Grazer Unternehmen starten mit „solarer Kühlung“ durch

26. November 2010

 

Während viele derzeit vor der Sonne flüchten, nutzen findige steirische Unternehmer deren Energie zur Kühlung und starten mit ihrer Technologie weltweit durch.Die „solaren Kühlungen“ von Solid und Ökotech sind bereits in Betrieb: Im US-Staat Arizona, auf dem Dach der größten portugiesischen Bank in Lissabon oder derzeit in Abu DhabiDie Idee klingt so simpel wie raffiniert. […]


 

Während viele derzeit vor der Sonne flüchten, nutzen findige steirische Unternehmer deren Energie zur Kühlung und starten mit ihrer Technologie weltweit durch.
Die „solaren Kühlungen“ von Solid und Ökotech sind bereits in Betrieb: Im US-Staat Arizona, auf dem Dach der größten portugiesischen Bank in Lissabon oder derzeit in Abu Dhabi

Die Idee klingt so simpel wie raffiniert. Genau dann, wenn die Sonne am intensivsten scheint, ist auch der Kühlungsbedarf am höchsten. Warum also nicht die Energie der Sonne zum Antrieb von Kühlsystemen nutzen? Und niemand ist mit der Technologie derzeit so weit fortgeschritten wie einige Unternehmen im steirischen Umweltcluster Eco World Styria.

Speerspitze: Die Partnerunternehmen Solid und Ökotech aus Graz mit jeweils 25 Mitarbeitern. Sie haben gemeinsam einige der weltweit größten Anlagen mit einer solchen „solaren Kühlung“ gebaut. Im US-Staat Arizona, auf dem Dach der größten portugiesischen Bank in Lissabon oder derzeit in Abu Dhabi. „Da bauen wir für die Königsfamilie eine solare Kühlanlage mit einem Auftragswert von einer Million Euro“, so Solid-Chef Christian Holter. Schon in den nächsten Wochen könnten weitere Megaprojekte in den USA und Asien hinzukommen. Die Technologie dahinter: Wie bei der hierzulande verbreiteten solaren Warmwasseraufbereitung wird Wasser in Sonnenkollektoren erhitzt, und ähnlich wie bei Kühlschränken wird dann Wärme in Kälte umgewandelt.
Milliardenmarkt der Zukunft

Bereits mehr als die Hälfte des Umsatzes – heuer dürften es sieben Millionen Euro sein – erzielt Solid mit der neuen Technologie. Tendenz steigend, denn das Potenzial scheint enorm: „Weltweit wird dreimal so viel Geld für Kühlung als für Heizung ausgegeben“, so Holter. Allein 2008 seien weltweit knapp 30 Milliarden Euro für Kühlungen, Klimaanlagen & Co ausgegeben worden.

Wären solche Anlagen auch hierzulande möglich, wo laut Estag an heißen Tagen der Stromverbrauch durch Klimaanlagen um zehn Prozent steigt? „Ja, bloß rechnet sich eine Investition dort viel schneller, wo 200 Tage gekühlt werden muss“, so Holter. Wenngleich derzeit intensiv die Entwicklung vorangetrieben wird, solare Kühlung breitentauglich, also günstiger, zu machen.

Große Pläne mit der Sonne hat auch SFL aus Stallhofen, wo man sich mit Fassadenbau (Kunsthaus Graz) und nunmehr fast 800 Mitarbeitern weltweit einen Namen gemacht hat. Der Clou: „Wir entwickeln in unserem Kompetenzzentrum mit steirischen Cluster-Partnern eine solare Kühlung, die bald in Fassaden von Großgebäuden eingebaut werden kann“, sagt SFL-Prokurist und Chef des Forschungszentrums Fibag, Mario Müller. Auch hier sei das Potenzial riesig: „30 bis 40 Prozent jeder Fassade können als Solarfläche dienen.“

Schon jetzt baut SFL in immer mehr Fassaden Photovoltaik-Flächen ein, deren Strom ja auch wieder Kühlanlagen antreiben kann. Die modernste Anlage zur Fassaden-Stromerzeugung hat SFL in Graz eingebaut: Im neuen Hauptquartier der Energie Steiermark.

Quelle: Kleine Zeitung / 22.7.2010

 

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