Siemens präsentiert zukunftsorientierte Gesamtlösung „Made in Austria“

7. Oktober 2010

 

Nachlese zur Meetering Europe in Wien, 22. bis 24. September 2010


 

Als Schlüsselkomponente für den Aufbau von Smart Grids stellte Siemens auf dem diesjährigen Messtechnik-Kongress Metering Europe in Wien eine Smart-Metering- Gesamtlösung vor. Sie setzt sich aus dem in Österreich entwickelten Verbrauchsdatenerfassungs- und Verteilnetzautomatisierungs-System AMIS und dem Zählerdatenmanagementsystem Energy IP zusammen. Als Datendrehscheibe bindet Energy IP vorhandene IT-Systeme der Energieversorger über eine einheitliche Schnittstelle in die Smart-Metering-Infrastruktur ein. Damit können Energieversorger Smart Metering durchgängig nutzen – vom Zähler bis zur Abrechnung, von der Betriebsführung bis zur Netzplanung. Siemens ist eines der wenigen Unternehmen weltweit, das derartige Gesamtlösungen aus einer Hand anbieten kann. Siemens Österreich ist das Headquarter für den weltweiten AMIS-Vertrieb und beherbergt konzernweite Kompetenzzentren für Smart Grid-Technologien. Mit der Öffnung eines Kommunikationsprotokolls ab Jänner 2011 setzt Siemens ein Zeichen in Richtung offene Kommunikation bei Smart Meters und macht damit den ersten Schritt zur Etablierung eines neuen Standards für eine hochverfügbare Zählerdaten-Kommunikation via Powerline.


„Mit Hilfe unserer Smart Metering-Gesamtlösung können Energieversorger ihren Kunden nicht nur innovative Tarife anbieten. Sie können durch genauere und kürzere Abrechnungsintervalle auch den Service verbessern. Letztlich werden besser informierte Stromkunden Energie effizienter nutzen und dabei nicht nur den CO2-Ausstoß reduzieren, sondern auch Geld sparen“, so Gunter Kappacher, Energie-Vorstand der Siemens AG Österreich und Verantwortlicher für das Energiegeschäft in der Region Central Eastern Europe.


Zukunftssichere Basis für künftige Smart Grid-Anwendungen


Die Smart-Metering-Lösung von Siemens bildet eine zukunftssichere Basis für künftige Smart- Grid-Anwendungen, die dabei helfen können, die vermehrte Einspeisung regenerativer Energiequellen zu beherrschen. Zu den Kernaufgaben zählen das Fernauslesen und das Management von allen Zählern in einem Versorgungsgebiet. Existierende Rundsteueranlagen können durch die neue Technik ersetzt werden. Zudem können Stromversorger das System nutzen, um Netzparameter wie Über- und Unterspannung, Kurzzeit- und Langzeitausfälle sowie Power-Quality-Indikatoren aus dem Mittelspannungsnetz und beim Endkunden zu erfassen. Basierend auf detaillierten Informationen wie Erdschluss- und Kurzschlussanzeige sowie Asset-Kenngrößen, die messtechnisch erfasst werden können, lässt sich auf diese Weise der gesamte Netzbetrieb optimieren. Darüber hinaus sind Zusatzdienstleistungen wie das Erfassen der Gas- und Wasserverbrauchsdaten möglich.


Smart-Metering-Portfolio für verschiedenen Ebenen der Wertschöpfungskette


So deckt Siemens mit seinem Smart-Metering-Portfolio die Anforderungen der Energieversorger auf verschiedenen Ebenen der Wertschöpfungskette ab. Die einzelnen Lösungsbausteine unterstützen die durchgängige Automatisierung der Prozesse. Dazu gehört einerseits die Integration von Zählern, Datenkonzentratoren und Transaktionsservern des Verbrauchsdatenerfassungs- und Verteilnetzautomatisierungssystem AMIS, andererseits die Anbindung von IT-Systemen der Energieversorger an das Zählerdatenmanagementsystem Energy IP. Lösungen zur fernwirktechnischen Steuerung des Niederspannungsnetzes als auch zur Überwachung der Netzqualität sowie die Unterstützung der Masseninstallation von elektronischen Zählern komplettieren das Portfolio. Spezielle IT-Lösungen sorgen für eine durchgängige Prozessintegration in die Branchen-IT-Lösung SAP Utilities sowie an das Siemens Netzplanungstool PSS SINCAL.


Zählerdatenmanagementsystem ist Nervenzentrum der intelligenten Zählerinfrastruktur


Grundlage für diese Integration bildet eine service-orientierte Architektur, die Messdaten, Alarme und Steuerdaten bidirektional zwischen SINCAL, SAP, Energy IP und weiteren Drittsystemen wie Lastmanagement, Ausfallmanagement oder Arbeitsauftragswesen austauscht. Das Zählerdatenmanagementsystem bildet dabei das Nervenzentrum der intelligenten Zählerinfrastruktur. Diese Daten- und Prozessintegration ermöglicht es Energieversorgungsunternehmen, ihre administrativen Geschäftsprozesse zu optimieren und gleichzeitig ihre Kundenpflege zu intensivieren.


