Papier-Kreislauf

8. Oktober 2010

 

Die Papierindustrie fertigt mit ca. 1.800 m pro Minute Papier, das in Folge zu Zeitungen, Büchern, Ta-schentüchern, Verpackungen, etc. weiterverarbeitet wird. Weltweit produzieren ca. 7.800 Papierfabri-ken und ungefähr 4.000 Zellstofffabriken um die 350 Millionen Tonnen Papier. In den letzten Jahren ist der Verbrauch an Papierwaren kontinuierlich gestiegen, nicht zuletzt auch dadurch, dass technische Innovationen und […]


 

Die Papierindustrie fertigt mit ca. 1.800 m pro Minute Papier, das in Folge zu Zeitungen, Büchern, Ta-schentüchern, Verpackungen, etc. weiterverarbeitet wird. Weltweit produzieren ca. 7.800 Papierfabri-ken und ungefähr 4.000 Zellstofffabriken um die 350 Millionen Tonnen Papier. In den letzten Jahren ist der Verbrauch an Papierwaren kontinuierlich gestiegen, nicht zuletzt auch dadurch, dass technische Innovationen und kreative Produktideen die Verwendung von Papier für immer mehr Artikel möglich machen. Ein wichtiger Teil des Papierverbrauchs sind Hygieneartikel wie Toilettenpapier, Servietten, oder Taschen- und Wischtücher. Allein in Europa werden jährlich 22 Milliarden Rollen Toilettenpapier verbraucht. Damit könnte die Erde 12.000-mal umwickelt werden. In Österreich werden pro Kopf im Jahr an die 10 kg Toilettenpapier gekauft und der jährliche Verbrauch von Papierwaren insgesamt liegt in Österreich bei 225 – 250 kg pro Person.

Altpapier wird in Österreich seit den 50er Jahren getrennt gesammelt, ursprünglich durch das Rote Kreuz und die Feuerwehren. 1986 führte die Saubermacher Dienstleistungs AG die österreichweit erste Sammlung im 3-Tonnensystem (Glas, Papier und Restmüll) ein. Das Sammeln und Wieder-verwerten von Altpapier befindet sich in Österreich auf sehr hohem Niveau. In den vergangenen Jahren konnten über 600.000 to Altpapier pro Jahr gesammelt werden, dabei stehen der österrei-chischen Bevölkerung ca. 900.000 Altpapierbehälter zur Verfügung.

Die Verwertung des gesammelten Altpapiers erfolgt großteils im Inland durch die österreichische Papierindustrie. Aufgrund der besonderen wirtschaftlichen Bedeutung hat die Österreichische Pa-pierindustrie schon im Jahr 1990 eine freiwillige Selbstverpflichtung abgegeben.

Im Rahmen der Verwertung wird das Altpapier als Sekundärfaser – anstatt großer Teile des Zellstoffs aus Holz (Primärfaser) – wieder dem Papier-Produktionsprozess zugeführt. Dies führt zu enormen Ein-sparungen beim Holz- und Wasserverbrauch. Bei der Herstellung von Recyclingpapier entstehen zudem weniger Abwässer, die geklärt werden müssen und es wird weniger Energie benötigt. Die Qua-lität des Recyclingpapiers steht dem „normalen“ Papier um nichts nach. Sechs bis sieben Mal kann eine Papierfaser einen solchen Kreislauf von der Erzeugung bis zum Recycling durchwandern ehe sie schließlich mit Verunreinigungen und Farbresten als „Reject“ aus der Produktion ausgeschieden werden muss.

Der Papierkreislauf beschäftigt in Österreich rund 20.500 Menschen in der Sammlung und Sortierung, Produktion und der Papier verarbeitenden Industrie. International gesehen gilt der österreichische Pa-pierkreislauf als vorbildhaft: nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, ständige Weiter-entwicklung modernster Produktions- und Umwelttechnologien, hohe Sammelmoral in der Bevölkerung und kreative Verwertungsideen sind die Grundpfeiler, die den Kreislauf auf dieses hohe Niveau gehoben haben.

Nutzen und Vorteile der Altpapierverwertung

– Primärfasern (aus Holz) werden durch Sekundärfasern aus Altpapier ersetzt
– Reduktion des Energiebedarfs von über 60 % (pro to produziertes Papier: ca. 11.000 kWh bei weißem Neupapier zu ca. 4.000 kWh bei recyceltem Papier)
– weniger Chemikalien (Sulfit/Sulfat, Chlor, Wasserstoffperoxid) eingesetzt, dadurch Senkung der Abwasserbelastung um ca. 94 %
– Reduktion des Wasserverbrauchs um 96 % (pro to produziertes Papier: ca. 250.000 l bei weißem Neupapier zu ca. 10.000 l bei recyceltem Papier)
– nicht getrennte Altpapiersammlung würde Anwachsen des Restmülls um 40 % bedeuten

Für Beratung und mehr Informationen Altpapiersammlung und -verwertung stehen Ihnen die Sauberma-cher Entsorgungsfachberater gerne zur Verfügung.

Österreichweit unter Tel.: 059 800 oder per E-Mail an: office@saubermacher.at
Mehr Umweltnews im Internet: www.saubermacher.at

Quelle: Saubermacher / 25.9.2010

 

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