Starker Schulterschluss für grüne Energie

8. März 2019

 

Green Energy Lab/Stephanie Weinhappel

Unter dem Dach des Green Energy Lab entwickeln und testen mehr als 100 Partner aus Forschung, Wirtschaft und der öffentlichen Hand gemeinsam mit den vier Landesenergieversorgern Energie Burgenland, Energie Steiermark, EVN und Wien Energie nachhaltige Energielösungen. Insgesamt 100 Millionen Euro sollen bis 2025 in innovative Projekte im Rahmen der Forschungsinitiative – Teil der österreichischen Innovationsoffensive „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds – investiert werden.


 

Die Träger der Forschungsinitiative Green Energy Lab traten aktuell nach mehreren Monaten Aufbauarbeit zur ersten Generalversammlung des Vereins zusammen: Energie Burgenland AG (Michael Gerbavsits, Vorstandsvorsitzender), Energie Steiermark AG (Thomas Wiedner, Leiter Innovationsmanagement), EVN AG (Stefan Szyszkowitz, Vorstandssprecher) und Wien Energie GmbH (Michael Strebl, Vorsitzender Geschäftsführer). Sprecher und Vereinsobmann Christian Panzer: „Die Meilensteine sind gesetzt: die ersten Green Energy Lab Projekte zu nachhaltigen Energielösungen sind gestartet und ein ‚Open Call for Innovation‘ lädt zur Einreichung weiterer Ideen für die Energiezukunft“.

Unter dem Dach des Green Energy Lab entwickeln und testen mehr als 100 Partner aus Forschung, Wirtschaft und der öffentlichen Hand gemeinsam mit den vier Landesenergieversorgern Energie Burgenland, Energie Steiermark, EVN und Wien Energie nachhaltige Energielösungen. Insgesamt 100 Millionen Euro sollen bis 2025 in innovative Projekte im Rahmen der Forschungsinitiative – Teil der österreichischen Innovationsoffensive „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds – investiert werden. Mehr als 50% der bis dato zugesagten Fördergelder gehen in die Region der EnergieAllianz Austria – nach Burgenland, Niederösterreich und Wien –, der Rest in die Steiermark.

Die vielfältigen Themen reichen von der CO2-Emissionsreduktion im Fernwärmesektor über die Nutzbarkeit von gebrauchten E-Auto-Batterien als Speichermodule bis hin zur optimierten Verteilung von Netzressourcen. An sieben Projekten mit vielfältigen Demonstrationsstandorten wird bereits gearbeitet: „ThermaFlex“, „SecondLife Batteries“, „Blockchain Grid“, „Spatial Energy Planning“, „Open Data Plattform“, „Heat Water Storage Pooling“ und „Hybrid DH DEMO“.

 

Innovationsminister Norbert Hofer: „Saubere Energie- und Mobilitätstechnologien gehören global gesehen zu den größten Wachstumsmärkten des 21. Jahrhunderts. Nur eine starke Allianz aus Wirtschaft und Wissenschaft macht es möglich, diesen Weg erfolgreich zu gehen und damit unsere nationale Klima- und Energiestrategie #mission2030 umzusetzen. Deshalb werden wir bis 2021 rund 120 Mio. Euro in die österreichischen Vorzeigeregionen investieren.“

 

Fünf Millionen Menschen in vier Bundesländern bilden den Testmarkt der Zukunft
Das Besondere: Durch den Zugang zum Kernmarkt der Energieversorger – Wien, Niederösterreich, Burgenland und Steiermark – mit rund fünf Millionen EndverbraucherInnen können Innovationen unter dem Dach des Green Energy Lab unmittelbar in großen Dimensionen getestet werden. Die Inititaive ist somit Österreichs größtes Innovationslabor für grüne Energie, in dem Projekte vom Prototyp bis zur Marktreife entwickelt werden können. Schon heute weist die Green Energy Lab Vorzeigeregion dabei einen sehr hohen Anteil an erneuerbarer Energieerzeugung auf (64% bzw. 98% der in Österreich gewonnenen Sonnen- bzw. Windenergie; Quelle: Auswertungen der TU Wien).

 

Christian Purrer und Martin Graf (Vorstandsduo Energie Steiermark AG): „Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigt der Anspruch und die Komplexität technologischer Gesamtlösungen im Bereich Energie. Für uns in der Steiermark stehen dabei Nachhaltigkeit, Regionalität und konsequente Kundenorientierung im Vordergrund.

