Naturprodukt mit Naturenergie

24. Juni 2010

 

Lehner Wolle³ – größter österreichischer Wollverarbeiter kühlt und heizt mit Biomasse


 

Weben, Spinnen, Walken – die drei Kernkompetenzen von Lehner Wolle³. Der 60-Mann Betrieb im oberösterreichischen Waizenkirchen hat in den letzten beiden Jahren seinen Umsatz mit innovativen naturreinen Produkten aus Schafwolle verdoppelt. Nicht zuletzt durch die Erweiterung der Produktpalette auf innovative Dämmprodukte der Marke Isolena. Der ganzheitliche ökologische Ansatz wurde nun auch beim Neubau von Produktionshalle und Bürogebäude auf innovative Weise umgesetzt. Zentrales Elment – Wärme und Kälte aus Biomasse für ein optimales Raum- und Produktionsklima.

Die Haustechnik Innovationen
Höchste Standards in der Wollverarbeitung stellen hohe Anforderungen an das Raumklima. Wolle lädt sich bei schlechten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverhältnissen elektrostatisch auf – schwankende Produktqualitäten sind die Folge. Und der Firmeninhaber Alexander Lehner ergänzt: „Das Raumklima ist auch für ein gesundes Arbeitsplatzklima entscheidend – wir wollen, dass sich unsere Mitarbeiter wohlfühlen“. Hinter dieser Wohlfühl-Atmosphäre steckt ein innovatives Technik-Paket des örtlich ansässigen Haustechnikers Wurm Energiesysteme:

– Wärmeerzeugung mit Biomasse (100 kW Pelletheizung) und 80 m² Kollektorfläche
– Kälteerzeugung mit Absorptionskältemaschine (24 Stunden Betrieb mit Biomasse, solarthermisch unterstützt)
– Regenwasser-Verdunstungskühlung
– Wärmerückgewinnung mit Schmutzwasserwärmetauscher
– Rohr- und Pufferisolierung mit Schafwolle
– Tageslichtsystem und Nachtlüftung in Büro und Produktionsbetrieb

Biomasse sorgt für Wärme und Kälte
Anstatt einer herkömmlichen Kompressionskältemaschine kommt bei Lehner Wolle³ eine Absorptionskältemaschine zum Einsatz. Der Vorteil: Sie braucht wesentlich weniger mechanische Energie (das Pumpen von Flüssigkeit erfordert im Vergleich zur Verdichtung von Gas je kg sehr wenig Arbeit). Beim Absorptionsverfahren wird das Kältemittel nicht in einem Feststoff sondern bei niedrigem Druck in einer Flüssigkeit gelöst. Mittels Pumpe wird das Kältemittel dann auf ein hohes Druckniveau gebracht. Durch Wärmezufuhr wird das Kältemittel wieder ausgetrieben.

Kühlen mit Biomasse wirtschaftlicher als mit herkömmlicher Kältemaschine
Schon jetzt hat Biomasse erhebliche Kostenvorteile in der Kälteerzeugung. Ausgehend von einer Kühllast von 210 kW ergeben sich mittlere jährliche Gesamtkosten pro kWh Kälte 12 Cent mit einer Absorptionskältemaschine im Vergleich zu 17 Cent/kWh mit einer Kompressionsanlage. Für das Praxisbeispiel ergibt sich somit ein jährlicher Kostenvorteil von ~16.000 Euro und wirtschaftliche Positiv-Effekte hinsichtlich Steigerung regionaler Wertschöpfung. Für die Biomasse insgesamt ergibt sich mit damit ein weiteres Einsatzfeld mit enormen Potential. Im Bereich der Landwirtschaft etwa könnten solche innovativen Konzepte im Bereich Milch- und Lebensmittelkühlung verstärkt zum Einsatz kommen.

 

Quelle: KWB, www.kwb.at, 24. Juni 2010

Neues Produktionsgebäude Lehner Wolle

Lehner Wolle Gruppenfoto

Rohrisolierung aus Schafwolle

GF Lehner Wolle Alexander Lehner

 

Weitere News zu diesem Thema

Technologieführer wachsen schneller

Die diesjährige Konjunkturerhebung der steirischen Green Tech Branche zeigt eindrucksvoll, dass Forschung und Entwicklung in der Umwelttechnik eine Schlüsselrolle spielt. mehr →


Mobilitätsstudie anlässlich der heurigen Mobilitätswoche gewinnen

Der Grazer Klimabündnis Betrieb Greendrive verlost anlässlich der heurigen Mobilitätswoche eine Mobilitätsstudie für Unternehmen inkl. Beratungsgespräch im Wert von 2.000 €. mehr →


Green Energy Profis

Die Energie Steiermark hat mit dem Bau des modernsten Ausbildungszentrum Österreichs im Bereich „Green Energy“ begonnen. mehr →