Vorfahrt für Innovationen

28. August 2013

 

Innovationen sichern den Standort Österreich. Die Frontrunner-Initiative soll die Unternehmen in dieser Hinsicht kräftig unterstützen. Wirtschaftlich gesund, innovativ, vorbildhaft – das sind die wichtigsten Eigenschaften jener Unternehmen, die in ihren jeweiligen Sparten national und international eine herausragende Position haben. Man könnte sie auch als „Frontrunner“ bezeichnen – und genau so heißt jene Initiative des Bundesministeriums […]


 

Innovationen sichern den Standort Österreich. Die Frontrunner-Initiative soll die Unternehmen in dieser Hinsicht kräftig unterstützen.


Wirtschaftlich gesund, innovativ, vorbildhaft – das sind die wichtigsten Eigenschaften jener Unternehmen, die in ihren jeweiligen Sparten national und international eine herausragende Position haben. Man könnte sie auch als „Frontrunner“ bezeichnen – und genau so heißt jene Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, mit dem solche Spitzenunternehmen extra gefördert werden. Dabei werden die Frontrunner in zwei Bereiche eingeteilt:

– Technologieführer konzentrieren sich auf eine konzentrieren sich auf eine Optimierung des Produktionsprozesses hinsichtlich der Qualität und der Effizienz. Sie verfügen über entsprechende moderne Herstellungstechniken und -prozesse.


– Innovationsführer sind mit der Entwicklung sind mit der Entwicklung neuer Innovationen beschäftigt, also entweder neue Produkte oder neue Dienstleistungen. Die Frontrunner-Initiative wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG und des Austria Wirtschaftsservice (aws) durchgezogen. Die organisatorische Aufteilung zwischen diesen beiden Einrichtungen ergibt sich aus deren jeweiliger Stärke: Die FFG ist für die Forschungs- und Entwicklungsphase zuständig, im Rahmen einer entsprechenden neuen Programmlinie werden die einzelnen Projekte gefördert. Das aws wiederum ist für Investitionen in Prototypen, Demonstrationsanlagen und Produktionskapazitäten zuständig. Insgesamt sollen jährlich 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Laufzeit beträgt jeweils maximal drei Jahre, sowohl bei FFG als auch bei aws wird die Förderentscheidung durch einen Beirat getroffen.

Im April des Jahres wurde mit einer Lok-Taufe der symbolische Startschuss für die Initiative gegeben. Dabei wies Innovationsministerin Doris Bures auf die besondere Bedeutung der vorbildhaften Unternehmen hin: „Frontrunner-Unternehmen sind wichtige Träger des Wirtschaftsstandortes Österreich, weil sie es schaffen, Forschung und Produktion in Österreich zu halten und damit nachhaltig Arbeitsplätze zu schaffen.“ Beispiele für solche Unternehmen sind in allen Branchen zu fi nden. Exemplarisch sollen hier Frauscher, Pankl und Engel genannt werden. Was zeichnet die Frontrunner-Firmen eigentlich wirklich aus? Einige besondere Eigenschaften sind typisch für sie:

– Hohe Exportquoten: Die Orientierung an den Wünschen ausländischer Märkte und eine starke internationale Vernetzung macht die Frontrunner-Firmen stabil – und hilft nebenbei auch noch dem Image der heimischen Wirtschaft.

– Technologie-Führerschaft: In ihren jeweiligen Bereichen beziehungsweise Nischen sind die Frontrunner technologisch absolute Spitze. Das ist nur möglich, indem Jahr für Jahr beträchtliche Summen in Forschung & Entwicklung gesteckt werden.

– Gute Vernetzung. Eine weitere Eigenschaft dieser Unternehmen ist die gute Vernetzung mit anderen, meist kleinen und mittelgroßen Unternehmen, sowie mit Forschungseinrichtungen. Gerade in Österreich ist eine Kooperation mit anderen von zentraler Bedeutung, denn im Vergleich zu den Großkonzernen aus Deutschland oder den USA sind die Mittel naturgemäß begrenzt. Welche Erfolge durch Zusammenarbeit entstehen können, zeigen übrigens Cluster wie etwa Eco World Styria.

In Österreich gibt es laut einer Analyse von Joanneum Research rund 400 solcher Unternehmen, die in ihren Sparten als Markt- bzw. Technologieführer gelten können. 160 davon sind alleine in den Förderportfolios der vorher erwähnten Institutionen FFG und aws zu finden – diese haben sich in den vergangenen drei Jahren besonders intensiv um die Forschung und die entsprechende Umsetzung der daraus folgenden Ergebnisse in die wirtschaftliche Praxis bemüht. Diese Zugpferde der österreichischen Wirtschaft sind aber auch für die Sicherung von Arbeitsplätzen von großer Bedeutung – wie überhaupt Innovation mehr als ein Schlagwort ist, wenn es um Beschäftigung geht. Im Rahmen einer Studie, die vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) im Auftrag der Arbeiterkammer durchgeführt worden war, wurde der Beschäftigungseffekt nach der Einführung von Innovationen gemessen. Das Ergebnis: Jährlich werden in Österreich rund 19.000 neue Abeitsplätze durch Innovationen – also etwa neue Produkte, verbesserte Services oder optimierte Unternehmensprozesse – geschaffen. Alleine durch Produktinnovationen kommt man auf 8000 Arbeitsplätze, durch Prozessinnovationen gar auf 11.000. Produktinnovatoren haben gegenüber Nicht-Innovatoren im Schnitt ein um 1,7 Prozentpunkte höheres Beschäftigungswachstum pro Jahr in den jeweils nächsten zwei Jahren ab einer Innovation, rechnete das Wifo vor. Die Einführung von Marktneuheiten erhöht den Jobzuwachs noch immer um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte pro Jahr. Das ist in einer Zeit von Bedeutung, in der Europa unter der Krise leidet und auch Österreich nicht ungeschoren davon kommt. Laut der Studie, die den bezeichnenden Titel „Innovation und Beschäftigung“ trägt, sind die Effekte nämlich auch bei Unternehmen spürbar, bei denen die Zahl der Beschäftigten rückläufig ist oder war: In jenen Firmen, die auch in dieser unsicheren Zeit auf Innovationen vertrauten (und Geld dafür locker machten), gingen weniger Arbeitsplätze verloren als bei anderen. Innovationsministerin Doris Bures meinte als Reaktion auf diese Studie, dass „in Zeiten knapper Budgets nur Geld kosten darf, was Wachstum und Beschäftigung ankurbelt – und Investitionen in Forschung, Technologie und Innovation gehören definitiv dazu.“

Den gesamten Beitrag finden Sie im nachstehenden PDF.

FORMAT, 09.08.2013

 

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