Nachlese: Circular Solution Roadshow 

Am 15. April präsentierten zehn Unternehmen ihre Umwelttechnik-Lösungen vor polnischen Entscheidungsträger*innen und überzeugten mit innovativem Know-how. Die virtuellen Pitches fanden im Rahmen der „Circular Solution Roadshow“ statt, einer gemeinsamen Veranstaltung von GreenTech Cluster, Außenwirtschaft Austria und Cleantech-Cluster der oö. Standortagentur Business Upper Austria.

Die Veranstaltung bot exklusive Einblicke in den polnischen Markt, die dortigen Schwerpunkte und Strategien in Bezug auf die Etablierung einer Circular Economy. Dabei wurde sichtbar: Der polnische Markt bietet für österreichische Unternehmen große Potenziale in diesem Bereich.

Mülltrennung als Problem
Olsztyn beispielsweise steht vor großen Herausforderungen. In der knapp 180 Tausend Einwohner großen Stadt findet quasi keine Mülltrennung statt. Das verhindert ein hochwertiges und effizientes Recycling. Das Problem von Olsztyn fängt also nicht „erst“ bei fehlenden Recyclingtechnologien an, sondern schon ganz am Anfang, weil die Stadt kein vernünftiges Abfallmanagementsystem für Hausmüll hat. Ein ähnliches Bild zeichnete die Stadt Rybnik von sich: Biomüll „verunreinigt“ durch Plastik und andere Störstoffe. Auch im Bereich Baurestmasse handelt die Stadt wenig effizient, weil alles manuell sortiert wird. Zumindest das will man bis 2022 ändern. Ab dann soll eine automatisierte Anlage Baurestmassen sortieren. Ähnlich die Situation in Lublin: Auch die rund 160 Kilometer südöstlich von Warschau gelegene Stadt soll nachhaltiger und kreislauffähiger werden.

Best Practice aus Österreich
Die O.Ö. Landes-Abfallverwertungsunternehmen GmbH machte den Auftakt und präsentierte, wie Abfallmanagement in Oberösterreich funktioniert. Neun weitere Unternehmen – sechs davon aus Österreich – folgten und stellten in 5-Minuten Pitches zu drei Themenfeldern ihre Umwelttechnik-Lösungen vor.

Recycling von Baustoffen
Die IFE Aufbereitungstechnik GmbH aus Waidhofen an der Ybbs/NÖ präsentierte Maschinenlösungen für Bau- und Abbruchabfälle. Der polnischen Markt ist kein Neuland für das Unternehmen. Eine Kompostieranlage in Katowice wird bereits mit ihren Maschinen betrieben. Das Unternehmen sieht in Polen vor allem einen Markt für den neuen Aeroselector, einer Trenntechnologie für C & D-Abfälle sowie für Kompost.

Die Rubblemaster GmbH stellte Lösungen für Bauschutt-Recycling vor. Die Kernkompetenzen des Linzer Unternehmens sind die Entwicklung, Vermarktung und der Service von mobilen Brechanlagen sowie die Produktion von eigenen mobilen Siebanlagen.

Das polnische Familienunternehmen MARBET WILL SP.zo.o hat eine weltweit einzigartige Technologie entwickelt, mit der fester oder flüssiger Schwefel in das Schwefelbindemittel SULSTAR umgewandelt werden kann. SULSTAR bietet viel mehr Anwendungsmöglichkeiten als traditioneller Portlandzement. Produkte auf Basis von SULSTAR werden seit mehr als 18 Jahren in Polen und im Ausland erfolgreich eingesetzt.

Energie aus Abfall
Das steirische Technologieunternehmen Botres Global GmbH baut hocheffiziente industrielle Bioraffinerien, die aus organischem Abfall durch anaerobe Vergärung saubere Energie produzieren, reines Wasser und hochwertigen Dünger.

Die Compost Systems GmbH aus Wels liefert effizientes Engineering und Produkte für die mechanische und biologische Behandlung von verschiedensten Abfällen.

Schließlich berichtete das polnische Unternehmen Monomer über chemisches Recycling, bei dem Kunststoffabfälle und ausgewählte organische Materialien in Energie und Kohle umgewandelt werden.

Recycling von Siedlungsabfällen
Im dritten Themenblock stellten die Saubermacher Dienstleistungs AG, die Werner und Weber GmbH sowie das polnische Unternehmen Protechnika Sp.zo.o. ihre innovativen Lösungen vor.

Services zum Schluss
Im Anschluss an die Pitches stellte A1 Europe verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten für Circular Economy Innovationen in Polen vor. Letztes Highlight der Circular Solution Roadshow war eine B2B-Session. Die Teilnehmer*innen nutzen die Möglichkeit, um mit polnischen Entscheidungsträger*innen zu diskutieren und zu netzwerken.

Kontakt

Johann Koinegg
Green Tech Cluster