Günstiger Solarstrom bald aus Hausfassaden

16. Juni 2011

 

Solaranlagen, die in Fensterfronten integriert sind, oder sich Hausfassaden farblich angleichen: Das Technologieunternehmen FIBAG entwickelt mit Nobelpreisträger für Ingenieure, Michael Grätzel, günstigen Solarstrom aus Farbstoff.Die Natur als VorbildDas Prinzip der Grätzel-Zelle, einer Solarzelle aus Farbstoff, klingt einfach: Man benötigt dazu etwa den ausgepressten Saft einer Schwarzbeere, leitendes Glas und Sonnenlicht. Der in der Schweiz tätige Chemiker […]


 

Solaranlagen, die in Fensterfronten integriert sind, oder sich Hausfassaden farblich angleichen: Das Technologieunternehmen FIBAG entwickelt mit Nobelpreisträger für Ingenieure, Michael Grätzel, günstigen Solarstrom aus Farbstoff.

Die Natur als Vorbild
Das Prinzip der Grätzel-Zelle, einer Solarzelle aus Farbstoff, klingt einfach: Man benötigt dazu etwa den ausgepressten Saft einer Schwarzbeere, leitendes Glas und Sonnenlicht. Der in der Schweiz tätige Chemiker Michael Grätzel hat sich von der Natur abgeschaut, wie sie Licht in Energie umwandelt und eine Art technische Photosynthese entwickelt.

Der Nobelpreisträger für Ingenieure will seine Entdeckung nun gemeinsam mit einer steirischen Firma in die Praxis umsetzen. Seine Solarzelle ist die einzige, die transparent in Häuserfassaden integriert werden kann. „Man kann die Farbe der Fassade wählen, auch völlig durchsichtige Fassaden erzeugen Strom aus Licht“, versichert der Wissenschafter.

Binnen sechs Monaten erste Solar-Fassade
Das steirische Technologieunternehmen FIBAG, mit einem Forschungszentrum für integrales Bauwesen in Stallhofen, will binnen sechs Monaten die erste Fassade in der Steiermark mit der Grätzel-Solarzelle ausstatten. Neben einem flexiblen Design kommt die neue Technologie ohne teures Silizium aus, so Mario Müller, Vorstand von FIBAG: „Ganz wesentlich ist, dass die Technologie billiger wird und leichter verfügbar, das heißt, es wird zu einer Halbierung wenn nicht Verviertelung des Preises kommen.“

Auch für Einfamilienhäuser eine Option
In etwa zwei Jahren könnten Fassadensysteme mit Farbstoff-Solarzellen großtechnisch produziert werden und damit auch für Einfamilienhäuser interessant werden. „Grundsätzlich ist jede Technologie, die wir großtechnisch in die Gebäudehüllen bauen, auch kleintechnisch denkbar, das ist wie in der Formel 1. Alles, was in einem Formel-1-Boliden ist, findet früher oder später Einzug in den Personenkraftwagen“, so Müller.

Solarzellen auch im Rauminneren
Die Farbstoff-Solarzellen können auch in diffusem Licht Energie produzieren und sie fangen das Licht aus allen Richtungen und auch im Inneren von Gebäuden ein. Somit könnte auch ein Tisch mit eingebauter Solarzelle Strom erzeugen.

Quelle: steiermark.orf.at / 16.06.2011 
Zum Originaltext gelangen Sie HIER.

 

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