Internationales Spitzenlabor für Wasseruntersuchung in Graz

20. März 2013

 

„Wissen über Wasser“: JOANNEUM RESEARCH ist führend im Bereich der Isotopenhydrologie JOANNEUM RESEARCH misst und analysiert Umweltisotope in der Schweiz JOANNEUM RESEARCH verfügt über das weltweit genaueste Wasserlabor für die Untersuchung des stabilen Umweltisotops Sauerstoff-18. Das ergab ein weltweiter Ringversuch der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), der 2011 durchgeführt wurde und 137 Labors aus 53 Ländern testete. Mittels […]


 

„Wissen über Wasser“: JOANNEUM RESEARCH ist führend im Bereich der Isotopenhydrologie
JOANNEUM RESEARCH misst und analysiert Umweltisotope in der Schweiz 

JOANNEUM RESEARCH verfügt über das weltweit genaueste Wasserlabor für die Untersuchung des stabilen Umweltisotops Sauerstoff-18. Das ergab ein weltweiter Ringversuch der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), der 2011 durchgeführt wurde und 137 Labors aus 53 Ländern testete. Mittels Isotopenhydrologie können wertvolle Informationen über die Herkunft, Fließwege und Verweilzeit des Wassers analysiert werden und unter anderem Prognosen über die Auswirkungen von klimatischen Veränderungen auf den Wasserhaushalt gewonnen werden. Auch bei technischen Anwendungen ist dieses Wissen über Herkunft und Fließwege des Wassers besonders hilfreich und wird zum Beispiel bei der Planung von Tunnel-, Verkehrswege- oder Kraftwerksbauten als Unterstützung für komplexe Prognosemodelle für die Vorhersage der Auswirkungen von technischen Eingriffen eingesetzt. „So werden bei geplanten Wasserkraftwerken u.a. die Strömungsverhältnisse oder Veränderungen in der Qualität des Grundwassers prognostiziert“, erklärt Dr. Albrecht Leis, Leiter des Laborzentrums für Isotopenhydrologie und Umweltanalytik.

Derartige Untersuchungen liefern somit wertvolle Zusatzinformationen zur Lösung hydrologischer Fragestellungen und stellen eine wichtige Grundlage für die Erforschung und den Schutz von Trinkwasservorkommen dar. Eingesetzt werden die Isotope des Wassers – auch für die Untersuchung des Einflusses klimatischer Veränderungen auf den Wasserkreislauf und die Zirkulation von Seen

JOANNEUM RESEARCH setzt sich bei internationaler Ausschreibung durch und misst und analysiert die Umweltisotope in der Schweiz
Eines der jüngsten Projekte des Instituts RESOURCES: Ein landesweites Schweizer Messnetz sammelt Proben in Niederschlags-, Oberflächen- und Grundwasserstationen zur Messung der stabilen Umweltisotope. JOANNEUM RESEARCH setzte sich bei einer internationalen Ausschreibung gegen namhafte Institutionen durch und misst und analysiert über vier Jahre die Umweltisotope. Ausschlaggebend dafür war, dass JOANNEUM RESEARCH über ein ausgezeichnetes Isotopenlabor verfügt und gleichzeitig über langjährige Erfahrung in der Durchführung von Wasserprojekten sowie in der Interpretation von Messdaten, was spezielles Know-how und große Erfahrung der Experten verlangt. Dr. Albrecht Leis, Leiter des Laborzentrums, befasst sich seit 15 Jahren intensiv mit dem Thema Isotopenhydrologie und zählt zu den international renommierten Experten. Till Harum ist seit über 30 Jahren wissenschaftlicher Mitarbeiter in diesem Bereich und leitet unter anderem nationale und internationale Projekte zur Erkundung von Wasserressourcen.

JOANNEUM RESEARCH beschäftigt sich seit 1978 national und international mit Fragen des Managements und Schutzes der Wasserressourcen und ist in diesem Bereich eine der führenden außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die Mitarbeiter sind im In- und Ausland als wissenschaftliche Konsulenten sehr aktiv.

Österreich zählt zu den wasserreichsten Ländern Europas
Langjährige Beobachtung zeigt, dass Klimawandel Folgen für unsere Wasserressourcen hat
Die Daten des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft untermauern die Bedeutung des Wassers in Österreich: „Österreich ist mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von ca. 1.100 mm pro Jahr eines der wasserreichsten Länder Europas. Umgerechnet sind das ca. 92 km³ Wasser. Diese gewaltige Menge entspricht rund dem doppelten Volumen des Bodensees! Ca. 50% des verwendeten Trinkwassers kommen in Österreich aus Grundwasserressourcen und 50% aus Quellen.“ (Quelle: www.lebensministerium.at)

Somit wird Österreich im Gegensatz zu vielen anderen Ländern zur Gänze durch unterirdisches Grundwasser versorgt. Dementsprechend hat der Grundwasserschutz eine jahrzehntelange Tradition.

