Dem Weltpatent auf der Spur

27. August 2013

 

Vor genau 100 Jahren wurde die Kaplan-Turbine patentiert. Auch heute gibt es eine Reihe steirischer Patente mit weltweitem Potenzial.


 

Haben Sie schon einmal etwas verpfuscht?“ Mit dieser einzigen Frage soll der Ingenieur Viktor Kaplan, geboren in Mürzzuschlag, das Bewerbungsgespräch mit seinem späteren Assistenten Erich Meier bestritten haben. Als dieser dann „Jawohl, Herr Professor“ geantwortet hat, habe er ihn sofort eingestellt, heißt es in einem aktuellen Aufsatz zum 100-jährigen Jubiläum der Kaplan-Turbine von Martin Gschwandtner. Exakt am 7. August 1913 wurde jenes Patent mit der Nummer 74244 beim damaligen kaiserlich-königlichen Patentamt eingetragen, das Kaplan weltberühmt machen sollte: die sogenannte Kaplan-Turbine, eine Wasserturbine mit einstellbaren Laufschaufeln für Wasserkraftwerke, die auch heute noch gebaut wird.

Allein Andritz Hydro hat weltweit bis dato gut 3200 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 50.000 Megawatt installiert. Von einem Weltpatent à la Kaplan-Turbine träumen bis heute viele Entwickler. In der besonders forschungsintensiven Umwelttechnik ist die Steiermark „seit 100 Jahren“ ein wichtiger weltweiter Innovationsmotor, so der Geschäftsführer des Umwelttechnikclusters „Eco World“, Bernhard Puttinger. Im Bereich der erneuerbaren Energie und des Recyclings habe man sich global einen sehr guten Ruf erarbeitet.

Strom aus Holzgas, Biodiesel aus scheinbar wertlosem Abfall, multifunktionale Energiefassaden, solare Gebäudekühlung, Wasserreinigung mit Diamanten oder vielseitige Speichertechnologien – die Palette an innovativen Lösungen „made in Styria“ ist bemerkenswert. Die „Eco World“ hat nun ein eigenes „Innovationsbarometer“ erstellt, in dem eine Auswahl der vielversprechendsten steirischen Patente und Entwicklungen angeführt ist (Auswahl siehe unten). Die Landesräte Christian Buchmann und Johann Seitinger verweisen vor allem auf die Erfolge, die aus der Zusammenarbeit von Industrie und Forschung bereits entwachsen sind.

Die Anstrengungen in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen spiegeln sich auch in der wirtschaftlichen Schlagkraft der Unternehmen wider. Die teils zweistelligen Wachstumsraten vergangener Jahre sind aktuell zwar auch in der Umwelttechnik nicht zu erreichen. Die Mitglieder des Eco-Clusters erwarten heuer aber ein überdurchschnittliches Plus von sieben Prozent. In der Umwelttechnik werden mittlerweile 17.870 Beschäftigte gezählt.

Kleine Zeitung, 07.08.2013

 

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