Künftig heißt es: Mit den Robotern arbeiten

6. Mai 2013

 

 

Die Produktionsprozesse in der Industrie ändern sich in atemberaubendem Tempo. In einigen Bereichen geben auch steirische Firmen den Takt vor.

Die Industrie steht weltweit vor immensen Herausforderungen. Eine noch höhere Produktivität, mehr Flexibilität – die Liste an Anforderungen ist lange. Der Schlüssel zu den gestiegenen Ansprüchen in der Fertigung wird in der immer stärkeren Vernetzung gesehen. Es geht um „intelligente Fabriken“, in denen das Werkstück mit der Maschine kommuniziert. Dem Roboter wird vom Werkstück etwa mitgeteilt, wo Schweißpunkte zu setzen sind oder welche Lackfarbe eingesetzt werden muss.


Im Rahmen der größten Industrietechnikmesse der Welt, die derzeit in Hannover über die Bühne geht, wurden diese Entwicklungen zum Leitthema erkoren. Damit gehen auch immer höhere Ansprüche an die Beschäftigten in der Industrie einher.

Für steirische Firmen bedeutet das: Die Qualifizierung der Mitarbeiter sowie Forschung und Entwicklung werden künftig eine noch größere Rolle spielen. Im Schnitt investieren Betriebe hierzulande 4,3 Prozent ihres Jahresumsatzes in F&E – die regional zweithöchste Quote in Europa, wie Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann betont. „Insbesondere die Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft, etwa in den Kompetenzzentren, trägt hier Früchte.“ Mehr als 6500 Aussteller präsentieren sich in Hannover auf einer Fläche von 236.000 Quadratmetern. Dass man auch als kleinerer steirischer Nischenplayer in diesem Getümmel „auffällig“ werden kann, beweisen u.a. Unternehmen wie Alicona aus Raaba, qPunkt aus Graz, die Radkersburger Metallwarenfabrik (u.a. mit Edel-Kunden wie Aston Martin und Bang&Olufsen), „Automation X“ aus Grambach oder DMH, Spezialist für Dichtungsdrehmaschinen aus Traboch und auf allen Kontinenten im Geschäft.

Alicona bietet hochauflösende 3D-Messgeräte, die bereits im Produktionsprozess kleinste Fehler bei Werkzeugen aufspüren, aber auch in der Forensik Anwendung finden. Automation X entwickelt Software, die das Energiemanagement großer Betriebe so optimiert, dass die Energiekosten signifikant gesenkt werden können. Die Grazer Firma qPunkt, bekannt als Entwicklungsschmiede für die Autoindustrie, hat mit der Fibag aus Stallhofen ein Joint-Venture namens Wind2Power gegründet. Gemeinsam steht man vor der Serienentwicklung von Kleinwindkraftanlagen für Einfamilienhäuser und Kommunen. Auch AVL List ist erstmals in Hannover vertreten und lotet aus, in welchen Industriezweigen die AVL-Entwicklungskompetenz (etwa im Bereich der Brennstoffzelle) noch zur Anwendung gebracht werden könnte. Ganz allgemein sei der Innovationsgrad in der Umwelttechnik besonders hoch, so Bernhard Puttinger, Leiter des Umwelttechnik-Clusters Eco World Styria. In Hannover präsentiert sich der Cluster auf einem spektakulären Messestand als „Green Tech Valley“ – in Anlehnung an die kalifornische IT-Hochburg Sillicon Valley“.

Kleine Zeitung, 11.04.2013

 

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