Hochspannung: FFG erteilt € 6 Mio. Zuschlag für K-Projekt im Bereich der Materialforschung für die Elektrotechnik und die Elektronik an Leobener Kunst

25. Oktober 2012

 

Führende Unternehmen der Energie- und Materialtechnik setzen unter Leitung der Kunststoffexperten des Polymer Competence Center Leoben (PCCL) auf Effizienzsteigerungen im Bereich der Elektrotechnik und Elektronik durch polymerbasierte Materialien. Die Anwendung von Polymeren im Bereich der Elektrotechnik und Elektronik umfasst zahlreiche Anwendungen, von Isolationsmaterialien für Hochspannungsanwendungen über Bauteile der Elektronik bis hin zu Materialien für die […]


 

Führende Unternehmen der Energie- und Materialtechnik setzen unter Leitung der Kunststoffexperten des Polymer Competence Center Leoben (PCCL) auf Effizienzsteigerungen im Bereich der Elektrotechnik und Elektronik durch polymerbasierte Materialien.

Die Anwendung von Polymeren im Bereich der Elektrotechnik und Elektronik umfasst zahlreiche Anwendungen, von Isolationsmaterialien für Hochspannungsanwendungen über Bauteile der Elektronik bis hin zu Materialien für die Beschichtung und Verklebung. Dieses Tätigkeitsfeld wird durch das soeben genehmigte K-Projekt „Functional Polymer Composites (PolyComp)“ substantiell erweitert. Neun Unternehmen (darunter ANDRITZ HYDRO, AT&S, Isovolta, Siemens Transformers, Wacker Chemie) haben sich hierbei unter Leitung der Polymer Competence Center Leoben GmbH (PCCL) und weiteren Forschungspartnern an 4 Universitäten (MU Leoben, TU Graz, TU Wien und TU Delft) zu einem weltweit einzigartigen Konsortium in diesem Themenbereich zusammengeschlossen. Karl Scherer, Hydrogeneratoren-Bereichsleiter der ANDRITZ HYDRO, sieht in dem Zusammenschluss aus Industrie und Wissenschaft einmalige Chancen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen weiter auszubauen. „Im globalisierten Wettbewerb sind integrierte Lösungen gefragt. Mit dem vorliegenden Konsortium können wir gemeinsam mit unseren Lieferanten innovative Lösungen erarbeiten“.

Das genehmigte K-Projekt mit einem Volumen von knapp € 6 Mio. hat die Entwicklung neuer Materialien und Verfahren mit hohem Umsetzungspotential zum Ziel. Als Beispiele seien genannt:

· Die Erforschung von Hochspannungs-Isolationscompositen auf der Basis von nano-skalierten Werkstoffen,

· Die Entwicklung von hoch-wärmeleitfähigen Isolationskomponenten für Hochspannungsgeneratoren,

· Neue Verbundmaterialien für die Transformatortechnik sowie

· Eine neuartige Oberflächen- und Grenzflächentechnologie im Bereich der Leiterplattenherstellung.

„Mit der Entwicklung neuer Werkstoffe für die Isolationstechnologie wird dem internationalen Trend in Richtung leistungsfähigerer und kompakterer Hochspannungsgeneratoren Rechnung getragen“, stimmen Karl Scherer, Hydrogeneratoren Bereichsleiter von der ANDRITZ HYDRO (Weiz) und Peter Höllwarth, CEO der ISOVOLTA AG, überein. Und um Leistungsfähigkeit und Kompaktheit geht es auch in der neuesten Generation von Leiterplatten für Anwendungen im gesamten Elektronikbereich und vor allem in Smartphones: „Die fortschreitende Miniaturisierung und Modularisierung erfordert neue Technologien im Bereich der Leiterplatten. Aus diesem Grund sind das Verständnis der inneren Grenzflächen und die Zuverlässigkeit von Leiterplattenaufbauten und Materialien für uns von höchstem Interesse“, erklärt Heinz Moitzi, CTO der AT&S AG.

Die Konzeption von „PolyComp“ vereint die Expertisen von Materialwissenschaftern, Chemikern, Kunststofftechnikern und Elektrotechnikern: durch diese nachhaltige Konzeption wird eine langfristig orientierte und hochqualitative F&E sichergestellt, deren Ergebnisse rasch für die Entwicklung marktfähiger Produkte und Prozesse umsetzbar sind.

