Beim Export ist die Steiermark Vorbild

9. Dezember 2013

 

Der steirische Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann sieht im Export eine hohe Beschätigungsdynamik.


 

Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation der steirischen KMU?
Christian Buchmann: Die KMU sind das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Sie sind wichtige Arbeitgeber, geben jungen Menschen durch die Lehrausbildung eine Perspektive für die Zukunft und tragen durch die Sicherung der Nahversorgung viel zur Lebensqualität in den steirischen Regionen bei. Die Unterstützung der steirischen KMU ist ein wichtiger Schwerpunkt in der Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020. Wir starten 2014 eine Exportoffensive für steirische KMU.


Ist die große Zeit der steirischen Big Player vorbei?
Eine Stärke der Steiermark ist der lebendige Mix von innovativen KMU und erfolgreichen industriellen Leitbetrieben. Die Steiermark ist ein Exportbundesland, jeder zweite heimische Arbeitsplatz wird durch die Erfolge der steirischen Unternehmen auf ausländischen Märkten gesichert. 2012 war die Steiermark mit einem Anstieg von 6,2 Prozent Wachstumssieger aller österreichischen Bundesländer im Export. Dieses Wachstum ist zu einem Großteil den exportorientierten Leitunternehmen zu verdanken. Großunternehmen schaffen nicht nur selbst zahlreiche Arbeitsplätze, sondern ermöglichen durch Ihre unternehmenseigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weitere Geschäftsfelder, von denen kleine und mittlere Zulieferbetriebe und damit der gesamte Wirtschaftsstandort profitieren.
 

In welchen Branchen ist die Steiermark zur Zeit Aushängeschild?
Drei Branchen stehen mit besonders hohem Wachstumspotenzial im Mittelpunkt: Mobilität, Energie- und Umwelttechnik und Humantechnologie. Der Automobilsektor ist ein traditionelles Stärkefeld der Steiermark und sichert aktuell rund 40.000 Arbeitsplätze. Die Steiermark hat auch sehr innovative und int. renommierte Unternehmen in den Bereichen Luftfahrt und Schienensysteme. Deshalb haben wir diese Sektoren in den Automotive-Bereich integriert und den steirischen Autocluster zum Mobilitätscluster weiterentwickelt. In der Energie- und Umwelttechnik ist ECO WORLD STYRIA bereits zwei Mal zum besten Green-Tech-Cluster der Welt gewählt worden. Seit 2005 haben die Unternehmen im Sektor über 6.000 Arbeitsplätze geschaffen und sind beim Umsatz nahezu doppelt so schnell gewachsen wie die Weltmärkte. In der Humantechnologie hat sich die Steiermark zu einem internationalen Hotspot in Bereichen wie personalisierte Medizin oder Biomarkertechnologie entwickelt. Am Campus der medizinischen Universität Graz entsteht derzeit gerade das Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin, in dem sich auch das Headquarter der europäischen Biobank ansiedeln wird.


Welche Zukunftsprognose stellen Sie der steirischen Wirtschaft?
Für 2014 erwarten die Wirtschaftsforscher ein Beschäftigungswachstum von rund 4.000 zusätzlichen Jobs und mit 473.000 Beschäftigten im Jahresschnitt einen neuen Höchststand in der Steiermark. Wir stehen aber vor der paradoxen Situation, dass gleichzeitig auch die Arbeitslosigkeit steigt. Deshalb müssen wir besonders in Bereiche wie den Export investieren, in denen eine besondere Beschäftigungsdynamik herrscht, um Arbeitsplätze in der Heimat zu sichern und neue zu schaffen. Gleichzeitig muss die neue Bundesregierung rasch Reformen umsetzen und etwa den bildungspolitischen Stillstand der letzten Jahre beenden.

Wirtschaftsblatt, 19. November 2013


 

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