Chemieschule: Cleaner Production – Umweltschutz als innovatives Ausbildungsmodul

28. Januar 2011

 

Der Begriff Cleaner Production (deutsch „Vorsorgender Umweltschutz“ oder „Integrierter Umweltschutz“) wurde erstmals 1989 von einer UNEP Expertengruppe geprägt. Cleaner Production ist laut der UNEP- Definition die „kontinuierliche Anwendung von präventiven Umweltschutz-Strategien auf Prozesse, Produkte und Dienstleistungen mit dem Ziel, die Öko-Effizienz zu erhöhen und die Risiken für Mensch und Umwelt zu verringern“. Kern des Vorsorgenden […]


 

Der Begriff Cleaner Production (deutsch „Vorsorgender Umweltschutz“ oder „Integrierter Umweltschutz“) wurde erstmals 1989 von einer UNEP Expertengruppe geprägt. Cleaner Production ist laut der UNEP- Definition die „kontinuierliche Anwendung von präventiven Umweltschutz-Strategien auf Prozesse, Produkte und Dienstleistungen mit dem Ziel, die Öko-Effizienz zu erhöhen und die Risiken für Mensch und Umwelt zu verringern“. Kern des Vorsorgenden Umweltschutzes ist es, Abfälle, Abwasser und Emissionen schon an ihrer Quelle zu reduzieren oder gänzlich zu vermeiden und dabei Rohstoffe, Ressourcen und Energie einzusparen. Ein zusätzlicher positiver Effekt von Cleaner Production Ansätzen sind erhebliche Kosteneinsparungen für die Betriebe.

End-of-the-pipe-Umweltschutz basiert auf technischen nachgeschalteten Maßnahmen. Dabei werden  bereits entstandene Abfälle und Emissionen am Ende der Produktionskette mit großem technischen Aufwand soweit reduziert (z.B. Abgasfilter, Abfallverwertung), dass Grenzwerte eingehalten werden. Das Wissen um „End-of-pipe Umweltschutz“ ist notwendig und wichtig und bereits seit einigen Jahren fixer Bestandteil des Stundenplans an der Chemieingenieurschule.

Immer mehr Unternehmen setzen mittlerweile aber auch auf vorsorgender Umweltschutz, der auch nicht-technische Ansätze, organisatorische Ansätze und Controlling einschließt. Die Wirtschaft erwartet immer öfter, dass AbsolventInnen mit dieser Methode vertraut sind bzw. steigen die Berufseinstiegschancen, wenn solche Zusatzqualifikationen vorgewiesen werden können.

Diesen Ansatz zu lehren ist aber eine große Herausforderung, weil er neben der Vermittlung von Einsichten in ökologische Zusammenhänge auch interdisziplinäres und vernetztes Denken der StudentInnen voraussetzt. An der Chemieingenieurschule passen die Voraussetzungen, sodass seit heuer das innovative Fach „Energie und Umwelttechnik, Abfallwirtschaft“ in den Stundenplan integriert ist.

Ziel ist es, den StudentInnen den Unterschied des vorsorgenden Umweltschutzes gegenüber einem „end-of-the-pipe“-Umweltschutz anhand von praktischen Beispielen begreifbar zu machen.  Den StudentInnen soll bewusst gemacht werden, dass Cleaner Production ein Denkansatz zur Integration von Umweltschutz in die betrieblichen Abläufe ist.  Unternehmensspezifische Lösungen sind zwar nicht von einem Betrieb auf den anderen kopierbar aber in ihrem Ansatz und der Methodik übertragbar.

Anhand folgender Schwerpunkte werden die Grundlagen des vorsorgenden und produktionsintegrierten Umweltschutzes bearbeitet:

• Betriebliches Wassermanagement
• Betriebliches Abfallmanagement
• Betriebliches Energiemanagement

Quelle: Chemie-Ingenieurschule Graz, Kolleg für Chemie, www.chemieschule.at / 12.01.2011

 

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