Zukunftsorientierte Smart Grid-Gesamtlösung „Made in Austria“


AMIS (Automated Metering and Information System) ist ein Verbrauchsdatenerfassungs- und Verteilnetzautomatisierungs-System, das die digitale Verbrauchsdatenerfassung und das Management von Verteilnetzen in einem System vereint. Ergänzt wird das System durch ein Zählerdatenmanagementsystem. Was AMIS von allen bisherigen intelligenten Zählerlösungen unterscheidet, ist die Abdeckung der Lieferkette vom Erzeuger bis zum Verbraucher. AMIS wurde von Grund auf in Österreich entwickelt und die intelligenten Stromzähler werden von der burgenländischen Firma Becom produziert. Siemens Österreich ist außerdem das Headquarter für den weltweiten AMIS-Vertrieb und beherbergt konzernweite Kompetenzzentren für Smart Grid-Technologien. Einerseits ist in Österreich das Know-how in den Bereichen Verteilnetzautomatisierung, Datenübertragung über das Niederspannungsnetz (Power Line Communication, PLC) und Zählermesstechnik gebündelt. Der zweite Kompetenzbereich bei Siemens Österreich sind maßgeschneiderte Zählerdatenmanagementlösungen. Auch der Vertrieb des Zählerdatenmanagementsystems EnergyIP in Europa wird von diesem


Wiener Kompetenzzentrum verantwortet. In Österreich sind die intelligenten Stromzähler von Siemens in Oberösterreich, Kärnten und Salzburg im Testbetrieb. Insgesamt gibt es in Europa rund 20 AMIS-Pilotprojekte. Zuletzt hat Siemens für den deutschen Stromversorger EnBW Ostwürttemberg Donau Ries AG (EnBW ODR) eine Smart Metering-Infrastruktur mit etwa 135.000 Zählern und Lastschaltgeräten sowie rund 3.500 Datenkonzentratoren auf Basis von AMIS geliefert. Außerdem stellen die Smart-Metering- und Smart-Grid-Lösungen von Siemens ihre Leistungsfähigkeit bei der Energie AG in Oberösterreich, bei Arbon Energie in der Schweiz und bei der GASAG-Tochter Umetriq in Berlin unter Beweis.


Smart Grids als Teil des Siemens-Umweltportfolios


Energieeffiziente und umweltgerechte Lösungen für intelligente Stromversorgungsnetze (Smart Grids) sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Mrd. EUR erwirtschaftete. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart, das ist so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.


Siemens auf der Metering Europe in Wien


Auf der Metering Europe in Wien wurde gezeigt, wie Siemens das Zählerdatenmanagementsystem Energy IP als Teil einer Smart-Metering-Gesamtlösung über die SAP-zertifizierte MDUS-Schnittstelle (Meter Data Unification and Synchronization) an das Abrechnungssystem sowie über eine Webservice-Schnittstelle an das Netzsimulationstool PSS SINCAL von Siemens anbindet. Siemens ist somit in der Lage, den kaufmännischen Grundprozess Meter-to-Bill und den technischen Prozess der Netzplanung mit einem einheitlichen System abzudecken. Beide Prozesse wurden in Wien sowohl für die Smart Meter des AMIS-Systems von Siemens als auch für Zähler anderer Hersteller demonstriert.


Für die Anbindung des Netzplanungstools SINCAL demonstrierte Siemens, wie sich anstelle von statistisch angenommenen Verbrauchsdaten durch das Zählerdatenmanagementsystem akkumulierte Messdaten als reale Lastprofile der Verbraucher für die Netzplanung und -simulation einsetzen lassen, um eine genauere Berechnungsbasis zu haben. Die Verwendung tatsächlicher Verbrauchswerte wird umso notwendiger, je mehr regenerative Energiequellen ins Netz einspeisen oder zukünftig vermehrt Energie in der Nacht entnommen wird, beispielsweise zum Laden von Elektrofahrzeugen.


Offene Kommunikation und neue Standards


Sein bisher proprietäres Distribution-Line-Carrier-Kommunikationsverfahren (DLC), das als Kommunikationskanal für Stromzählerdaten das Niederspannungsnetz nutzt, wird Siemens Energy im Januar 2011 veröffentlichen. Damit schafft das Unternehmen Energieversorgern die Möglichkeit, innerhalb seines Verbrauchsdatenerfassungs- und Verteilnetzautomatisierungssystems AMIS auch Zähler anderer Hersteller einzusetzen.


Informationen:
Siemens AG Österreich
Mag. Christian Lettner, MA
Communications – Media Relations
Tel.: +43 51707 24046
Mobil: +43 664 80 117 24046
christian.lettner@siemens.com
www.siemens.at

 

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