Dialog der Kulturen – Karl-Franzens-Universität öffnet Türen nach China: Graz erhält renommiertes Konfuzius-Institut

22. Oktober 2010

 

Die Karl-Franzens-Universität Graz ist nicht nur das Tor nach Südosteuropa. Sie öffnet nun für ForscherInnen, Studierende und alle Interessierten die Türen nach China. Die Uni Graz erhält durch Beschluss des chinesischen Bildungsministeriums ein hoch angesehenes Konfuzius-Institut, neben Wien das zweite in Österreich, und wird ab dem Wintersemester 2010/11 ausgesuchte Partnerin des Reiches der Mitte.BegegnungsplattformÄhnlich den […]


Die Karl-Franzens-Universität Graz ist nicht nur das Tor nach Südosteuropa. Sie öffnet nun für ForscherInnen, Studierende und alle Interessierten die Türen nach China. Die Uni Graz erhält durch Beschluss des chinesischen Bildungsministeriums ein hoch angesehenes Konfuzius-Institut, neben Wien das zweite in Österreich, und wird ab dem Wintersemester 2010/11 ausgesuchte Partnerin des Reiches der Mitte.

Begegnungsplattform
Ähnlich den deutschen Goethe-Instituten vermitteln die Konfuzius-Institute Sprache und Kultur Chinas. Darüber hinaus wird die an der Uni Graz angesiedelte Einrichtung Schwerpunkte in der zertifizierten Aus- und Weiterbildung sowie in der Forschung setzen.

Das Zentrum, das vom Wissenschaftsressort des Landes Steiermark und von der Stadt Graz unterstützt wird, soll auch mit anderen Grazer Universitäten und Schulen sowie mit anderen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Institutionen zusammenarbeiten.

Sprachkompetenz und Kulturaustausch
Ab November 2010 sind Sprachkurse und kulturelle Veranstaltungen am Konfuzius-Institut geplant, das als Informations- und Begegnungsplattform allen China-Interessierten offen steht. Kompetente Partnerin ist die Universität Jiangsu – 250 Kilometer nordwestlich von Shanghai, die auch qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung stellt. Langfristig könnte in Graz ein Zentrum für Sinologie entstehen.

Das Konfuzius-Institut, von dem weltweit derzeit 282 bestehen, trägt ebenfalls der steigenden Nachfrage nach chinesischer Sprache und Kultur seitens heimischer Unternehmen Rechnung. Spezielle Kurse für Wirtschaftstreibende sollen in Abstimmung mit Institutionen wie Wirtschaftskammer rund Industriellenvereinigung angeboten werden.

Programm
Neben Sprachkursen befindet sich ein vielfältiges Kultur-Programm in Ausarbeitung. In Vorbereitung sind zum Beispiel Vorträge zur chinesischen Kunstgeschichte, Lesungen aus chinesischer Literatur sowie eine Aktionswoche mit Veranstaltungen zu Sport, Musik und Küche des asiatischen Landes. Weiters soll das Institut eine Anlaufstelle für die in der Steiermark lebenden ChinesInnen der sogenannten zweiten Generation sein, um die Traditionen der elterlichen Heimat besser kennenzulernen.

Statements der KooperationspartnerInnen

Alfred Gutschelhofer, Rektor der Karl-Franzens-Universität
Die Uni Graz kann mit dem Konfuzius-Institut zum Dialog zwischen den Kulturen einen bedeutsamen Beitrag leisten. Es soll helfen, mögliche Vorurteile ab- und neue Brücken aufzubauen. Internationalität ist eine wesentliche Säule des wissenschaftlichen Dialogs und gehört ganz entscheidend zum vielseitigen Wirken der Karl-Franzens-Universität. Darüber hinaus schafft das Angebot für unsere Studierenden und AbsolventInnen eine gute Ausgangslage für die berufliche Laufbahn.

Roberta Maierhofer, Vizerektorin für Internationale Beziehungen
Die Universität, die sich seit 2006 um das Konfuzius-Institut bemüht hat, erweitert mit dieser international anerkannten Einrichtung ihr Netzwerk nach China. Zusätzlich zu bestehenden Partnerschaften, etwa mit der Universität Wuhan und der Chinese University of Hong Kong, gewinnt Graz mit der Universität Jiangsu eine weitere chinesische Hochschule für enge Kooperationen, um den Austausch von Lehrenden und Studierenden zu intensivieren. Aber nicht nur bilateral werden nun die Kontakte zu China verstärkt, sondern auch zu den europäischen Netzwerken, wie der Coimbra Group oder dem Utrecht Netzwerk. Mit unseren Partnern in Südosteuropa sind ebenfalls bereits Aktivitäten geplant.

Kristina Edlinger-Ploder, Landesrätin für Wissenschaft und Forschung
Kontakte über Jahre und Grenzen hinweg sind ein wesentliches Qualitätsmerkmal des steirischen Wissenschaftsstandortes. Im internationalen Vergleich mag die Steiermark eine überschaubare Markierung darstellen, aber wir haben es zu jeder Zeit verstanden, im globalen Wettbewerb gewichtige Netzwerke mit den „big-playern“ zu knüpfen. Die Medizinische Universität hat mit der TCM bereits Verbindungen nach China aufgebaut, die Technische Universität schon in der Vergangenheit breite Erfahrungen gesammelt und auch die Kunstuniversität pflegt mit ihren vielen ausländischen Studierenden eine erfolgreiche Austauschbasis. Wir freuen uns auf eine weitere starke Achse für gemeinsame, internationale Wissenschafts- und Forschungsvorhaben.

Siegfried Nagl, Bürgermeister der Stadt Graz
So groß, global bedeutsam und faszinierend China auf uns auch wirkt, so wenig wissen die meisten Menschen bei uns über dieses Land und seine Geschichte, seine Kultur und seine gesellschaftlichen Gepflogenheiten. Als Bürgermeister der Wissenschaftsstadt Graz beglückwünsche ich die Karl-Franzens-Universität Graz zur Einrichtung eines Konfuzius-Instituts in der steirischen Landeshauptstadt und ich danke insbesondere auch der chinesischen Botschaft in Wien für ihre hilfreiche Unterstützung bei diesem Anliegen. Ich bin sicher, dass die Aktivitäten, die über das Konfuzius-Institut entfaltet werden, zu einem echten Austausch und einem tieferen Verständnis zwischen Graz, der Steiermark und der Volksrepublik China führen werden.

Shunqing Wang, Botschaftsrat der Botschaft der Volksrepublik China in Österreich
Das Interesse und der Bedarf am Kennenlernen von China bzw. der chinesischen Kultur nehmen sowohl in der Steiermark als auch in Österreich aufgrund der rasanten Wirtschaftsentwicklung in und mit der VR China permanent zu. Mit der Stadt Graz und dem Land Steiermark bestehen freundschaftliche Kooperationsbeziehungen mit China. Die Universität Graz ist eine traditionsreiche, hervorragende Universität. Ich bin davon überzeugt, dass das Konfuzius-Institut durch gemeinsame Bemühungen eine wichtige Rolle für das weitere Kennenlernen von China spielen wird.


Quelle: Uni Graz / 14.9.2010

 
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