Lastenräder: die grüne und günstige Alternative

8. April 2014

 

In dänischen und holländischen Städten gehören sie zum Stadtbild: Lastenräder. Dort werden sie nicht nur zum Transport von Kindern, sondern auch als gewerbliche Liefer- und Transportfahrzeuge und sogar als mobile Verkaufsstände genutzt. In Kopenhagen (530.000 Einwohner) gibt es an die 35.000 Lastenräder. In Graz, mit seinen knapp 270.000 Einwohnern, liegt die Zahl noch unter 100. […]


 

In dänischen und holländischen Städten gehören sie zum Stadtbild:
Lastenräder. Dort werden sie nicht nur zum Transport von Kindern, sondern auch als gewerbliche Liefer- und Transportfahrzeuge und sogar als mobile Verkaufsstände genutzt. In Kopenhagen (530.000 Einwohner) gibt es an die 35.000 Lastenräder. In Graz, mit seinen knapp 270.000 Einwohnern, liegt die Zahl noch unter 100. Das Potential ist also noch lange nicht ausgeschöpft! Ähnlich wie in Graz sieht es in vielen Europäischen Städten aus. Deshalb hat sich das EU-geförderte Projekt Cyclelogistics, das aus Graz koordiniert wird (http://www.fgm.at/), zum Ziel gesetzt, die Nutzung von Lastenrädern zum Transport von Waren in Europäischen Städten zu fördern. Insbesondere hat sich das Projekt dabei auf den gewerblichen und kommunalen Einsatz von Lastenrädern konzentriert.

Eine Studie aus dem Projekt hat gezeigt, dass in Städten 4 von 10 motorisierten Wegen auf das Fahrrad verlagert werden könnten. In Graz werden durchschnittlich täglich 1,2 Millionen Wege zurückgelegt, 300.000 sind dabei motorisierte Fahrten, die mit dem Transport von Waren zu tun haben. Davon wiederum entfallen fast 100.000 Wege auf gewerbliche Zwecke. Eine große Chance also unsere Luft reiner zu machen und die Lebensqualität zu steigern.

Wie aber überzeugt man Unternehmen, Gemeinden und Nutzer davon, dass ein Lastenrad für den Transport ihrer Güter bestens geeignet ist und darüber hinaus viele Vorteile hat? Am einfachsten geht das, indem man gratis Testfahrräder zur Verfügung stellt. Deshalb gab es während des Cyclelogistics Projekts in alle 8 Partnerländern ein „Living Laboratory“ in denen interessierten Nutzern die Möglichkeit geboten wurde verschiede Lastenradtypen kostenlos zu testen. Eine solche Testmöglichkeit ist deshalb wichtig, weil die Fahreigenschaften der verschiedenen Lastenradräder äußerst unterschiedlich sind und nicht jedes Lastenrad für jede Anwendungsart gleich gut geeignet ist. So sind 2-rädrige Lastenräder viel wendiger und schneller und werden daher gerne für rasches Ausliefern in der Stadt genutzt. 3-rädrige Lastenräder hingegen, sind langsamer aber stabiler und zum Beispiel gut als mobile Verkaufsstände oder zum Transport sperriger Güter und Gegenstände geeignet.

In Graz, war es durch das „Living Laboratory“ möglich interessierten Unternehmen 7 verschiedene Lastenräder zur Verfügung zu stellen. Ein achtes Rad wurde von der Holding Graz probeweise zur Straßenreinigung eingesetzt. Dieser Testeinsatz stellte sich als äußerst erfolgreich heraus, denn mittlerweile hat die Holding Graz selbst zwei weitere E-Lastenräder für die Straßenreinigung in Graz angeschafft. Die Zufriedenheit der Nutzer wird auf dem Blog der Stadt Graz ganz offensichtlich: http://blog.holding-graz.at/unterwegs-mit-alois/ und http://blog.holding-graz.at/sauberkeit-reinigungsdienst/.

Das „Living Laboratory“ war in Graz ein besonderer Erfolg, denn in den letzten 3 Jahren stieg die Anzahl der Lastenräder in der Murmetropole von etwas über 20 auf fast 80. Das ist sicher auf die Kombination des „Living Labs“ mit einer Lastenradförderung der Stadt Graz zurückzuführen. Dabei wird pro Unternehmen und Institution (Schulen, Universitäten, Wohnbauträger, Hausverwaltungen, etc.) 50% des Kaufpreises oder max. 1000 Euro von der Stadt übernommen (http://www.graz.at/cms/beitrag/10175977/360817/ ). So wurden allein 2013 nach Tests im „Living Laboratory“ 23 Lastenräder von Unternehmen für den Gütertransport angeschafft. Dabei haben ganz unterschiedliche Firmen von dem Angebot Gebrauch gemacht: Fahrradkuriere, Werbefirmen, Restaurants, Bäckereien, Versicherungen, On-line Shops, Kleiderboutique, EDV-Firma, Design Studio, Graphiker, Architekten, usw.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
Frau Susanne Wrighton
Tel.: 0043 316 810 45 121
 wrighton@fgm.at

 

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