Joanneum Research unterstütz EU-Projekt AMAZALERT mit 13 weiteren Forschungseinrichtungen

3. Oktober 2011

 

Neues Forschungsprojekt zwischen der EU und Südamerika zur Bedrohung Amazoniens durch Klimawandel und Entwaldung startet im Oktober 2011


 

» Die Entwaldung Amazoniens ging in den letzten 6 Jahren zurück, es scheint jedoch, dass dieser Abnahmetrend in diesem Jahr wieder zum Stillstand kommen könnte. Neben der Entwaldung leiden die Amazonas-Regenwälder auch unter dem Klimawandel. Umgekehrt spielen die Wälder eine wichtige regulierende Rolle für das Klima, die Niederschläge und den südamerikanischen Wasserkreislauf. Sind die Wälder Amazoniens, seine Wasserressourcen und seine Menschen in den kommenden Jahrzehnten aufgrund des globalen Klimawandels und der regionalen Entwaldung von Zerstörung bedroht? «

WissenschaftlerInnen aus 14 renommierten Europäischen und Südamerikanischen Forschungseinrichtungen haben nun ein ehrgeiziges Forschungsprogramm namens AMAZALERT gestartet, um vorauszusagen, wie sich die Amazonasregion über die kommenden Jahrzehnte entwickeln könnte. Einige bisherige Berichte behaupten, dass bei fortschreitendem Klimawandel und weiterer Rodung die Wälder Amazoniens von Vernichtung bedroht sind. Das Ziel von AMAZALERT ist, diese Behauptungen zu verifizieren und, falls sie zutreffen, Voraussagen zu entwickeln, wo, wann und wie diese Auswirkungen passieren könnten.

Das Forschungsteam unter der Führung von Dr. Bart Kruijt vom Dutch Wageningen University and Research Centre (WUR) und Dr. Carlos Nobre vom Brazilian National Space Research Institute (INPE) wird ein Frühwarnsystem erarbeiten, das die Anzeichen breiter Walddegradation erkennt und frühzeitigen Alarm ermög­licht, sobald sich irreversibler Waldverlust ankündigt. AMAZALERT wird außerdem die Auswirkungen und die Effektivität jener politischen Strategien und Maßnahmen bewerten, die gesetzt werden, um der Degradation Amazoniens vorzubeugen.

AMAZALERT wird mit 4,7 Mio. EURO durch das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU sowie durch nationale Eigenmittel der Partnerorganisationen gefördert. Das Treffen zum offiziellen Projektstart erfolgt vom 3. – 5. Oktober 2011 im Centre for Earth System Science von INPE, in São José dos Campos, Staat São Paulo, Brasilien.

Hintergrund:
Um seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen, wird das Team von AMAZALERT alle rele­vanten bereits existierenden Forschungs­arbeiten zum regionalen Klima(wandel), zur Gefährdung der Wälder und des Wasserkreislaufs, zur Entwaldung, zu den Auswirkungen der Gesetzgebung und zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Veränderungen im Amazonasbecken analysieren. Programme wie das Large Scale Biosphere­Atmosphere Experiment in Amazonia (LBA), haben beispielsweise bereits reichhaltige Informationen erarbeitet, ebenso globale Klimasimulationen, die für die IPPC Berichte durchgeführt wurden. Sie alle werden detailliert ausgewertet.

Klima­ und Vegetationsmodelle und deren Wechselwirkungen entwickeln sich jedoch beständig weiter und eine systematische Information über die Rolle der Menschen und der Gesellschaft im Funktionsgefüge des Amazonasraums fehlt bislang weitge­hend. Genau diese Wechselwirkungen und Rück koppelungen im System sind es, zu denen ein besseres Verständnis erforderlich ist, zum Beispiel, wenn man an die Wechsel­wirkungen zwischen der sich verändernden Landoberfläche und dem Klima der Region denkt.

Ein wichtiges Ziel ist es, den Ablauf des Wasserkreislaufs und die Rolle des Waldes dabei zu erfassen. Sollte dieser Prozess sich verändern, beispielsweise durch großmaßstäbigen Waldverlust, könnte das eine Zerstörung des amazonischen Ökosystems zur Folge haben.

AMAZALERT wird auch unser Verständnis von der Rolle des Feuers im Ökosystem verbessern, und Informationen bringen, wie Mensch, Landnutzung und Regierungen auf Veränderungen von Klima und Umwelt reagieren.

Stakeholder aus Institutionen und Regierungsstellen werden in das Projekt einbezogen werden, um ihre Perspektiven in die Entwicklung der Modelle einzubringen und sich an der Entwicklung des Plans für ein Frühwarnsystem beteiligen zu können.

Nach drei Jahren wird das Projekt massiv verbesserte Methoden anbieten können, die die Entscheidungsfindung zum künftigen Management der Amazonasregion unter­ stützen. Sie werden es ermöglichen, das Funktionieren der Systeme Amazoniens gezielt beobachten zu können, um irreversible Veränderungen seiner Umwelt zu vermeiden.

Das steirische Forschungsunternehmen JOANNEUM RESEARCH ist Teil des hochkarätigen internationalen Konsortiums von AMAZALERT. Diese Auszeichnung verdankt JOANNEUM RESEARCH der exzellenten internationalen langjährigen Vernetzung des Institutes RESOURCES­ Energieforschung und seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in den Themenbereichen Klimapolitik, Emissionshandel, Klimawandel und Landnutzungsänderung sowie Stakeholdermanagement.

Im Projekt AMAZALERT ist JOANNEUM RESEARCH maßgeblich für die Analyse der Auswirkung gegenwärtiger Klimapolitik auf den Amazonas, die Empfehlung wesentlicher künftiger Instrumente der Klimapolitik für den Amazonasraum und für die Verbreitung der Projektresultate in Wissenschaft und Gesellschaft zuständig

Projektwebsite: http://www.eu-amazalert.org/

Teilnehmende Institutionen:
-WUR (NL)
-INPE (BR)
-Met Office (UK)
-LSCE (FR)
-Universiteit Gent (BE)
-EMBRAPA (BR)
-PIK (DE)
-VU (NL)
-JOANNEUM RESEARCH (AT)
-University of Leeds (UK)
-University of Edinburgh (UK)
-FAN (BO)
-Universidad Nacional (CO)
-USP (BR)

Kontakt
JOANNEUM RESEARCH
Naomi PENA, MSc
Tel. 0 316 876­13 40
naomi.pena@joanneum.at

Dipl.-Forstw. DI Dorian FRIEDEN
Tel. 0 316 876­14 37
dorian.frieden@joanneum.at

Dr. Gudrun LETTMAYER
Tel. 0 316 876­24 15
gudrun.lettmayer@joanneum.at

Quelle: Joanneum Research / 01.10.2011

 

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