Über den Horizont blickt das Projekt „Zero Waste“

26. September 2014

 

Her mit den Recycling-Potentialen! Den langjährigen Partner Magna Steyr Graz hat Saubermacher beim Auffinden von Ressourcenpotentialen in Abfällen unterstützt. Motto: Und immer schön im Kreis!GEGENWART …Die Basis ist ja schon einmal da. Bei Magna Steyr Graz werden in Zusammenarbeit mit Saubermacher nämlich bereits mehr als 80 Prozent der Abfälle – wie zum Beispiel Karton, Schrott […]


 

Her mit den Recycling-Potentialen! Den langjährigen Partner Magna Steyr Graz hat Saubermacher beim Auffinden von Ressourcenpotentialen in Abfällen unterstützt. Motto: Und immer schön im Kreis!

GEGENWART …
Die Basis ist ja schon einmal da. Bei Magna Steyr Graz werden in Zusammenarbeit mit Saubermacher nämlich bereits mehr als 80 Prozent der Abfälle – wie zum Beispiel Karton, Schrott oder Verpackungen – in den Kreislauf zurückgeführt; Abfälle stiften somit wiederholt Nutzen und werden nicht sinnlos verschwendet. „Zero Waste” eben.

Dennoch: Knapp 20 Prozent der Gesamtabfallmenge, also circa 1800 Tonnen, sind bis dato (2013) so genannte „nicht kreislaufgeführte Abfälle”. Man hat also noch ein bisschen zu tun, bis das Ziel „Zero Waste” erreicht ist.

Von rund 30 verschiedenen so genannten „Abfallströmen“ ist hier die Rede: Lackschlamm, Metallhydroxyde, lösemittelhaltige Poliertücher, Lösemittel- Wasser-Gemische, lackverschmutzte gefährliche Betriebsmittel, Bohr- und Schleifemulsion, Bodenaushub etc. Wie lassen sich also auch hier Kreislaufführungspotenziale nutzen? Es wurde getüftelt und erforscht, es wurde identifiziert, priorisiert und nach technischen Möglichkeiten gesucht.

… UND ZUKUNFT
„Zero Waste” zeigt Ansatzpunkte und damit neue kurz-, mittel- und langfristige Recyclingmöglichkeiten – im konkreten Fall für nicht weniger als 34 einzelne Stofffraktionen – auf. Das Know-how der technischen Stoffstromabteilung war hier ebenso gefragt wie die Fachexperten vor Ort. Herkunft, Proben, Laboranalysen standen in der ersten Projektphase an der Tagesordnung. Der Erfolg kann sich bereits sehen lassen: Aus 1800 Tonnen können kurzfristig 278 Tonnen in neue Verwertungsschienen gelenkt werden. So können bereits erste Stoffe aus dem so genannten D-Behandlungsverfahren (steht für Beseitigung herausgelöst und in ein R-Verfahren („Recovery”, „Recycling”) integriert werden, z. B. ölige bzw. fettige Betriebsmittel. Diese Stoffe werden künftig in der trockenmechanischen Sortier- und Aufbereitungsanlage für gefährliche Abfälle nach einer Erweiterung der Abgasreinigung recycelt – erste Tests sind bereits erfolgreich abgeschlossen.

Mittelfristig soll laut Zero-Waste-Plan die Recycling rate auf mehr als 90 Prozent erhöht werden. Wie? Durch die neuartige (vorerst noch Probe-) Anlage im Westen von Graz: eine physikalisch/biologische Aufbereitungsanlage, in der gefährliche flüssige Abfallstoffe auf wässriger Basis (etwa Lackschlamm und Laugen) behandelt werden können. Inklusive Rückgewinnung von Wasser durch die vollständige Abscheidung von Schadstoffen – anfallende Reststoffe werden z. B. für die Energiegewinnung durch  thermische Verwertung aufbereitet. Natürlich ist das alles nur nötig, wenn Schadstoffe nicht von vornherein vermieden werden können.

IM WESTEN VIEL NEUES
Die einzelnen Anlagenschritte machen sich sowohl physikalische Grundsätze – etwa die Schwerkraft – als auch biologische Vorgänge zu Nutze. Durch die neue Anlage im Westen von Graz ist ein neues Behandlungsverfahren R3 (Recycling/Rückgewinnung von organische Stoffen) beziehungsweise R5 (Recycling/ Rückgewinnung von anderen anorganischen Stoffen) möglich. Das auf diese Weise vorgereinigte Wasser wird erstmals nicht einer kommunalen Kläranlage zugeführt. Dies macht nun auch Brauchwassernutzung im Kreisflauf möglich und minimiert so unnötigen Trinkwasserverbrauch.

ÖKOLOGISCHER FUSSABDRUCK
Fest steht nicht zuletzt für Saubermacher-Projektleiter Stefan Siegl: „,Zero Waste´ kann kein einmaliges Projekt sein, sondern stellt das langfristige Ziel einer Partnerschaft dar. Das heißt, es gilt, gemeinsam daran zu arbeiten. Einerseits durch Saubermacher, andererseits auch durch unsere Kunden, indem sie versuchen, Abfall und Schadstoffe generell zu vermeiden.”

Der Fokus des Projekts „Zero Waste” liegt laut Experte Stefan Siegl vorerst auf der Kreislaufführung der Abfälle aus dem Herstellungsprozess, nicht auf den hergestellten Produkten selbst. Genau daraus resultiert eine „aus meiner Sicht logische Folge”, wie Siegl bestätigt: „Wie können die Produkte recyclingfähig werden? Das könnte die Zukunft sein – die Untersuchung des ökologischen Fußabdrucks eines Produkts. Das kann nur dann gelingen, wenn man schon bei der Produktion an das Recycling denkt.”

Ein Beispiel: die Lithium-Ionen-Batterien (ebenfalls bei Magna Steyr in Graz). Aber das ist eine andere Geschichte.

Quelle: Saubermacher AG

 

Weitere News zu diesem Thema

Hackathon für den Klimaschutz

Die dramatische Warnung des Weltklimarats zur Erderwärmung erfordert jetzt ein rasches gemeinsames Handeln für eine lebenswerte Zukunft. mehr →


Technologieführer wachsen schneller

Die diesjährige Konjunkturerhebung der steirischen Green Tech Branche zeigt eindrucksvoll, dass Forschung und Entwicklung in der Umwelttechnik eine Schlüsselrolle spielt. mehr →


#1 Hotspot grüner Start-ups

„Österreichweit einzigartig“ darf sich der Green Tech Hub im Science Tower nennen: Das Angebot geht über Büro- räumlichkeiten für wachstumsorientierte Jungunternehmen hinaus. Der Hub verbindet etablierte Umwelttechnologie- führer mit Start-ups aus dem Bereich der Umwelttechnik und generiert damit schnelleres Wachstum. mehr →