Steirische Unternehmen als Pioniere der Europäischen Circular Economy

28. Juni 2017

 

Die Steiermark ist weltweit Vorreiterin in der Abfallwirtschaft. Das zeigte sich einmal mehr bei einer hochkarätigen Diskussion der weiß-grünen Branchenpioniere über die Zukunft der steirischen Kreislaufwirtschaft. Unternehmen, Forschung und Politik signalisierten dabei den klaren Willen, international einen großen Schritt voraus zu gehen.


 

Die Steiermark ist vorbildlich im gelebten Stoffstrommanagement, also in der Aufbereitung und Verwertung von Nebenprodukten und Abfällen zu Wertstoffen. Heimische Anlagen und Umwelttechnologien sind international wegweisend. Dazu zählen Mülldeponien aus denen Rohstoffe gewonnen werden, Lösungen für das Recycling neuer Stoffströme wie bei Li-Ionen-Batterien oder Metall- und Glasrecycling auf höchster Qualitätsstufe.

Steirische Abfallwirtschaftsexperten aus Wirtschaft, Industrie, Kommunen und Politik diskutierten im Rahmen des 2. Round Table „Circular Economy“ der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WKO Steiermark in Kooperation mit dem Green Tech Cluster Styria gemeinsam über aktuelle Dynamiken und Potenziale der europäischen Abfallwirtschaft und deren Bedeutung für die regionale Wertschöpfung.

Ziel dabei war die gemeinschaftliche Definition der strategischen Weiterentwicklung in den Bereichen internationale Kooperationen und Export, Förderung von Innovationen und F&E sowie Bewusstseinsbildung am Standort.

„Die Steiermark ist national und international ein Vorbild in der guten Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Landesverwaltung. Unser großes Know-how, die jahrzehntelangen Erfahrungen und Innovationen im Bereich der Abfallwirtschaft sind international auf kommunaler und wirtschaftlicher Ebene gefragt. Jedoch gilt es auch für den Standort Steiermark Herausforderungen zu bewältigen – dazu gehören beispielsweise der weiterhin steigende Ressourcenverbrauch, spürbare Klimaveränderungen und sich verändernde politische Rahmenbedingungen. Hierfür setzen wir auf neue Zugänge zur Kreislaufwirtschaft und auf die weitere Bewusstseinsschärfung in der Bevölkerung“, so Landesrat Johann Seitinger.

Prof. Roland Pomberger von der Montanuniversität Leoben bescheinigt Österreich und der Steiermark ein sehr hohes abfallwirtschaftliches Niveau. „Wir werden uns zukünftig auch verstärkt mit der Balance zwischen dem ökonomischen und ökologischen Optimum des Recyclings beschäftigen und klare Ziele diesbezüglich definieren müssen. Weiters gilt es aktuelle Entwicklungsschübe in den Bereichen Digitalisierung, Industrie 4.0 und die damit verbundenen neuen Geschäftsmodelle nicht zu versäumen, damit die Steiermark weiterhin ihre Vorreiterrolle beibehält.“

Die intensive Kooperation zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen hat in der Steiermark Tradition und macht die Steiermark gemeinsam mit einem dafür notwendigen politischen Bewusstsein auch zum geeigneten Schlüsselmarkt für den weltweiten Export. „Unsere Unternehmen sind hoch innovativ und gehören im Segment der Entsorgungstechnologie zum internationalen Spitzenfeld. Wir haben den klaren Willen, diese Vorreiterrolle auch in Zukunft beizubehalten und auszubauen. Dafür braucht es weiterhin die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und ein Bekenntnis der politischen Entscheidungsträger zur ökologisch nachhaltigen Wirtschaft im Interesse der Umwelt und zukünftiger Generationen“ betont Frau Daniela Müller-Mezin, Obfrau der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WKO Steiermark.

Weiterführende Informationen:
Seit die Europäische Kommission 2015 ihr ambitioniertes Kreislaufwirtschaftspaket vorgelegt hat, geraten viele europäische Länder unter Zugzwang höhere Zielvorgaben für Recycling, schrittweise das Ende der Deponierung, und die aktive Abfallvermeidung sowie eine ökologischere Produktpolitik einzuführen.

Für steirische und österreichische Technologielieferanten der Abfallwirtschaft entstehen hierdurch neue Geschäftschancen und Potenziale für Innovationen. Österreich befindet sich beispielsweise im europäischen Spitzenfeld im Bereich der Siedlungsabfallverwertung mit einer Deponierungsquote von 4 % und einer Recyclingrate von 56 %. Damit erfüllt Österreich als eines der wenigen Länder die EU-Zielvorgabe von 50 % Recycling von Siedlungsabfällen bis 2020 bereits heute. Darüber hinaus ist Österreich die Nummer 1 der EU-Mitgliedsstaaten mit einer biologischen Verwertungsrate von 32 %.

Die Steiermark hat bereits seit den 1980er Jahren politische Rahmenbedingungen für eine Kreislaufwirtschaft geschaffen und pionierhafte Technologien entwickelt. Schon jetzt ist der Export mit über 94 % in der Umwelttechnik ein wesentlicher Faktor der heimischen Wirtschaft. Die Steiermark weist laut aktuellem Ranking die höchste Dichte an globalen Technologieführern im Umweltbereich auf.

 

 

Rückfragehinweis:

Mag. Nadia El-Shabrawi-Ploder
Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement, WKO Steiermark
T: 0316-601-789
M: nadia.elshabrawi@wkstmk.at

 

Dr. Maria Ortner
Green Tech Cluster Styria GmbH
T: 0316 40774418
M: ortner@greentech.at

 

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