Solarstreit mit China trifft auch Steiermark

11. September 2012

 

Die EU prüft eine Klage gegen chinesische Solarunternehmer, die den heimischen Markt mit Dumpingpreisen überschwemmen. Davon betroffen sind auch die steirischen Photovoltaikanbieter – wenngleich nicht unbedingt immer negativ.Europas schwer angeschlagene Solarindustrie setzt im erbitterten Preiswettbewerb mit China auf Schützenhilfe der europäischen Kartellwächter – und damit möglicherweise auf das falsche Pferd: Die Anti-Dumping-Klage der europäischen Solarfirmen […]


Die EU prüft eine Klage gegen chinesische Solarunternehmer, die den heimischen Markt mit Dumpingpreisen überschwemmen. Davon betroffen sind auch die steirischen Photovoltaikanbieter – wenngleich nicht unbedingt immer negativ.

Europas schwer angeschlagene Solarindustrie setzt im erbitterten Preiswettbewerb mit China auf Schützenhilfe der europäischen Kartellwächter – und damit möglicherweise auf das falsche Pferd: Die Anti-Dumping-Klage der europäischen Solarfirmen stößt nicht nur in China auf harsche Kritik – mehr dazu in Die Gefahren im Solarstreit mit China (news.ORF.at).

Großanlagen setzen auf China
Die PV Products GmbH (PVP) mit Sitz in Wies produziert Photovoltaik-Module sowie Sonder-Glasmodule. Laut Geschäftsführer Stefan Thürschweller werde durch die chinesische Preispolitik der Markt kaputt gemacht: Während kleine Häuselbauer die heimische Qualität noch zu schätzen wissen, würden Investoren von Großanlagen nur auf den Profit schauen und daher chinesische Produkte bevorzugen. Die Folge: Viele Aufträge gehen an chinesische Dumpingpreis-Produzenten.

Konzentration auf Marktnischen
PVP ging daher neue Wege und konzentriert sich seit einiger Zeit immer mehr auf Marktnischen: „Wir machen Standardmodule wie jeder andere auch. Aber wir machen auch – und das mittlerweile schon zu fast 50 Prozent – das Glas-Glas-Modul, ein Photovoltaik-Modul, das rahmenlos nur mittels zwei Gläser auf Dächern, Fassaden oder sonst wo montiert wird. Das können die Chinesen noch nicht“, so Thürschweller.

Steirer profitieren auch von chinesischen Absätzen
Doch die Dumpingpreise der Chinesen haben nicht nur negative Auswirkungen auf die steirischen Photovoltaikerzeuger. Laut Bernhard Puttinger von Ökocluster „ECO World Styria“ hätten sich viele steirische Unternehmen auf die Photovoltaikzulieferung spezialisiert und würden so von höheren Absätzen der Chinesen profitieren: „Aus Lebring etwa kommt jede zweite Rückseitenfolie von Photovoltaikmodulen weltweit. Es werden also auch viele steirische Arbeitsplätze durch chinesische Module ermöglicht.“

Wie auch immer der Streit zwischen China und Europa ausgeht – entscheidend ist das Kaufverhalten des Konsumenten: Billigware aus China oder hochwertige Qualität made in Styria.


Steiermark ORF.at, Mittagsjournal 10.9.2012

 
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