Zusätzlich soll qualifizierter Technikernachwuchs aufgebaut werden. Andreas Gerstenmayer, CEO der AT&S AG, bringt es auf den Punkt: „Aktiv gegen den Technikermangel in der Industrie vorzugehen heißt für uns auch, F&E-Vorhaben gemeinsam mit Universitäten und Kompetenzzentren durchzuführen, um mit qualifiziertem Personal langfristig im globalen Wettbewerb mit Asien und den USA bestehen zu können“.

Die langfristige Perspektive des K-Projektes „Functional Polymer Composites (PolyComp)“ liegt im Aufbau eines wissenschaftlich-technischen Kompetenz-Netzwerkes mit interdisziplinärem Charakter. Hierdurch werden neue Technologien zur Deckung des weltweit steigenden Bedarfs an elektrischer Energie erschlossen, Impulse für die globale Wettbewerbsfähigkeit gesetzt und die Schaffung hochqualifizierter Arbeitsplätze ermöglicht.

Fact Box:


Das K-Projekt „Functional Polymer Composites (PolyComp)” verbindet wissenschaftliche Kompetenzen aus Polymerchemie, Materialwissenschaften und Elektrotechnik. Die Forschung zielt auf (i) Hochleistungsmaterialien für die Elektrotechnik, (ii) die Entwicklung neuartiger Konzepte und Verfahren, sowie (iii) die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Partnerunternehmen ab. Darüber hinaus ist die Schaffung eines Forschungszentrums in diesem Themenfeld innerhalb der etablierten Strukturen des PCCL vorgesehen.

PolyComp ist auf eine Laufzeit von 4 Jahren (01/2013 – 12/2016) mit einem Gesamtbudget von € 5,9 Mio. ausgelegt. In diesem Forschungsprogramm werden ca. 15 zusätzliche ForscherInnen, darunter 8 DoktorandInnen beschäftigt.

Partnerunternehmen

ANDRITZ HYDRO GmbH
AT&S AG
ATOTECH Deutschland GmbH
ESK Ceramics GmbH & Co KG
Exel Composites GmbH
ISOVOLTA AG
Siemens Transformers Austria GmbH & Co KG
Wacker-Chemie AG

Wissenschaftliche Partner
Polymer Competence Center Leoben GmbH (Konsortialführer)
Montanuniversität Leoben
Technische Universität Graz
Technische Universität Wien
Technische Universität Delft (NL)

Über das PCCL: Die Polymer Competence Center Leoben GmbH (PCCL) ist das führende österreichische Zentrum für kooperative Forschung im Bereich Kunststofftechnik und Polymerwissenschaften. Gemeinsam mit Unternehmen der Kunststoffwirtschaft und Universitäten (u.a. Montanuniversität Leoben) werden von den rund 90 hochqualifizierten MitarbeiterInnen F&E-Projekte für innovativen Kunststofflösungen in einem breiten Feld von Anwendungen (von Automotive-, Luftfahrt- und Packaging- bis hin zu Solar- und Photovoltaikwendungen) bearbeitet. Unter der Geschäftsführung von Martin Payer und Wolfgang Kern arbeitet das PCCL auf Basis mittelfristiger Kooperationen eng mit namhaften österreichischen Unternehmen (u.a. AT&S, Andritz Hydro, FACC, MAGNA, Semperit oder Isovoltaic), aber auch mit „Global Playern“ wie CONTI, DOW oder Oerlikon Balzers zusammen.

Als sogenanntes K1-Zentrum wird das PCCL auch im Rahmen des COMET-Programms von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie den Ländern Steiermark und Oberösterreich gefördert, wofür bis 2013 ein Budget von €20 Mio. für die Forschung zur Verfügung steht (http://www.pccl.at/).

 

Weitere News zu diesem Thema

Jetzt bei greenstart einreichen!

Booster für grüne Geschäftsideen in den Bereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Mobilität und Landwirtschaft. mehr →


100 Millionen für Radverkehr

Gemeinsam investieren Land Steiermark und Stadt Graz bis zum Jahr 2030 rund 100 Millionen Euro in ein breites Maßnahmenpaket für den Radverkehr. mehr →


Nachlese INNOlounge: Vom Kunden zum Partner

Wie Kunden zu Partnern werden, stand im Mittelpunkt der INNOlounge bei ANDRITZ AG. mehr →