Sustainability-Pionier Bertrand Piccard im Green Tech Valley 

Als Abenteurer und Pilot eines Solarflugzeuges wurde der Schweizer Bertrand Piccard weltberühmt. Nun führt er der Welt vor Augen, das Wachstum und Umweltschutz Hand in Hand gehen können. Piccard hält die Keynote am internationalen Global Innovation Summit 2021.

Wir haben vorab mit ihm über seine Vision für die Zukunft sprechen können:

„Ich bin begeistert von der Dynamik des Green Tech Sektors in Österreich. Die Welt sollte davon mehr erfahren.“

Bertrand Piccard, Initiator, Pilot und Chairman der Solar Impulse Foundation

Green Tech Cluster:

Ihre Weltumrundung mit dem Solarflugzeug Solar Impulse II hat 2016 einen Sinneswandel angestoßen: Erstmals wurde der Beweis erbracht, dass man sich auch ohne fossile Brennstoffe über große Distanzen hinweg durch die Luft bewegen kann. Wann werden auch Normalverbraucher Flugreisen elektrisch und ohne Emissionen antreten können?

Bertrand Piccard:

Schon jetzt können Elektroflugzeuge mit zwei bis vier Personen bis zu eineinhalb Stunden fliegen. Das ist ein Anfang – ich glaube, dass wir noch etwa zehn Jahre warten müssen, bis es emissionsfreie Kurz- und Mittelstreckenflüge geben wird. Die Technologie ist vorhanden: Batterien, Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe und Leichtbauweise. Aber wir müssen zuerst eine kritische Masse erreichen, damit das alles auch leistbar wird.

Ihre Argumente für klimafreundliche Technologien und Businessmodelle sind allesamt so augenscheinlich, man möchte fast sagen: „Eh klar!“ Warum haben wir trotzdem den Weg in eine grüne Zukunft nicht schon längst eingeschlagen?

Piccard:

Weil wir in der Vergangenheit noch nicht die technischen Möglichkeiten hatten. Oder sie waren da, aber zu teuer. Und auch heute haben noch zu viele Menschen nicht verstanden, dass sich die Lage geändert hat. Regierungen machen Versprechen über die Klimaneutralität, ohne sich darüber im Klaren zu sein, wie sie erreicht werden kann.

Große Veränderungsprozesse werden von oben oder von unten angestoßen. Besiegen wir den Klimawandel eher in vielen kleinen Schritten oder mit dem großen Wurf?

Piccard:

Die eine Wunderlösung für den Klimawandel gibt es nicht. Das wahre Wunder liegt darin, dass heute schon 1000 Lösungen zur Verfügung stehen, die auf lokaler oder auf globaler Ebene Wirkung zeigen. Weil es so schwer ist, international Einigkeit zu finden, übernehmen jetzt lokale Akteure, Unternehmen oder Regionen die Führung im Kampf gegen den Klimawandel.

Am Global Innovation Summit in Graz sprechen Sie vor einem Publikum, das die Rahmenbedingungen für Innovationen gestaltet. Welche Rahmenbedingung fehlt am meisten?

Piccard:

Viele Gesetze sind überholt, weil sie sich noch an alten Technologien orientieren – mit dem Effekt, dass viele Unternehmen noch nach geltendem Recht die Umwelt verschmutzen dürfen. So haben sie keine Anreize, etwas zu ändern. Genau die braucht es aber.

Im Green Tech Valley werden bereits 500 Solutions für den Kampf gegen den Klimawandel entwickelt und weltweit angewandt. Wie nehmen Sie diesen Hotspot wahr?

Piccard:

Als etwas Ermutigendes und extrem Nützliches. Ich bin begeistert von der Dynamik des Green Tech Sektors in Österreich. Die Welt sollte davon mehr erfahren. Nachdem Europa lange Zeit China und den USA hinterhergehinkt ist, übernimmt es jetzt die Führungsrolle.

Bertrand Piccard spricht am Global Innovation Summit als Keynote-Speaker. Der Summit findet online am 18.-20. Mai statt.

Global Innovation Summit

„Green Transition“, „Post COVID“ und „Digital Transformation“ lauten die Themen der virtuellen Konferenz, die live aus Graz in die ganze Welt übertragen werden. Über 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet. Infos zur Teilnahme finden sich unter www.gis2021.com – jetzt gleich anmelden!

Bertrand Piccard über das Green Tech Valley
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Kontakt

Silke Traunfellner
Green Tech Cluster
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