung von Zukunftstechnologien bietet.“

 

Standort für die Energiezukunft

Mellach, zentral südlich von Graz gelegen und mit Anbindung über Straße, Schiene und Stromnetz, wird zum Innovations-Hub entwickelt: Mit Hotflex wurde eine Pilotanlage für Hochtemperaturelektrolyse und Brennstoffzellenbetrieb errichtet, bei der Strom in Wasserstoff umgewandelt wird. Auch großvolumige Batteriespeicher werden für den Einsatz als Pufferspeicher zum Beispiel bei Ultraschnellladestationen für die E-Mobilität am Standort getestet.

Mit der Einstellung des Kohlebetriebs im Fernheizkraftwerk Mellach ist VERBUND vollständig aus der Kohleverstromung ausgestiegen. In den vergangenen 15 Jahren wurden alle Kohlekraftwerksblöcke wie etwa in Dürnrohr, Voitsberg, Zeltweg oder St. Andrä stillgelegt. Die noch älteren Ölkraftwerke wie etwa Neudorf-Werndorf oder Pernegg wurden bzw. werden bis zur „grünen Wiese“ rückgebaut.

 

Geschichte Kraftwerk Mellach

Das Fernheizkraftwerk wurde von 1983 bis 1986 errichtet und konnte neben einer elektrischen Leistung von 240 Megawatt auch bis zu 230 Megawatt thermisch als Fernwärme vor allem für den Großraum Graz erzeugen. Seit der Inbetriebnahme im Dezember 1986 standen Kessel und Dampfturbine insgesamt etwa 180.000 Betriebsstunden lang im Einsatz. 34 Jahre lang lieferte das Fernheizkraftwerk etwa 80 Prozent der gesamten in Graz benötigten Fernwärme. Die zuverlässige Wärmelieferung aus Mellach bildete die Basis für den forcierten Ausbau der Fernwärmeversorgung in und südlich von Graz, was zu einem signifikanten Rückgang des Schadstoffausstoßes durch Einzelheizanlagen im Großraum der steirischen Landeshauptstadt führte.

Das Fernheizkraftwerk Mellach wurde bis zuletzt als hocheffiziente Kraftwerksanlage mit modernster Rauchgasreinigung betrieben und erzeugte in 34 Betriebsjahren mehr als 30 Milliarden Kilowattstunden Strom sowie 20 Milliarden Kilowattstunden Fernwärme. VERBUND wird die Kraftwerksanlage für die Anforderungen der sogenannten Engpassvermeidung auf der Brennstoffbasis Erdgas betriebsbereit halten. Das Kraftwerk kann somit bei Bedarf kurzzeitig zur überregionalen Stromnetzstützung abgerufen werden. In dieser Funktion steht auch das benachbarte Gaskombikraftwerk Mellach regelmäßig im Einsatz.

 

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