Die Partnerschaft von vier Landesenergieunternehmern bündelt die vorhandenen Potenziale und sorgt für wertvolle Synergien. Durch gezielte Vernetzung können rasch konkrete Anwendungslösungen für innovative und nachhaltige Ideen entwickelt werden. Rascher, als dies im Alleingang möglich wäre.

Das Green Energy Lab liefert daher einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Bis dato kommen rund 50 Prozent der dem Green Energy Lab zugesprochenen Fördergelder in die Steiermark, insgesamt handelt es sich dabei um über 5 Millionen Euro. Das ist eine neue, erfreuliche Bestätigung, dass die Steiermark das Forschungsland Nummer 1 ist. Wir arbeiten bei allen Projekten sehr eng mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft zusammen, vor allem auch mit dem Green Tech Cluster Styria. Dieser ständige Informationsaustausch und die vielen Partnerschaften über den Tellerrand der Energiebranche und der Landesgrenzen hinaus machen sich bezahlt.“

 

Michael Gerbavsits (Vorstandsvorsitzender Energie Burgenland AG): „Unsere Branche ändert sich rapide. Das braucht zukunftsorientierte, innovationsstarke Entscheidungen: Die Energie Burgenland investiert daher kontinuierlich in Zukunftsthemen wie Repowering, Power to heat, Sektorenkopplung und innovative Projekte wie das Green Energy Lab. Wir freuen uns, in dieser starken Allianz mit den Green Energy Lab Partnern die besten Ideen und Lösungen für unsere Branche, unsere Region weiterzuentwickeln und zu gestalten.“

Stefan Szyszkowitz (Vorstandssprecher EVN AG): „Die aktive Beschäftigung mit den Veränderungen unserer Branche ist für uns entscheidend. Ganz allgemein ist die Einbindung dezentraler Erzeugung eine elementare Herausforderung. Intelligente Lösungen sind hier aus verschiedenen Perspektiven von uns gefordert – bei der Unterstützung der Kunden in der optimalen Verwendung ihrer Sonnenstrom-Produktion, ebenso wie beim Betrieb der Ortsnetze. Im Rahmen des Green Energy Labs möchten wir gemeinsam mit starken Partnern die Energiezukunft mitgestalten.“

Michael Strebl (Vorsitzender Geschäftsführer Wien Energie GmbH): „Die Energiewende stellt die Branche auf den Kopf. Die Herausforderungen der Umstellung des Energiesystems durch den Klimawandel erfordert vernetztes Agieren aller Akteure. Deshalb arbeiten wir in der Testregion eng mit anderen Energieanbietern und Technologiepartnern zusammen, um gemeinsam innovative Gesamtlösungen zu entwickeln, die den Menschen, der Umwelt und der Region zu Gute kommen. Nur durch Großinvestitionen in innovative Projekte stellen wir sicher, dass wir die Energiezukunft gestalten und in eine nachhaltige Richtung lenken.“

 

Aufruf für beste Ideen
Im Green Energy Lab sollen technologische Einzellösungen zu einem flexiblen, effizienten und langfristig vollständig auf erneuerbaren Energien beruhenden System weiterentwickelt werden. Dazu braucht es die besten Ideen: In einem „Open Call for Innovation“ ruft das Green Energy Lab daher Organisationen auf, ihre neuen, innovativen Ansätze einzubringen. Die Themenfelder der Ideenschmiede sind breit aufgestellt. Im Mittelpunkt stehen etwa digitale Lösungen für KundInnen, zukunftsfähige Energiedienstleistungen, Projekte für smarte grüne Niedertemperaturnetze oder auch Initiativen für die optimale Nutzung von Wind- und Solarenergie. Interessierte sind eingeladen über die Green Energy Lab Website unter der Rubrik „Open Call“ einzureichen. „Unser Ziel ist es, innovationsgetriebene österreichische Unternehmen auf ihrem Weg in die Dekarbonisierung zu begleiten und die richtigen Impulse zu setzen. Mit der Vorzeigeregion Green Energy Lab schlagen wir einen zukunftsorientierten Weg in Richtung innovativer, sicherer und leistbarer Energie und Mobilität ein,“ so Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds.

 

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