Grüne Geistesblitze

31. Oktober 2012

 

 

Strom aus Holzgas, Biodiesel aus Algen und Geschirr aus Kartoffelstärke – findige Forscher in der Steiermark machen es möglich.Mit radikal neuen Umwelttechnologien entwickelte sich die weiß-grüne Mark zum Green Tech Valley.

Forsch, saftig, steirisch. Die Steiermark ist in den letzten zehn Jahren zu einer Plattform für serienmäßige Innovationen geworden. Im weiß-grünen Biotop blühen ökonomische und ökologische Ideen fixer Forschergeister besonders üppig. Möglich wurde das durch intelligente Netzwerke, Cluster und Förderungen von Kompetenzzentren. Zahlenmäßiger Beweis: Die Förderungs- und Entwicklungsquote ist mit 4,3 % die mit Abstand höchste in Österreich. Im Autobereich haben sich steirische Betriebe bereits international positioniert, allen voran Motorinnovator AVL List. Auch im Bereich Medizin-, Human- und Lebensmitteltechnologie gelingen immer mehr Erfolge. Und vor allem im Bereich radikal neuer Umwelttechnologien spielen einige steirische Firmen in der obersten Liga mit. »Die Steiermark ist eine der innovativsten Regionen Europas«, meint Bernhard Puttinger, Geschäftsführer des Umwelttechnologiezentrums Eco World Styria. Sogar Technologieturbo Kalifornien holt sich bereits Impulse aus Österreichs Süden. »Die Steiermark ist zum Green Tech Valley geworden.«

Die zukunftsweisenden Ideen wachsen in steirischen Köpfen. So wie die Mikroalgen in den Tanks der Firma BDI. Die Firma aus Grambach bei Graz baute schon 1991 die weltweit erste Biodieselanlage, die benötigten pflanzlichen Öle sind allerdings nicht unbeschränkt verfügbar. Also her mit einer Alternative – und BDI hat sie gefunden. Algen sind der neue Hoffnungsträger, mit dem man Biodiesel erzeugen kann. Die Vorteile: Algen haben einen unheimlichen Appetit auf klimabelastendes CO2, Abgase stehen also auf der Speisekarte von Algen ganz oben. »Wir haben bereits erfolgreich mit Emissionen einer Müllverbrennungsanlage und eines Zementwerks gearbeitet«, sagt Heike Frühwirth, Abteilungsleiterin in der Forschung. Die Herausforderung, die noch gemeistert werden muss? »Derzeit brauchen wir große Reaktoren, um ausreichende Mengen Algen zu bekommen. Aber wir machen riesige Fortschritte.«

von Werner Ringhofer

Quelle: EnergieReport, 24.04.2012

 

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