Mobilität als „Anti-Mikado“: Wer (sich) bewegt, gewinnt!

13. Februar 2014

 

Zu einem im wahrsten Sinne des Wortes bewegenden Wettstreit zum Thema Mobilität laden die städtische Verkehrsplanung und Verkehrsstadtrat Mag. (FH) Mario Eustacchio alle Grazer Klein- und Mittelbetriebe ein: Im Rahmen des zweiten Wettbewerbs für Betriebliches Mobilitätsmanagement werden die nachhaltigsten und umweltfreundlichsten Maßnahmen für alle berufsbedingten Wege gesucht. Die findigsten Unternehmen gewinnen wertvolle Geldpreise, die Umwelt […]


 

Zu einem im wahrsten Sinne des Wortes bewegenden Wettstreit zum Thema Mobilität laden die städtische Verkehrsplanung und Verkehrsstadtrat Mag. (FH) Mario Eustacchio alle Grazer Klein- und Mittelbetriebe ein: Im Rahmen des zweiten Wettbewerbs für Betriebliches Mobilitätsmanagement werden die nachhaltigsten und umweltfreundlichsten Maßnahmen für alle berufsbedingten Wege gesucht. Die findigsten Unternehmen gewinnen wertvolle Geldpreise, die Umwelt siegt sowieso…

Alle Grazer Betriebe mit mindestens 20 und höchstens 250 Beschäftigten sind eingeladen, sich an dem von der städtischen Abteilung für Verkehrsplanung und Verkehrsstadtrat Mag. (FH) Mario Eustacchio ausgeschriebenen Wettbewerb für Betriebliches Mobilitätsmanagement zu beteiligen. Gefragt sind konkrete Konzepte, die zum einen Teil aus einem Maßnahmenkatalog der Stadt Graz zur nachhaltigen Veränderung der Mobilität von Bediensteten auf ihrem Weg zur Arbeit, im Berufsverkehr und wieder nach Hause – hin zu sanften und nachhaltig umweltfreundlichen Verkehrsmitteln – gewählt werden, zum anderen Teil auch den eigenen Denkfabriken entspringen. Jenen fünf Betrieben, die mit den überzeugendsten Vorschlägen aufwarten können, winken wertvolle Preise: Der Sieger wird mit 10.000 Euro prämiert, für die nächstbesten Entwürfe gibt es noch 7.000, 5.000 und zweimal je 3.000 Euro.

Städtischer Leitfaden für Maßnahmen zum Betrieblichen Mobilitätsmanagement

Erleichtert wird die Suche nach geeigneten Maßnahmen für eine umweltbewusste Mobilität auf dem Weg zur Arbeit durch einen ganz besonderen und willkommenen „Schummelzettel“: Ein brandaktueller Leitfaden „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ zur Unterstützung umweltfreundlicher Wege in die Arbeit, herausgegeben von der städtischen Verkehrsplanung, listet auf fast 100 Seiten rund 50 Aktionsprogramme in fünf Kategorien – Öffentlicher Verkehr, Radverkehr, Parkraummanagement, Informations- und Motivationsmaßnahmen – auf, aus denen man, gespickt mit eigenen Ideen, ein maßgeschneidertes Paket für den jeweiligen Betrieb zusammenstellen kann. Ziel ist es, die Betriebe zu motivieren, weniger auf das Auto und stattdessen mehr auf Sanfte Mobilität zu setzen. Die Palette der vorgeschlagenen Maßnahmen  reicht von Jobtickets über die Einrichtung attraktiver Fahrrad-Abstellmöglichkeiten, eine geänderte Zuteilung und Positionierung von Pkw-Abstellplätzen und CarSharing bis hin zu Welcome-Packages für neue Beschäftigte und einer gesunden Jause für jene Bediensteten, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß in die Arbeit gekommen sind. Die einzelnen Maßnahmen bringen je nach ihrer ökologischen Wertigkeit Punkte; wer die meisten Punkte durch seinen Mix sammelt, hat gewonnen. Viel Beratung durch die Forschungsgesellschaft Mobilität, die von der städtischen Verkehrsplanung mit der Abwicklung des Wettbewerbs beauftragt worden ist, zählt ohnehin zum attraktiven Gesamtpaket des Wettbewerbs.