Erst Ende letzten Jahres wurde ein dreijähriges internationales Seenprojekt fertiggestellt, das Aufschluss über den Einfluss des Klimawandels auf den Wasserhaushalt von alpinen Seen gibt. JOANNEUM RESEARCH war in diesem internationalen Dreijahresprojekt SILMAS (Sustainable Instruments for Lake Management in the Alpines Space, gefördert von der EU im Rahmen der Europäischen Territorialen Kooperation, Alpenraumprogramm) maßgeblich mit Untersuchungen der  aktuellen Zirkulationsverhältnisse und Langzeitveränderungen der Wasserbilanz an den Kärntner Seen Wörthersee, Ossiacher See und Klopeiner See beteiligt. Mithilfe von Umweltisotopen wurde die Verweilzeit des Seewassers in den tieferen Schichten bestimmt. Hydrologische Modelle ermöglichten die Erkennung vergangener durch den Klimawandel bedingter Wasserbilanzveränderungen und die Simulation möglicher zukünftiger Szenarien.

Sie zeigen wie sensibel und unterschiedlich alpine Seen auf Klimaveränderungen reagieren. „Die langjährige Beobachtung zeigt, dass der Klimawandel Folgen hat. Eine Erhöhung der Lufttemperatur, ein Rückgang der Niederschläge sowie eine Verringerung der Zuflüsse bewirken, dass das Wasser in den Seen eine höhere Verweilzeit hat. Die reduzierte Regeneration des tiefen Wasserkörpers hat wiederum unter anderem zur Folge, dass auch die Nährstoffe – zB aus der Landwirtschaft – länger in den Seen bleiben, was zu höheren Konzentrationen führt“, fasst Till Harum zusammen.

Ein Folgeprojekt ist bereits in Angriff genommen: der Altausseer See steht derzeit im Auftrag der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 15 – Energie, Wohnbau, Technik, Referat Gewässeraufsicht und Gewässerschutz, unter Beobachtung von RESOURCES – Institut für Wasser, Energie und Nachhaltigkeit. Ziel des Projekts ist die Detektierung von Karstquellaustritten im See mit Hilfe von Umweltisotopen. Der See im Steirischen Salzkammergut wird vorwiegend von unterirdischen Quellen gespeist. Am Ende des Forschungsprojekts wird es eine Übersicht über die gesamten Quellzutritte und Daten über den Wasserhaushalt des Sees geben.

In Entstehung ist derzeit ein Kooperationsprojekt mit dem deutschen Institut für Seenforschung am Bodensee mit dem Ziel der Durchführung von Basisuntersuchungen zu Mischungsprozessen im Bodensee anhand von Isotopenanalysen und Modellsimulationen.

JOANNEUM RESEARCH – die steirische Innovationsschmiede
Die JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH entwickelt Lösungen und Technologien für Wirtschaft und Industrie in einem breiten Branchenspektrum. Rund 455 Mitarbeitende der Innovationsschmiede betreiben Spitzenforschung auf internationalem Niveau an den Standorten Graz, Wien, Weiz, Hartberg, Niklasdorf und Leoben.

RESOURCES – das Institut für Wasser, Energie und Nachhaltigkeit zielt auf zukunftsorientierte Lösungen im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen und der Natur ab. Produkte, Services und Technologien des Instituts sind auf Innovationen zum Schutz der Wasserressourcen, zur klimaschonenden Bereitstellung von Energie und zur nachhaltigen Nutzung von biogenen Rest- und Wertstoffen ausgerichtet.

Facts und Figures
Stabile Umweltisotope sind Bestandteil des Wassermoleküls, die bei Prozessen im Wasserkreislauf Veränderungen unterliegen, die für die Charakterisierung der Herkunft des Wassers herangezogen werden.
– Österreich zählt mit einer Niederschlagsmenge von ca 1.100 mm/Jahr zu den wasserreichsten Ländern Europas.
– JOANNEUM RESEARCH verfügt über das weltweit genaueste Wasserlabor bei stabilen Isotopen. Das ergab ein weltweiter Ringversuch, der 137 Labors aus 53 Ländern testete.
– Neben der technischen Infrastruktur sind langjährige Erfahrung von Experten und spezielles Know-how in der Interpretation von Messdaten maßgeblich, um gezielte Prognosemodelle erstellen zu können. Damit können etwa Auswirkungen von klimatischen Veränderungen auf den Wasserhaushalt prognostiziert werden. Das Wissen über Wasser ist auch bei technischen Anwendungen unersetzlich, zB bei der Planung von Tunnel- oder Kraftwerksbauten.

Ansprechpartner:
Dr. Albrecht Leis
Leiter des Laborzentrums für Isotopenhydrologie und Umweltanalytik
Tel: +43 316 876 1485 albrecht.leis@joanneum.at

Till Harum
Laborzentrum für Isotopenhydrologie und Umweltanalytik
Telefon: +43 316 876-1372 till.harum@joanneum.at

Quelle: Presseaussendung  Joanneum Research vom 13. Februar 2013
Lesen Sie das Original im Anhang.

 

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