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LEDs aus Bakterien

27. Februar 2020

 

Dr. Gustav Oberdorfer, TU Graz

Proteindesigner Gustav Oberdorfer von der TU Graz arbeitet gemeinsam mit Forschenden aus Spanien und Italien an umweltfreundlichen und günstigen Leuchtdioden. Das Ziel ist es, mithilfe von Bakterien völlig neuartige künstlich fluoreszierende Proteine zu entwickeln, die in weiterer Folge in LEDs zum Einsatz kommen. Die Proteine kommen in ihrer ursprünglichen Form in Meereslebewesen vor und werden von diesen als Lichtquelle, für die Jagd, die Kommunikation oder für den Selbstschutz genutzt.


 

Nachhaltige Leuchtmittel: LED aus bakterieller Produktion

 

Im FET Open-Projekt ENABLED arbeitet TU Graz-Proteindesigner Gustav Oberdorfer gemeinsam mit Forschenden aus Spanien und Italien an umweltfreundlichen und günstigen Leuchtdioden.

Die Basis für diese Vision wird am Institut für Biochemie der TU Graz gelegt, wo Gustav Oberdorfer und sein Team mithilfe von Simulationssoftware Proteine designt. „Für dieses Projekt analysieren wir fluoreszierende Proteinstrukturen aus der Natur und testen, wie wir sie verändern müssen, damit sie unterschiedliche, fluoreszierende organische Moleküle binden“, erklärt Oberdorfer. LEDs emittieren kurzwelliges blaues Licht, das durch eine Schicht anorganischer Leuchtmaterialien absorbiert und in längerwelligeres und damit energieärmeres Licht umgewandelt wird. Das gesamte Spektrum ergibt dann das weiße Licht, so wie wir es wahrnehmen.

Die Idee für das Vorhaben hat Oberdorfer gemeinsam mit den Kooperationspartnern aus Spanien und Italien entwickelt, die unabhängig voneinander am Thema gearbeitet haben und vielversprechende Erfolge verbuchen konnten.  

 

Umweltfreundliche LED-Beschichtung
Rubén Costa vom Madrider Institut für Höhere Studien (IMDEA) entwickelte eine stabile organische LED-Beschichtung als Alternative zu herkömmlichen LED-Beschichtungen, die üblicherweise aus problematischen Selten-Erdmineralien bestehen. Das Gemisch besteht aus organischen Polymeren, in die fluoreszierende Proteine eingebettet werden, die in Meereslebewesen vorkommen und von diesen als Lichtquelle für die Jagd, die Kommunikation oder für den Selbstschutz genutzt werden. Die Leuchtkraft dieser Kunststoffmatrix ist derzeit noch zu niedrig, um ganze Räume zu erhellen.

 

Organische Farbstoffe mit guter Lichtausbeute
Forschende des Departments of Chemistry der Universität Turin rund um Claudia Barolo beschäftigen sich wiederum mit der Synthese organischer Farbstoffe, die eine gute Lichtausbeute haben und in organischen Leuchtdioden (OLEDs) zur Anwendung kommen. Viele dieser Farbstoffe sind allerdings kostspielig und aufwendig in der Synthese. Im Rahmen des FET Open-Projektes suchen Barolo und ihr Team  nun nach einem gut geeigneten, mit minimalem Aufwand herzustellenden Farbstoff, der so verändert werden soll, dass er als künstliche Aminosäure in Proteine eingebaut werden kann.

 

FET Open-Projekt ENABLED vereint das Beste aus allen Teilbereichen
Das FET Open-Projekt ENABLED führt die Erfolge der Einzelgruppen nun zusammen. Das Ziel ist es, mithilfe von Bakterien völlig neuartige künstlich fluoreszierende Proteine zu entwickeln. Hierfür simulieren die Grazer Biochemikerinnen und Biochemiker zunächst tausende von verschiedenen hypothetischen Proteinen, die spezifisch an die synthetischen Farbstoffe binden sollen. Eine Handvoll dieser Proteine – nämlich jene, die dem Aufbau natürlich fluoreszierender Proteine am nächsten sind – werden anschließend als synthetische DNA-Konstrukte bestellt. Im nächsten Schritt untersuchen die Gruppen, ob diese Proteine wirklich jene Farbstoffe binden, für die sie designt wurden. Sobald sich das bestätigt, wird die Integration dieser neuen, artifiziellen fluoreszierenden Proteine in die Kunststoffmatrix getestet und auf ihre Verwendbarkeit in Bezug auf Bio-LEDs untersucht.
„Der Plan ist, dass wir die Proteine schlussendlich aus der Bakterienzelle heraus ‚ernten‘, wir einen Teil der Leuchtquellen also wachsen lassen“, hofft Oberdorfer auf einen Proof-of-Principle zum Abschluss des Projekts in vier Jahren.  

 

Kooperationspartner

Credit: Lunghammer - TU Graz

Credit: Lunghammer - TU Graz

 
 

Kontakt

Gustav Oberdorfer
TU Graz - Institut für Biochemie
+43 316 873 6462
gustav.oberdorfer@tugraz.at
http://www.tugraz.at/institute/ibc/home/

 
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