Die vier deutsprachigen Umweltminister geben den Weg für eine neue Energie und Klima Zukunft vor

19. Oktober 2011

 

Klimagipfel in Durban im Zentrum der Gespräche des vier Minister Treffens im Burgenland


 

 „Allianzen sind notwendig, um für gemeinsame Standpunkte einzutreten“, so Umweltminister Niki Berlakovich, der seine MinisterkollegInnen aus Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz zu einem Arbeitstreffen ins Burgenland eingeladen hat. Mit Norbert Röttgen, dem Umweltminister der Bundesrepublik Deutschland, Doris Leuthard, der Bundesrätin für Umwelt der Schweizer Eidgenossenschaft sowie mit der Regierungsrätin für Umwelt des Fürstentums Liechtenstein Renate Müssner diskutierte Berlakovich gestern und heute gemeinsame Standpunkte und Ziele in der Umweltpolitik.

Im Zentrum der Gespräche stand die Klimaschutzkonferenz in Durban/Südafrika Ende dieses Jahres. „Wir müssen den Klimaschutz auf internationaler Ebene vorantreiben und Europa muss in Durban viel Engagement zeigen. Die EU ist bereit, eine zweite Verpflichtungsperiode zum Kyoto-Protokoll einzugehen, aber nicht ohne Bedingungen. Wir sind zwar Vorreiter, erwarten uns vom Rest der Welt aber auch klare Verpflichtungen. Ein Alleingang Europas würde das Klima schließlich nicht retten. Wir sind nur für elf Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Auch die restlichen 89 Prozent müssen ins Boot kommen“, fasst Berlakovich die Verhandlungsposition der EU zusammen.

„Das traditionelle Vierertreffen mit unseren deutschsprachigen Nachbarn ist eine gute und wichtige Gelegenheit, unsere Positionen zur Vorbereitung der Klimakonferenz in Durban auszutauschen und über Möglichkeiten einer engen Zusammenarbeit beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz zu sprechen“, ergänzt der deutsche Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen.

Klimaschutz geht schließlich Hand in Hand mit der Energiefrage. Auch Österreich hat hier ein klares Ziel. Bis 2050 möchte Berlakovich Österreich energieautark machen und er hat den Fahrplan in Richtung Energieautarkie bereits gestartet. Die anderen drei Länder haben ähnliche Ziele. „Für mich zählen Klimaschutz, Umwelttechnologien und Luftqualität zu den thematischen Prioritäten. Es ist ein erklärtes Ziel Liechtensteins, die Forcierung von Umwelttechnologien weiter voranzutreiben. Sie helfen nicht nur beim Umweltschutz, sondern verbessern auch die Lebensqualität der Menschen. Ziel unserer gemeinsamen Klimabrücke muss in den kommenden Jahren sein, die Zusammenarbeit in Klima- und Energiefragen zu fördern und energiepolitische Kräfte miteinander zu vernetzen“, so die Regierungsrätin für Umwelt des Fürstentums Liechtenstein Dr. Renate Müssner.

Auch das Thema Atomenergie stand auf der Agenda des Treffens. „Deutschland und die Schweiz haben aus Fukushima unverzüglich Lehren gezogen und sich für eine sichere Zukunft ohne Atomenergie entschieden. Das zeigt uns, dass es ohne Atomenergie sehr wohl möglich ist die Energieversorgung eines Landes sicherzustellen. Energieautarkie bis 2050 ist mein Ziel für Österreich – das im Verbund mit anderen Staaten. Österreich kann hier mit Erfahrung und Wissen aus erneuerbaren Energienquellen maßgeblich dazubeitragen.“, so Berlakovich. Während Österreich und Liechtenstein atomkraftfrei und auch Teil der Antiatomallianz sind, haben Deutschland und die Schweiz noch aktive Kraftwerke. Beide Länder haben aber den Atomausstieg – als unmittelbare Folge des katastrophalen Ereignisses in Fukushima/Japan im März dieses Jahres – bereits beschlossen.

„Der größte Erfolg für den Klimaschutz liegt in der gemeinsamen Anstrengung für eine neue Klima und Energiepolitik. Die Schweiz ist sich ihrer Position bewusst und nimmt die Verantwortung für künftige Generationen wahr.“, so die Schweizer Bundesrätin für Umwelt Doris Leuthard.

Geeinigt haben sich die vier MinisterInnen heute, dass die Zusammenarbeit der vier Länder im Umweltbereich in Zukunft noch intensiver fortgesetzt wird. Der Fokus wird dabei auf den Themen Erneuerbare Energie und Energieeffizienz liegen. Der erste Umsetzungsschritt der neuen Zusammenarbeit wird eine Fachkonferenz zu Klima und Energie Modellregionen nächstes Jahr in Wien sein, an der Vertreter aus allen vier Ländern den Fortschritt des Umstiegs auf Erneuerbare Energien diskutieren werden.

Quelle: Lebensministerium, 19.10.2011

 

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