Grüne Fernwärme für Graz

16. November 2017

 

Der Umbau des Grazer Fernwärmenetzes schreitet weiter voran. Die Restwärme der Papierfabrik Sappi aus Gratkorn versorgt ab sofort 20.000 Haushalte mit ökologischer und regionaler Energie. Das entspricht rund 15 % des jährlichen Bedarfs an Fernwärme in Graz und spart rund 20.000 Tonnen CO2 ein. Das 22,8 Millionen Euro teure Fernwärmeprojekt Sappi ist damit ein wesentlicher Baustein der Grazer Wärmeversorgung mit erneuerbarer Energie. Gemeinsam mit der Nutzung der industriellen Abwärme aus der Marienhütte und mehreren Solaranlagen wird der Wärmebedarf nunmehr zu 25 % aus erneuerbaren Quellen gedeckt.


 

Sappi und Bioenergie versorgen Graz mit Fernwärme

 

Die neue Wärmeübergabestation bei der Holding Graz Wasserwirtschaft ist eröffnet. Die Restwärme der Papierfabrik Sappi wird dort in das Grazer Fernwärmenetz eingespeist.

Der Standort der Wärmeübergabe in der Wasserwerkgasse 9-11 wurde feierlich eröffnet. Mit dabei waren neben den Projektpartnern Sappi Austria-Geschäftsführer Dr. Max Oberhumer, Bioenergie Fernwärme BWS Geschäftsführer Mag. Jakob Edler und den Geschäftsführern der Energie Graz MMag. Werner Ressi und DI Boris Papousek auch Landesrat Anton Lang und Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl sowie der Vorstand der Holding Graz mit  Vorstandsvorsitzendem DI Wolfgang Malik, Vorstandsdirektorin Mag. Barbara Muhr und Vorstandsdirektor Dr. Gert Heigl sowie die Geschäftsführer der Energie Steiermark Wärme DI Gerald Moravi und DI Clemens Hackl.

 

 

Dieses Kooperationsprojekt der Energie Graz, der Papierfabrik Sappi und der Bioenergie Fernwärme BWS macht möglich, dass 20.000 Grazer Haushalte mit ökologischer und regionaler Energie versorgt werden. Das entspricht rund 15 Prozent des jährlichen Bedarfs an Fernwärme in Graz. 20.000 Tonnen CO2 können damit eingespart werden.

Die Wärmeauskoppelung erfolgt bei der Papier- und Zellstofffabrik Sappi in Gratkorn. Damit die sogenannte Brüdendampfwärme aus der Eindampfanlage zur Energieerzeugung genutzt werden kann, kommen sieben getrennte Wärmetauscher der Grazer Firma Andritz zum Einsatz.

Für den Bau der zwölf Kilometer langen Fernwärmeleitung entlang der B67 von Gratkorn nach Graz, die von der weststeirischen Bioenergie Fernwärme BWS GmbH realisiert wurde – die Rohre wurden von der Firma Isoplus in Höhenberg NÖ hergestellt, den Rohrbau übernahm die Firma IMRO ­-  wurden mehr als 40.000 m³ Erdreich bewegt und Schweißnähte mit einer Gesamtlänge von ca. 5 km hergestellt.

 

 

Im Bereich des Wasserwerks der Holding Graz wurde durch die Firma Herzog ein Pump- und Regelgebäude zur Übergabe der Wärmeenergie an das Netz der Energie Graz errichtet. Die Gesamtanlagensteuerung sowohl für den Wärmetransport als auch für die Wärmeeinspeisung ins Grazer Netz wurde von der Firma Schneid aus Pirka bei Graz umgesetzt.

Der Investitionsbedarf des Projektes beträgt rund 22,8 Millionen Euro und wird von der Steiermärkischen Sparkasse finanziert. Das Großprojekt wird zu 30 Prozent aus Mitteln des Bundes, des Landes Steiermark und der EU gefördert. Die Förderungsabwicklung erfolgt durch die Kommunalkredit Public Consulting in Wien. Mit diesem Projekt wird ein wichtiger Impuls für die Steirische Wirtschaft geleistet und zur Sicherung von regionalen Arbeitsplätzen beigetragen.

Das Fernwärmeprojekt Sappi ist ein wesentlicher Baustein für die ambitionierten Grazer Ziele, die Wärmeversorgung aus Alternativenergie (Erneuerbare & Abwärme & Umweltwärme) zu intensivieren. Graz deckt zusammen mit der Nutzung der industriellen Abwärme aus der Marienhütte und mehreren Solaranlagen den Wärmebedarf nunmehr zu 25% aus erneuerbaren Quellen. Dieser Anteil soll bis 2030 auf 50% erhöht werden, wie in der Strategie „Wärmeversorgung Graz 2020/30″ dargelegt wurde. Dadurch gelingt nicht nur eine nachhaltige und umweltschonende Energieversorgung aus regionalen Ressourcen, sondern die Stadt Graz wird auch unabhängiger von fossiler Energie.

Fotos: Energie Graz, Stadt Graz/Foto Fischer 

 

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