Mit Hitze und Lanzen gegen Schadstoffe

17. November 2019

 

Die Leobener GM Remediation Systems saniert mit umweltfreundlichen „Hitzelanzen“ belastete Industriebrachen. Dabei werden die Lanzen bis zu 20 Meter tief im Boden versenkt und auf rund 1.200 Grad erhitzt. Dadurch verdampfen die Schadstoffe im Erdreich, die dann über Absauganlagen zu Katalysatoren geleitet und dort gereinigt werden. Bislang werden kontaminierte Flächen durch Aushub oder durch den Einsatz chemischer oder biogener Stoffe gereinigt.


 

Effiziente Sanierung kontaminierter Flächen

Ein im wahrsten Sinne des Wortes „heißes“ Eisen hat Gernot Beutle, Gründer der GM Remediation Systems aus Leoben, im Businessfeuer. Denn mit seiner Entwicklung zur thermischen Boden- und Grundwassersanierung werden Industriebrachen für den Wohnungsbau nutzbar gemacht – und das umweltschonend und schnell.

„Wenn chlorierte Lösungsmittel ins Erdreich gelangen, etwa bei industriellen Altanlagen, dann setzen sich diese bis ins Grundwasser fest. Sie verdunsten aber leicht, weshalb sie über die Mauern von Neubauten wieder aufsteigen und zu den darin lebenden Bewohnern gelangen können“, erklärt Beutle.

 

Mit heißen Lanzen in den Boden

Bislang macht man solch kontaminierte Flächen durch Aushub wieder „fit“, wobei das schadstoffbelastete Erdmaterial spezialdeponiert werden muss. Auch der Einsatz chemischer oder biogener „Infusionen“ ins Erdreich ist bei der Sanierung derartiger Grundstücke gang und gäbe. Doch Beutle geht hier mit seinem Expertenteam neue Wege, indem er Lanzen bis zu 20 Meter tief im Boden versenkt und diese auf bis zu 1.200 Grad erhitzt. Das lässt die Schadstoffe verdampfen, die von Absauganlagen zu Aktivkohlefiltern bzw. Katalysatoren geleitet und „eliminiert“ werden.

Das Prinzip der „Erderwärmung“ sei bislang in der Industrie eingesetzt worden, um Schweröle aus Böden zu gewinnen. Doch das System weiterzuentwickeln, um damit kontaminierte Flächen zu sanieren, das sei Neuland, verrät Beutle.
„Weltweit zählen wir nur eine Handvoll Mitbewerber“, berichtet Beutle, denn die üblichen Systeme seien günstiger, aber zeitintensiver und nicht immer möglich. „Unsere Variante ist für Spezialanwendungen konzipiert, beispielsweise wenn Böden besonders beschaffen sind oder es schnell gehen muss, etwa bei urbanen Grundstücksentwicklungsvorhaben.“

 

System weiter hochrüsten

Stichwort Entwicklung: Gemeinsam mit Forschern der Montanuni sei man dabei, die heiße Innovation in den kommenden zwei bis drei Jahren für die Austragung weiterer Schadstoffklassen „hochzurüsten“, verrät Beutle. Und er erzählt auch, dass dieses weiß-grüne Sanierungssystem bereits über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet: „Wir haben schon Anlagen nach Deutschland, Brasilien und China geliefert.“

 

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