Große Versuchsreihe zu ReWaste4.0

14. November 2019

 

Beim größten österreichischen Abfallprojekt „ReWaste4.0“ läuft gerade eine großangelegte Versuchsreihe der Montanuniversität Leoben. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Einstellparameter bei Schreddern den größten und materialselektivsten Einfluss auf das Zerkleinerungsergebnis haben und wie sensor- und bildbasierte Maschinen- und Materialdaten zur Digitalisierung der Abfallbehandlung beitragen können. Mit an Bord sind u.a. Saubermacher, Komptech und Mayer Recycling.


 

Stärke liegt in der Vielfältigkeit der Industriepartner 

Im K-Projekt ReWaste4.0 werden erstmals neue Industrie 4.0-Ansätze in der Abfallwirtschaft untersucht. Der Trend geht eindeutig dazu, dass sich die Abfallwirtschaft in Richtung Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt.

Ein spezieller Fokus wird auf digital, d. h. datenbasiert vernetzte Recycling- und Verwertungsprozesse gelegt. Neben der Montanuniversität als Projekt-Koordinator sind noch ein weiterer wissenschaftlicher sowie acht Industriepartner am Forschungsvorhaben beteiligt.

 

Große Versuchsreihe

Seit Anfang Oktober 2019 laufen Versuche bei der Mayer Recycling GmbH in St. Michael. Am Standort sind mehrere großtechnische Maschinen von Projektpartnern im Einsatz, u. a. Shredder, unterschiedliche Siebmaschinen sowie sensorbasierte Abfallcharakterisierungs- und Sortiermaschinen. „Wir haben hier die Möglichkeit, auf industriellen Anlagen eine Versuchsreihe durchzuführen“, freut sich Projektleiter Dr. Renato Sarc vom Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft.

Insgesamt sind etwa 60 Versuche mit gemischten Gewerbe- und Siedlungsabfällen vorgesehen. Im Zentrum der Versuchsreihe steht die Frage, welche Einstellparameter des Zerkleinerers den größten und materialselektivsten Einfluss auf das Zerkleinerungsergebnis haben und wie sensor- und bildbasierte Maschinen- und Materialdaten zur Digitalisierung der Abfallbehandlung beitragen können.

„Es ist zu erwarten, dass Kameras zur automatisierten Probennahme eine sinnvolle Ergänzung, jedoch keinen Ersatz für die Materialcharakterisierung mit derzeit noch immer teuren Sensoren darstellen“, erläutert Sarc. Eine mögliche Methode für die automatisierte und sensorbasierte Qualitätssicherung wird im Rahmen der Versuche erprobt. Ebenso werden Versuche zu den Themen „Zerkleinerung“, „Sensorbasierte Messung der Korngrößenverteilung“ sowie „Volums- und Massenstrommessungen“ durchgeführt. „Für uns Wissenschaftler eignet sich dieser Standort natürlich hervorragend für diese Versuchsreihe, da diese im Industriemaßstab – und das ist für uns einzigartig – durchgeführt werden kann“, meint Sarc.

Rektor Wilfried Eichlseder unterstreicht die hervorragende Vernetzung der Montanuniversität mit den Industriepartnern. „Aufgrund dieser guten Zusammenarbeit führen diese Projekte zu konkreten Ergebnissen und können in den Unternehmen umgesetzt werden“, ist sich Eichlseder sicher.

„Die Steiermark ist ein Role Model, was die Abfallwirtschaft betrifft“, stellt Lehrstuhlleiter Univ.-Prof. Dr. Roland Pomberger klar. Wichtig für den Lehrstuhl sei auch der wissenschaftliche Output im Projekt ReWaste4.0: Bis jetzt entstanden sechs Dissertationen und eine Masterarbeit, zehn Studierende sind über dieses Projekt am Lehrstuhl angestellt.

 

Großes Konsortium beteiligt

Die Stärke dieses Forschungsvorhabens liegt auch in der Vielfältigkeit der Industriepartner. „Als Resultat dieser ersten Jahre hat die Firma Saubermacher zum Beispiel ein Zementwerk in der Südsteiermark vollständig auf Ersatzbrennstoffe umgestellt“, erläutert Ing. Mag. Gerald Schmidt von der Saubermacher Dienstleistungs AG. „Die Resultate dieses Forschungsprojektes fließen direkt in neue Verbesserungen in unserem Unternehmen.“

Für Dr. Heinz Leitner von der Komptech Gmbh ist es wichtig, den digitalen Kreis zu schließen. „Am Ende des Projektes soll eine gemeinsame Plattform stehen, um die Stoffströme optimieren zu können“, erklärt Leitner.

Auch Ing. Andreas Säumel von der Mayer Recycling GmbH sieht großen Nutzen für sein Unternehmen. „Wir konnten schon sehr viele Erkenntnisse aus diesem Projekt in unsere Prozesse integrieren“, erklärt Säumel.

Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier

 
 

Kontakt

Renato Sarc
Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
+43 3842 402-5105
renato.sarc@unileoben.ac.at
http://www.unileoben.ac.at

 
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