Rund 860 Betriebe zur Teilnahme eingeladen

Und wie funktioniert der bewegende Wettstreit der Ideen in der Praxis? Alle rund 860 Grazer Klein- und Mittelbetriebe mit 20 bis 250 Beschäftigten werden angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen, danach kontaktiert und auf Wunsch mit einer Erstberatung versorgt. Wer sich daraufhin zum Mitmachen entschließt, hat Zeit, sich bis 31. März anzumelden und seine geplanten Maßnahmen bekannt zu geben. Die eingereichten Projekte werden danach von einer Jury, die sich aus VertreterInnen der Stadt Graz, der Wirtschaftskammer Steiermark, eines Unternehmens und der Forschungsgesellschaft Mobilität (FGM) zusammensetzt, bewertet und gereiht. Danach werden die ausgewählten Preisträger informiert und zur Umsetzung ihrer Konzepte eingeladen. Anhand einer Mobilitätserhebung, wie die Betriebe zu Beginn und zum Abschluss der fünf Monate dauernden Umsetzungsphase ihre Mobilität organisieren, werden die Fortschritte bei der Verwirklichung der umweltschonenden Änderung der Fortbewegung überprüft. Die Auszahlung des Preisgeldes, die im Herbst im Rahmen einer Gala stattfinden wird, ist dabei an eine Umsetzung der preisgekrönten Konzepte gebunden!

Gewinner 2012 zeigen es vor: Es zahlt sich aus!

Motivation zur Teilnahme für die Grazer Klein- und Mittelbetriebe sollten die Resultate des ersten Wettbewerbs sein, der im Jahr 2012 eine „Beute“ der Firma XAL in Puntigam geworden war: Die Firma, die sich mit Licht in all seinen Facetten beschäftigt, ging im doppelten Wortsinn mit leuchtendem Beispiel voran und sicherte sich die Siegesprämie von 10.000 Euro. Aus dem großen Maßnahmenmix sticht vor allem die maßgeschneiderte hauseigene Kampagne „XAL in motion“ hervor, bei der E-Bikes und Elektrofahrzeuge getestet, Fahrräder gewartet, ein Mobilitätslotto veranstaltet und ein eigenes Informationsfrühstück über die angebotenen Maßnahmen veranstaltet wurden. Zu den Aktionen zählten zudem Förderungen von Halbjahres- und Jahreskarten für den Öffentlichen Verkehr, Anpassungen der Arbeitszeiten an die ÖV-Fahrpläne, Fahrrad-Serviceboxen im Betriebsgelände, reservierte eingangsnahe Parkplätze für Fahrgemeinschaften und eine Gegenüberstellung der Anreisezeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem eigenen Pkw. Als Folge dieser Initiative sank der Anteil jener

Beschäftigten, die mit dem eigenen Auto zur Arbeit fahren, von vorher immerhin 79 auf nachher 70 Prozent.

Auf letzterem Gebiet prozentuell noch erfolgreicher war sogar die Spenglerei Franz Hammer aus Wetzelsdorf: Sie übernahm mit ihrer Aktion Job-Ticket die gesamten Kosten für Arbeitswege mit dem Öffentlichen Verkehr – und gestaltete daneben ihre Arbeitszeiten so flexibel, dass es jeder und jedem Bediensteten möglich wurde, die „Öffis“ auch tatsächlich zu benutzen. Der Lohn dafür: Statt vorher 29 Prozent kommen seither 50 Prozent der Beschäftigten mit dem ÖV zur Arbeit – was sich für die Spenglerei mit 3.000 Euro Prämie aus dem Wettbewerb Betriebliches Mobilitätsmanagement zu Buche schlug.

Weitere Preisträger des ersten Wettbewerbs Betriebliches Mobilitätsmanagement waren im Jahr 2012 die Citypark GmbH mit einem Radfahrschwerpunkt, die Novapark Hotelbetriebs GmbH mit Mobilitäts-Synergien für Gäste und MitarbeiterInnen und die Anker Datentechnik GmbH, die vor allem dank einer ausgeklügelten Anreiseanalyse den Anteil der Öffi-BenutzerInnen bei ihrem Personal deutlich erhöhen konnte.

Stadtrat Mag. (FH) Mario Eustacchio: Klares Bekenntnis zum „sanften Wettstreit“

Verkehrsstadtrat Mag. (FH) Mario Eustacchio stellt sich klar hinter den „sanften Wettstreit“: „Die Ideen und Maßnahmen zum Betrieblichen Mobilitätsmanagement haben sich vielfach als praxisnah, innovativ und zielführend bewiesen. Denn wenn Unternehmen die umweltbewusste Mobilität ihrer Mitarbeiter fördern, so schafft das auch einen Mehrwert in Sachen Lebensqualität für alle. Darum ist es sinnvoll, dass dieser Wettbewerb der ,sanften Mobilitätsideen‘ auch 2014 stattfindet.“

Verkehrsplanung investiert 48.000 Euro ins Betriebliche Mobilitätsmanagement

Die Abteilung für Verkehrsplanung der Stadt Graz investiert in die Offensive für Betriebliches Mobilitätsmanagement heuer übrigens rund 48.000 Euro. 60 Prozent davon gehen als Preisgeld des Wettbewerbs direkt an die vorbildlichen Betriebe.

Weitere Informationen zum Betrieblichen Mobilitätsmanagement findet man im Internet auf der Homepage der Stadt Graz unter der Adresse www.graz.at/BMM.

Quelle: Stadt Graz, Stadtbaudirektion

 

 

 

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