Neue Technologie für Biomasse

5. Juli 2019

 

Das K1 Kompetenzzentrum BIOENERGY 2020+ forscht an der Reduktion von Treibhausgasen bei der Biomassenutzung. Mit „Chemical Looping“wird anstelle von Luft, Metalloxid zur Verbrennung und zur Vergasung von Biomasse verwendet. Dadurch wird das beim Pflanzenwachstum gebundene Kohlendioxid nicht mehr in die Atmosphäre freigesetzt. Die Technologie soll insbesondere bei der Produktion von Strom und Wärme und für moderne Biotreibstoffe eingesetzt werden.


 

Neue Technologie für reine Luft mit Biomasse

 

Hocheffiziente Biomassenutzung und eine besonders vielversprechende Möglichkeit zur Reduktion von Treibhausgasen durch „Chemical-Looping“. Die notwendige Grundlagenforschung ist im Rahmen des kürzlich genehmigten COMET-Moduls nun möglich.

Die Reduzierung von Treibhausgasen ist eine der größten globalen Herausforderungen, denen wir uns heutzutage stellen müssen. Der Weltklimarat hat in seinem 2018 zur globalen Klimaerwärmung veröffentlichen Sonderbericht klar festgestellt, dass bis zum Jahr 2050 die Netto-Kohlendioxid-Emissionen auf Null begrenzt werden müssen, um die globale Erwärmung noch auf 1,5° C begrenzen zu können. Dies macht eine Entfernung des Treibhausgases CO2 (Kohlendioxid) aus der Atmosphäre notwendig, da in bestimmten Bereichen wie der Landwirtschaft und der Luftfahrt die Emissionen von Treibhausgasen nicht verhindert werden können.

 

Neuartige Technologie
Biomasse wird schon jetzt als CO2-neutrale Energiequelle angesehen und daher zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen eingesetzt, da das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 beim Wachstum der Pflanzen eingebunden wird. Mit Hilfe einer neuartigen Technologie, genannt Chemical Looping (CL), wird anstelle von Luft ein Feststoff (Metalloxid) zur Verbrennung und zur Vergasung der Biomasse verwendet. Dadurch kann das CO2 einfach und kostengünstig abgeschieden und auch als hochwertiger Grundstoff für eine Weiterverarbeitung bereitgestellt werden. Damit hat man eine CO2-negative Emissionstechnologie zur Verfügung, da das beim Pflanzenwachstum gebundene Kohlendioxid nicht mehr in die Atmosphäre freigesetzt wird. In Kombination mit Biomasse kann man mit diesem Verfahren somit eine negative CO2-Bilanz erzielen und einen wichtigen Beitrag gegen die globale Erwärmung leisten.

Diese vielversprechende Methode hat im Bereich der Biomasse bis jetzt einen sehr geringen Technologie-Reifegrad. Das soll nun aber mithilfe des kürzlich genehmigten COMET-Moduls „BIO-LOOP“ unter der Leitung des K1-Kompetenzzentrums BIOENERGY 2020+ geändert werden. Dabei sollen verschiedene Varianten dieser Technologie beforscht werden, wobei es vor allem um die Produktion von Strom und Wärme, hochreinem Wasserstoff für Brennstoffzellenautos sowie von Gasen als Rohstoffe für moderne Biotreibstoffe und biobasierte Materialien gehen soll.

 

Renommierte Forschungspartner
In den kommenden vier Jahren soll die Tauglichkeit der Chemical Looping Technologie für den Biomassebereich nachgewiesen werden und mit einer dafür entwickelten CFD-Simulations-Toolbox zur Prozessanalyse von Strömung, Temperaturen und chemischen Reaktionen technologisch beherrschbar gemacht werden. Für die BIOENERGY 2020+ ist das Projekt BIO-LOOP ein wichtiger Schritt hin zur verfolgten Vision, innovative Technologien und Systemlösungen für eine nachhaltige biobasierte Wirtschaft und zukünftige Energiesysteme zu schaffen. Mit BIO-LOOP festigt sich die langfristige Perspektive einer Gesellschaft, die frei von fossilem Kohlenstoff wirtschaftet. Eine solche Wirtschaft ist auch unbedingt erforderlich, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

Die Durchführung des geförderten COMET-Moduls erfolgt in vier Teilprojekten. Gemeinsam mit BIOENERGY 2020+ arbeiten hier renommierte Forschungspartner – unter anderem TU Graz, TU Wien und international anerkannte Institute – sowie Unternehmenspartner aus verschiedenen Branchen zusammen.

 

Wissenschaftliche Partner Firmenpartner
  • TU Graz (Institut für Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik)
  • TU Graz (Institut für Wärmetechnik)
  • TU Wien, (ICEBE)
  • Chalmers University of Technology
  • Spanish National Research Council (CSIC)
  • National Institute of Chemistry, Slovenia

 

  • Aichernig Engineering GmbH
  • AVL List GmbH
  • Rouge H2 Engineering GmbH
  • Syncraft Engineering GmbH
  • Urbas Energietechnik GmbH
  • Bertsch Energy GmbH & Co KG
  • Geocycle
  • Stadtwerke Graz AG

 

 

Weitere News zu diesem Thema

eologix gewinnt Energy Globe Award

Nach dem steirischen Landessieg gewann das Unternehmen auch den Energy Globes AUSTRIA in der Kategorie "Feuer". mehr →


Cluster-Empfang: Klimaschutz ist die neue Mondlandung

Der Green Tech Cluster-Empfang am 8. Juli im aiola im Schloss stand ganz im Zeichen von grünen Pionierleistungen. mehr →


Grüner Strom für Tansania

Das österreichische Unternehmen RP Global hat mit seinem Joint Venture JUMEME insgesamt 11 Photovoltaikanlagen und über 180 km an Nieder- und Mittelspannungsnetze in Tansania in Betrieb genommen. Damit können 20 Dörfer mit einer Gesamtbevölkerung von mehr als 80.000 Einwohnern erstmals mit Strom versorgt werden. Durch die Verfügbarkeit von sauberem Strom für Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser und Unternehmen sollen vor allem lokale wirtschaftliche Aktivitäten gefördert werden. mehr →