Grüne Jobs, neues Denken

26. November 2010

 

Forschung, Infrastruktur, politischer Wille – das ist der Stoff, aus dem die Öko-Realität gestrickt ist, in der Green Jobs entstehen.


 

Green Jobs sind in aller Munde. Spätestens seit Beginn des Wahlkampfes stellt sich die Frage: Wer bietet mehr? SPÖ, ÖVP und Grüne überbieten einander geradezu im Wettstreit um die besseren Zahlen.

Zum Wettstreit der besseren Ideen trug die Arbeiterkammer bei, indem sie im Rahmen der Stiftingtaler Gespräche vier Experten nach Graz einlud, über konkrete Perspektiven zu berichten.

Nachhaltiges Wirtschaften weicht in zweierlei Hinsicht von herkömmlichem Wirtschaften ab, sagt Philipp Schepelmann vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Erstens: Das Wachstum ist langsam, aber stetig. Dafür hält es auch in Zeiten der Wirtschaftskrise an, wie Bernhard Puttinger vom Eco-Netzwerk Styria bestätigte. Sowohl was den Umsatz als auch was die Zahl der Beschäftigten (!) betrifft, wuchs der Bereich der erneuerbaren Energie und Umwelttechnik in der Steiermark auch im vergangenen Krisenjahr um fünf Prozent.

Zweitens: In Zusammenhang mit nachhaltigem Wirtschaften werden nicht über das Personal, sondern über den Materialeinsatz die Einspareffekte erzielt – Balsam auf die Seelen der leidgeprüften Arbeitnehmer.

Völlig neue Jobs entstehen, nicht nur im engeren technischen Bereich: Forschung ist der Angelpunkt für die Entwicklung neuer Strategien, aber der Transfer von Know-how – wie setze ich meine Ressourcen effizient ein, wie spare ich Strom, Rohstoffe – sei mindestens ebenso wichtig, so Schepelmann. In vielen Unternehmen werde darauf immer noch zu wenig geachtet, obwohl das Ausmaß der Wertschöpfung direkt davon abhängig sei.

Politik, Industrie und Forschung müssen sich verzahnen und konsequent auf das Ziel hinarbeiten. Sascha Ruhland von der KMU Forschung in Wien illustrierte anhand zweier Beispiele, des Campus Vienna Biocenter und der Bio Regio München, das Erfolgsrezept: Auf vorhandene Strukturen setzen, neue Infrastruktur und Forschung draufsetzen, langfristige politische Unterstützung sichern, um die „weichen“ Strukturfaktoren (die Lebensqualität) ergänzen. Die Vernetzung, das Verbinden einzelner Elemente, auch verschiedener Schienen wie Tourismus und Gewerbe, sei entscheidend.

Die Forschungstöpfe zumindest würden von der Steiermark effizientest genützt, bestätigte Andreas Geisler von der Forschungsförderungsgesellschaft. Die größte Hürde und gleichzeitig Maßstab für den Erfolg sei der Transfer, der Schritt, der aus einem Forschungsprojekt viele neue Arbeitsplätze werden lasse.

Quelle: Kleine Zeitung / 23.06.2010

 

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