qpunkt: Windkraft für den Hausgebrauch

17. September 2012

 

Eine steirische Firma sorgt dafür, dass Innenräume von Autos wohltemperiert sind. Aus der Not der Krise heraus hat qpunkt ein Windkraftwerk für Einfamilienhäuser entwickelt. Graz. Sie sieht eigentlich aus wie eine Flugzeugturbine. Der Innendurchmesser des Windkraftkonverters misst stattliche zwei Meter. Der Mitarbeiter der Firma qpunkt, der gerade an der Turbine arbeitet, könnte sich gemütlich an […]


Eine steirische Firma sorgt dafür, dass Innenräume von Autos wohltemperiert sind. Aus der Not der Krise heraus hat qpunkt ein Windkraftwerk für Einfamilienhäuser entwickelt.


Graz. Sie sieht eigentlich aus wie eine Flugzeugturbine. Der Innendurchmesser des Windkraftkonverters misst stattliche zwei Meter. Der Mitarbeiter der Firma qpunkt, der gerade an der Turbine arbeitet, könnte sich gemütlich an die Innenwand lehnen und eine Pause machen. „Das ist nur der kleine Windkraftkonverter“, erklärt Robert Breinl, Geschäftsführer von qpunkt. „Der Kleine“ ist für Einfamilienhäuser gedacht. Windkraft für den Hausgebrauch. Er hat eine Nennleistung von einem Kilowatt. Wie viel Strom er erzeugt, ist vom Standort abhängig.


Fünf Ex-Magna-Mitarbeiter

„Wir haben Berechnungen für Wiener Neustadt durchgeführt, dort würden wir den halben Jahresbedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhaushaltes schaffen“, sagt Breinl. Entstanden ist das Windkraftwerk für den Eigengebrauch aus der Not heraus. Das Unternehmen war von fünf ehemaligen Magna-Mitarbeitern im Frühjahr 2008 gegründet worden. Kein halbes Jahr später schlug die Wirtschaftskrise zu. „Wir haben überlegt: Wie können wir die Zeit nutzen, in der Aufträge rar sind?“ So begann man, eine Windturbine zu entwickeln. Inzwischen läuft der Prototyp seit einem Jahr auf einem Testgelände in Ungarn. Im Oktober startet der Verkauf, kosten soll die Turbine zwischen 5000 und 10.000 Euro.

Windkraft ist jedoch nicht das Kernthema von qpunkt. Spezialisiert hat sich das Unternehmen aus Hart bei Graz auf Thermomanagement, vor allem in Fahrzeugen. Was auch der Firmenname verdeutlichen will: Der Buchstabe „q“ mit einem Punkt oben ist das physikalische Symbol für Wärmestromdichte. „Wir beschäftigen uns mit allem, was mit Strömung und Wärme rund um Fahrzeuge zu tun hat: Dazu zählt die Motorkühlung, aber auch Innenraumklimatisierung, sowohl das Heizen als auch das Kühlen“, erklärt Breinl.

Als sie noch bei Magna tätig waren, hatten die fünf Gründer bereits großes Potenzial beim Thema Thermomanagement gesehen. „In die Strategie von Magna hat es aber nicht gepasst, die Abteilung weiter wachsen zu lassen.“ Mittlerweile hat qpunkt den Durchbruch geschafft. Inzwischen hat die Firma 90 Mitarbeiter. Standorte gibt es neben dem Hauptsitz in Graz in Ingolstadt, München, Stuttgart und Wolfsberg. „Die Kunden wollen die Betreuung vor Ort. Wir haben dann die Möglichkeit, Teile eines Projekts oder auch alles nach Graz zu geben. Aber der Grazer Standort würde ohne die Filialen bei den Kunden nicht funktionieren.“

Exportquote von 85 Prozent

Audi, Bentley, Porsche, BMW, Mercedes – all diese Firmen gehören zu den Kunden von qpunkt. Die Exportquote des jungen Unternehmens liegt bei 85Prozent. Die Besonderheit im Angebot des Engineering-Dienstleisters ist der hypermoderne Prüfstand. „Die Konzepte, also Kühl- oder Heizkonzept eines Autos, werden komplexer. Die Anzahl der Versuche und Simulationen wird größer. Es ist aber notwendig, schon in frühen Entwicklungsstadien Systemgrenzen auszuloten. Das muss in Phasen passieren, wo es noch keine Fahrzeuge gibt“, erklärt Breinl. Getestet werden Einzelteile, aber auch Teile im Verbund. So kann ein ganzer Kühlkreislauf am Prüfstand aufgebaut, getestet und optimiert werden, bevor er je den Innenraum eines Autos gesehen hat.

Hoffen auf Elektromotor

Immer wichtiger werde das Thema der Motorklimatisierung, dies ist vor allem bei Elektro- und Hybridfahrzeugen essenziell. Für Batterien von Elektrofahrzeugen reicht eine Luftkühlung nicht aus, da braucht es eine Klimaanlage extra für den Motor. „Je schneller sich Hybrid- und Elektrofahrzeuge verbreiten, desto besser ist das für uns“, so Breinl. Eine wirkliche Alternative wären Hybrid- und Elektrofahrzeuge aber erst, wenn die Batterien in der Reichweite mit der Leistung eines Verbrennungsmotors mithalten können.

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