EVN und ANDRITZ Energy & Environment eröffnen Österreichs größte CO2 Abscheideanlage aus Kraftwerksrauchgasen

6. September 2011

 

Am 2.9.2011 erfolgte die Eröffnung der CO2 Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr durch Dr. Martin Pogoreutz von ANDRITZ Energy & Environment und dem Leiter der EVN Kraftwerke Dr. Adolf Aumüller. In dieser Versuchsanlage wird Kohlendioxid (CO2) aus dem Rauchgas des Kohle-/Gas-Kraftwerks in Dürnrohr separiert und in Flaschen abgefüllt. Ziel ist es, die CO2-Emissionen zu senken, das […]


 

Am 2.9.2011 erfolgte die Eröffnung der CO2 Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr durch Dr. Martin Pogoreutz von ANDRITZ Energy & Environment und dem Leiter der EVN Kraftwerke Dr. Adolf Aumüller.

In dieser Versuchsanlage wird Kohlendioxid (CO2) aus dem Rauchgas des Kohle-/Gas-Kraftwerks in Dürnrohr separiert und in Flaschen abgefüllt. Ziel ist es, die CO2-Emissionen zu senken, das Separationsverfahren industriell weiter zu erforschen und gleichzeitig reines CO2 für die künftige Nutzung als wertvollen Rohstoff zu gewinnen.

Die Versuchsanlage wurde in Kooperation von EVN, ANDRITZ Energy & Environment und der TU Wien konzipiert, errichtet und in Betrieb genommen.

Während des Ausbaus von erneuerbaren Energien, ist die CO2 Abscheidung neben der Effizienzsteigerung bestehender Kraftwerke und generellen Einsparungen ein wichtiger Bestandteil, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Durch diese Anlage könnten theoretisch jährlich bis zu 100 Tonnen CO2 weniger in die Atmosphäre gelangen.

„CO2-Reduktion ist bei der EVN ein wichtiges Thema. EVN sieht CO2 als Herausforderung aber auch als wertvollen Rohstoff der Zukunft“ so Aumüller.

Das derzeitige Versuchsprogramm sieht einen Betrieb der Anlage bis zum Jahr 2015 vor.

CO2 wird „herausgewaschen“

Ein Teil des Rauchgases wird im Absorber der CO2 Abscheideanlage mit einem geeigneten Waschmittel behandelt, dabei wird das im Rauchgas enthaltene CO2 im Waschmittel gebunden. Im Desorber der Anlage wird das CO2 aus dem Waschmittel mit Hilfe von Wärme wieder ausgetrieben.

Zu den üblichen Waschmitteln gehören Amin- und Karbonatlösungen, sowie deren Kombination untereinander. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes sollen neue Waschmittel entwickelt und unter realen Bedingungen getestet werden.

CO2 als Rohstoff mit Zukunft

CO2 dient schon heute als Rohstoff für viele Produkte in der chemischen wie auch in der Kosmetikindustrie. Zudem wird CO2 in der Lebensmittelbranche (Limonaden, Mineralwasser), der Düngemittelproduktion und in Feuerlöschern eingesetzt. Zurzeit wird außerdem an Möglichkeiten geforscht, CO2 zu Biokunststoffen oder alternativen Energieträgern umzuwandeln. Ziel dieser Forschungen ist es, durch neue nachhaltige und energieeffiziente Prozesse, die CO2 als Rohstoff einsetzen, CO2-Einsparungspotentiale zu generieren.

Factbox:
Bauzeit: September 2010 – April 2011
Inbetriebnahme: Mai 2011
Eröffnung: 2. September 2011
Projektlaufzeit: 5 Jahre (2010 – 2015)
Rauchgasvolumenstrom: 60 Nm3/h
Abgeschiedenes CO2: 13 kg/h
Waschmittelmenge: ca. 150 l
Höhe der Anlage: 18 m

Quelle: EVN AG / 02.09.2011
www.evn.at

vlnr.: EVN Projektleiter Dr. Gerald Kinger, Dr. Martin Pogoreutz (ANDRITZ Energy & Environment) und Dr. Adolf Aumüller (Leiter EVN Kraftwerke) (Fotocredit: EVN / © Gabriele Moser)

Fotocredit: EVN / © Gabriele Moser

 

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